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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

20. Oktober 2017 | 23:39 Uhr

Plau am See : Denkpause bei der Burgsanierung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Denkmalschützerische Untersuchungen sind abgeschlossen. Stadt wird Raumgestaltung nun abschließend überdenken

von
erstellt am 30.Aug.2017 | 20:45 Uhr

„Vom Denkmalschutz haben wir für unser Burghaus eine wirklich gute Stellungnahme bekommen“, sagt Plaus Bauamtsleiter Arno Kühnel am Rande einer Baustelleninspektion Mitte vergangener Woche. Die Experten haben das Objekt, vor allem sämtliche historischen Bauteile untersucht. „Leider ist es nicht bei den drei angegriffenen Balken geblieben. Es sind tatsächlich zehn oder elf“, sagt Kühnel. Das mache die Sanierung aufwändiger. Nicht unmöglich.

Im Burghaus, an dem seit wenigen Monaten Sanierung und Umbau laufen, ist es auffallend still. Keine Hammerschläge, kein Knarzen von Stemmeisen wie noch vor kurzem, als eine Perleberger Abrissfirma die Entkernung vornahm. Die war noch im Juli erledigt. Inzwischen ist auch das Dach abgedeckt. Die alten Biberschwänze warten vorsortiert und feinsäuberlich gestapelt am Fuße des Burghauses darauf, wieder eingebaut zu werden. „Das Dach wollen und müssen wir so schnell wie möglich wieder dicht haben, in jedem Fall vor dem Winter“, sagt Kühnel.

Teile des Hauptgebäudes  der Plauer Burg gehen auf das 13. Jahrhundert zurück. Ein großer Teil der inzwischen abgedeckten Biberschwänze kann wiederverwendet werden. Die zur Straße gelegene Dachfläche soll damit gedeckt werden.
Teile des Hauptgebäudes der Plauer Burg gehen auf das 13. Jahrhundert zurück. Ein großer Teil der inzwischen abgedeckten Biberschwänze kann wiederverwendet werden. Die zur Straße gelegene Dachfläche soll damit gedeckt werden. Foto: Simone Herbst
 

Nach einer Baupause von nur wenigen Tagen gehen die Sanierungsarbeiten am Burghaus in dieser Woche bereits weiter. Die Dachdecker kommen, was den Bauamtsleiter freut, und auch die Maurer werden sich ans Werk machen. Vorerst bei vorbereitenden Arbeiten. „Wir müssen hinsichtlich der Aufteilung der Räume im Erdgeschoss neu nachdenken“, räumt Arno Kühnel ein. Bei den Entkernungsarbeiten nämlich hatte sich gezeigt, dass nicht alle Wände mit ursprünglich historischem Befund wirklich historisch sind. Im Eingangsbereich beispielsweise. Die alten Wände im Vorflur - von der Kita immer als Garderobe genutzt - das ist erwiesen, stammen nicht aus dem frühen 19. Jahrhundert, also jener Zeit, in der das Burghaus auf den mittelalterlichen Resten der ursprünglichen Burg gebaut worden war. Sie wurden erst im Zuge der mehrfachen Umnutzung des Hauses eingezogen. „Ohne die Wände gewinnen wir Platz und einen Raum, den die Denkmalbehörde als historisch überlieferten Gartensalon bezeichnet“, sagt Kühnel. Wahrscheinlich ist, dass die Plauer hier auf die Historie setzen werden. Die neuesten Befunde eröffnen zudem weitere Gestaltungsspielräume auf beiden Etagen. Unter anderem, da der Denkmalschutz dem Abriss der beiden alten Schornsteine zugestimmt hat. „Wir müssen jetzt ganz genau überlegen, wie wir unser Haus haben wollen. Und bei allen Veränderungen müssen wir natürlich nachweisen, dass die nicht mehr, sondern weniger kosten“, erklärt der Bauamtsleiter. Auch wenn die Plauer Eigentümer sind – bei „Wünsch Dir was“ sind sie nicht. Wenn die Stadt sich festgelegt hat, haben noch die Landeseinrichtungen ein Wörtchen mitzureden. In diesem Fall der Betrieb für Bau und Liegenschaften und das Landesförderinstitut. Bauamtsleiter Arno Kühnel zeigt sich vorsichtig optimistisch: „Es sieht ganz danach aus, als würden wir durch die jetzt möglichen Umplanungen Mittel einsparen. Allerdings bleibt spannend, ob die durch die Schäden an den Balken egalisiert werden.“

 

 

 

 

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