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Aufklärung : Der erste Sex: Ängste offen angesprochen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Aufklärung für Sechst- bis Zehntklässlerinnen mit Lübzer Frauenärztin Dr. Kirsten Rogmann in der Schule Am Neuen Teich

Besonders Mädchen sind heutzutage eher geschlechtsreif als beispielsweise noch vor 20 oder 30 Jahren und machen demzufolge auch deutlich früher sexuelle Erfahrungen – viele bereits mit 13 oder 14, wie beispielsweise Lehrer von der Förderschule Am Neuen Teich berichten. „Im Rahmen des Biologieunterrichtes spielt Aufklärung eine große Rolle, doch gemessen an der realen Situation ist das schon etwas spät“, sagt die dort arbeitende Pädagogin Sylvia Homuth. „Deshalb entschieden wir uns dazu, ein Projekt für alle Mädchen aus der sechsten bis zehnten Klasse anzubieten, in dem sie ein Frauenärztin befragen können, um eventuelle Ängste abzubauen und sie bewegende Dinge offen ansprechen zu können. Damit ihnen dies leichter fällt, sollte kein Lehrer dabei zuhören.“ Die Teilnahme an dem Projekt war freiwillig. Angesichts der Tatsache, dass sich das Gros anmeldete, könne man davon ausgehen, dass das Interesse groß sei.

Zu Besuch war die in Lübz praktizierende Frauenärztin Dr. Kirsten Rogmann. Um zu erfahren, was die Mädchen über sichere Verhütung als zentrales Thema wissen, stellte sie ihnen entsprechende Fragen dazu und erfuhr, dass besonders die Älteren oft gut informiert sind. Einige hatten gleichzeitig sehr spezielle Anliegen, die sie mit der Gynäkologin besprachen. „Als Problem sehe ich an, dass Eltern die Aufklärung über sichere Verhütung zu oft auf andere – Schule und Frauenarzt zum Beispiel – abschieben, obwohl dies nicht deren Aufgabe ist“, sagt Dr. Rogmann. „Das war früher anders.“

Die erste Monatsblutung (heute schon oft ab einem Alter von 13 Jahren) sei das sichere Zeichen, dass ein Mädchen dann ab sofort schwanger werden kann – vom ersten Geschlechtsverkehr an. Deshalb sei es besser, vorher zur Gynäkologin zu gehen. „Leider ist dies jedoch eher die Ausnahme“, berichtet die Ärztin. „Nicht jede Verhütungsmethode ist für jedes Mädchen geeignet und gerade vorm oder auch nach dem ersten Mal sind sie oft unzureichend informiert.“

Doch selbst wenn Eltern ihrer Aufgabe nachgekommen seien, bedeute dies keine hundertprozentige Sicherheit, denn gerade in der Pubertät besitze das, was die aus Gleichaltrigen bestehende Freundesgruppe sagt, sehr oft mehr Gewicht: „So lassen sich viele Mädchen in die Irre leiten, weil sie auf solchen Blödsinn wie etwa ,Komm, stell Dich nicht an, beim ersten Mal passiert gar nichts’ hereinfallen. Meine Message ist, Pille und vorsichtig ausgepacktes Kondom gleichzeitig zu benutzen und bei Unklarheiten sofort zum Arzt zu gehen.“

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erstellt am 15.Jul.2016 | 21:00 Uhr

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