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Sternberger Seenland : Der Biber ist zurück im Naturpark

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Ranger vom Naturpark Sternberger Seenland informierte beim 15. Bibertag im „Haus Biber“ in Alt Necheln über den aktuellen Tierbestand

„Der Biber ist neben dem Menschen der Einzige, der sein Umfeld gezielt nach eigenen Bedürfnissen gestaltet“, weiß Mario Krüger. Der Ranger vom Naturpark Sternberger Seenland informierte beim 15. Bibertag im „Haus Biber“ in Alt Necheln über den aktuellen Tierbestand.

Der Naturpark zählt nach vielen Jahren wieder zu den größten Verbreitungsgebieten des Bibers in Deutschland. 157 Reviere wurden 2013 gezählt, zehn mehr als im Jahr davor. 28 Reviere seien erkennbar aufgegeben worden. Es seien 50 Einzeltiere festgestellt, aber 78 Reviere, in denen die insgesamt 273 Biber sich reproduzierten, also Nachwuchs zur Welt brachten. „Wir gehen aktuell von einem Bestand von 323 Individuen aus.“ Inzwischen sei die Phase der Stagnation erreicht worden. In den siebziger Jahren habe der Biber in der Region als ausgestorben gegolten.

Peter Ibe von der Naturschutzstation Steckby (Sachsen-Anhalt) fing in zwanzig Jahren rund 500 Elbebiber, um sie in Mecklenburg-Vorpommern zu verteilen. Sogar Dänemark und die Niederlande meldeten Bedarf an. Die letzten Biber aus dieser Vermehrungsaktion wurden Anfang der neunziger Jahre an einem Torfstich in Kleefeld heimisch. Landesweit wird nunmehr von etwa 1500 bis 2000 Tieren ausgegangen. Bestandskarten gibt es seit 2001, sie werden alle drei Jahre aktualisiert. Die genaue Zahl wird Franziska Neubert im Mai veröffentlichen, wenn sie als Projektleiterin im Auftrag des Staatlichen Landesamts für Landwirtschaft und Umwelt (Güstrow) alle Bestandsmeldungen erfasst hat.

Laut Krüger wurden 2014 bislang acht Anträge gestellt, Biberburgen zu entfernen. In Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde werde darüber entschieden. Es gibt aber auch Zeitgenossen, die Biberburgen ohne Erlaubnis abzuräumen. So bei Wendorf, wo ein Nahrungsdamm dafür gesorgt hatte, dass 60 Hektar Grünland überflutet wurden. Um mähen zu können, riss der Landwirt die Burg einfach ab. Probleme brachte auch ein Biberdamm im Radebach bei Warin mit sich, wo aufgestautes Wasser mit hohem Druck die Fundamente einer Eisenbahnbrücke unterspülte. Am Steeder See hatte sich sogar eine ICE-Trasse gesenkt, „weshalb der Damm ohne Antrag manipuliert wurde“.

Von seinem Haus in Bülow aus hatte Günter Gubsch die Warnow erkundet. Dabei entdeckte er ein Biberrevier. Vom Dammbau über die Nahrungssuche bis hin zum Nachwuchs dokumentierte er die Aktivitäten seiner Bewohner, wobei ihm seltene Video-Aufnahmen gelangen.

Mario Krüger führte am Nachmittag dann eine Exkursion an das Kesselmoor bei der Naturschutzstation Karnin am Schweriner See, seine Kollegin Margot Rossow blieb mit ihrer Exkursion an das Kesselmoor bei Schönlage in der Nähe vom „Haus Biber“. Gabriele Frühberg (Nabu-Regionalverband Parchim) führte ihre Exkursion unter anderem an eine Stelle, wo Biber Weiden geschält und sich Baumaterial für ihren Damm besorgt hatten. Im Damm wird den Bibern durch Drainagen ein hoher Wasserstand vorgetäuscht, so dass sie ihre Bautätigkeit früh einstellen und Überschwemmungen ausbleiben.

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