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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

20. Oktober 2017 | 01:43 Uhr

Naturschutz : Den Fischotter mehr schützen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Das ist eine Maßnahme, die jetzt bei der Managementplanung für das FFH-Gebiet Mildenitztal vorgestellt wurde

Die Ergebnisse der Managementplanung für das FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) „Mildenitztal mit Zuflüssen und verbundenen Seen“ stehen fest und sind jetzt in Goldberg vorgestellt worden. Insgesamt gibt es in dem Gebiet elf Lebensraumtypen (LRT) und 14 Arten nach Anhang II der FFH-Richtlinie. Das sind Tiere und Pflanzen, für die Schutzgebiete im FFH-Gebiet errichtet werden müssen. Nach eineinhalb Jahren intensiver Arbeit konnte Landschaftsökologin Dr. Silke Freitag von der UmweltPlan GmbH Stralsund ein Fazit ziehen. „Insgesamt haben wir in diesem Bereich ein sehr gutes Ergebnis. Wir haben ein ausgewogenes Verhältnis mit relativ guten und günstigen Erhaltungszuständen“, erläutert die Landschaftsökologin.

In den vergangenen eineinhalb Jahren wurde vor allem der Oberlauf der Mildenitz betrachtet, der Managementplan für den Unterlauf der Mildenitz wurde bereits 2011 zum Abschluss gebracht. Nun wurden beide Pläne wieder vereint, zu einem Gebiet zusammengefasst. Daraus haben sich teilweise andere Erhaltungszustände ergeben, was auch bei der Bachmuschel der Fall gewesen ist. Diese wurde zunächst mit einem günstigen Erhaltungszustand bewertet (B) und wurde jetzt auf einen schlechteren Zustand (C) herabgesetzt. Daraus ergibt sich eine Wiederherstellungsmaßnahme. „Gerade in der Bresenitz ist die Bachmuschel rückläufig, es gibt keine Jungtiere“, erklärt Dr. Silke Freitag. Die Bachmuschel reagiere sehr sensibel auf jegliche Veränderungen ihres Lebensraumes. Vor allem die Sedimentstruktur habe sich in diesem Bereich verändert, erklärt die Landschaftsökologin. „Das liegt vor allem an dem Kanutourismus, der an dieser Stelle leider eingeschränkt werden muss“, so Silke Freitag weiter. Dazu haben Partner aus der Region gemeinsam mit dem Tourismus eine freiwillige Vereinbarung geschlossen, die im Internet unter www.warnow-pegel.de/freiwillige-vereinbarung einsehbar ist.

 Doch nicht nur die Bachmuschel gilt es zu schützen, sondern auch den Fischotter. Dieser ist vor allem durch den Straßenverkehr gefährdet, auch durch  den Einsatz von so genannten Reusen, einer stationären Vorrichtung zum Fang von Fischen. „Wir müssen die Reusen ottersicherer machen“, sagt Dr. Silke Freitag, das ist eine Maßnahme im Managementplan von insgesamt 235 Einzelmaßnahmen, die an diesem Nachmittag vorgestellt wurden.

Ähnlich wie die Bachmuschel wurde auch der Fischotter im Managementplan mit einem C bewertet. Das sorgte vor allem bei den Fischern für Unverständnis. „Das erschließt sich mir nicht. Wenn Sie den Lebensraumtyp mit C bewerten, also schlecht ist, dann frage ich mich, warum der Fischotter dann überhaupt noch da ist. Das ist doch ein Widerspruch“, sagte Ulrich Paetsch, Geschäftsleiter der Fischerei Müritz-Plau GmbH. Ulrich Paetsch fordert vor allem ein Umdenken der Vorschriften, denn daran hängen viele Existenzen, nicht nur die der Fischer.

Vorrangige Entwicklungsmaßnahmen bestehen auch für den Goldberger und Dobbertiner See, hier ist die Armleuchteralge zu Hause. „Armleuchteralgen können in einer Wassertiefe von zirka zehn Metern vorkommen, doch hier in diesem Lebensraumtyp haben wir sie nur noch im Flachwasser vorgefunden. Des Weiteren ist der Dobbertiner See sehr stark mit Nährstoffen belastet“, erläutert Dr. Silke Freitag das Ergebnis. Hier sollten Nährstofffallen und Pufferzonen errichtet werden, um die Nährstoffbelastung zu reduzieren. Eine Möglichkeit die Nährstoffbelastung zu reduzieren, sieht die Landschaftsökologin in der Errichtung eines Ökokontos, das bereits für den Breeser See vorgesehen wird und von der Landgesellschaft MV mbH getragen wird. In diesem Bereich wird die Begüllung gänzlich eingestellt. Auch im Bereich des Dobbertiner Sees wäre dies eine mögliche Maßnahme. Doch das sei noch Zukunftsmusik. Jetzt gehe es an die Umsetzung der 235 Einzelmaßnahmen – Schutz, Nutzung und Pflege der 14 Arten und der elf Lebensraumtypen des FFH-Gebietes „Mildenitztal mit Zuflüssen und verbundenen Seen“. „Die Arbeit beginnt erst jetzt richtig“, sagte Dr. Silke Freitag abschließend.

 

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