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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

11. Dezember 2017 | 08:44 Uhr

Goldberger See : Den Drachen seit Jahren verfallen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Gerd Wüster paddelt seit seiner Jugend – zuerst Kanadier, jetzt Drachenboote. Ob Malaysia oder Indien, keine Reise ist ihm zu weit

von
erstellt am 29.Aug.2017 | 08:00 Uhr

Von wegen Ruhestand – Gerd Wüster, Goldbergs ehemaliger Bauamtsleiter, mag es sportlich. Und das am liebsten auf dem Wasser. „Ich habe früher in meiner Jugend nie viel mit Sport am Hut gehabt“, erzählt er – schon wieder in Sportkleidung in seinem Auslegerkanu auf dem Goldberger See sitzend. Der Wassersport gehört seit nunmehr 50 Jahren zu seiner Leidenschaft, zu seinem Sport. „Im Anschluss an meine aktive Kanadier-Zeit habe ich mit dem Drachenbootfahren angefangen.“ Bis heute ist er dabei geblieben.

Ein frischer Wind weht, über Goldberg hat sich eine Wolkendecke gelegt. Für Gerd Wüster kein Grund das Trainieren einzustellen. Nur wenn es zu windig ist, dann bleibt er zu Hause. „Der Goldberger See ist bei Wind schon ziemlich tückisch.“ Mitunter auch gefährlich. Wenn Petrus schlechte Laune hat, steigt Gerd Wüster um – auf’s Rennrad oder Rudergerät.

Malaysia, China, Indien, USA, Ungarn... weit rumgekommen ist Gerd Wüster durch seinen Sport ebenfalls. Mit der Paddelei ging es so richtig los in den 1980er Jahren, damals schon zwei Deutsche Jugendmeistertitel im Gepäck. Weitere Pokale und Medaillen folgten. „Mit meinem alten Spezi Uli Eicke habe ich damals meine erste Deutsche Meisterschaft gewonnen“, erzählt Gerd Wüster. An die gemeinsame Zeit mit Uli Eicke – Olympiasieger im Einerkanadier von 1984 – erinnert sich Gerd Wüster gern zurück.

Auch wenn Gerd Wüster Wuppertal damals den Rücken kehrte und beruflich nach Hamburg ging, bleibt er seinem alten Verein, dem „Drag Attack“ aus Wuppertal treu – bis heute. „Drachenbootfahren ist eine Teamsportart.“ Deshalb sitzt er bis heute immer wieder im Drachenboot und tritt bei Wettkämpfen an. „Obwohl ich mit 67 Jahren langsam ein bisschen kürzer treten muss“, sagt er und lächelt. Einige Sportverletzungen lassen auch nicht mehr alles zu. „Beim Skifahren habe ich mir das Knie verletzt, auch die Schulter macht nicht mehr so mit.“ Dennoch mit der Paddelei kann und will er nicht aufhören, plant schon die nächsten Einsätze.

Sein Heimatteam aus Wuppertal setzt damals in den 80er Jahren den Grundstein für die Drachenboot-Szene in Deutschland. Andernorts wie Indien und Malaysia gehört der Sport schon zur Tradition. Gerd Wüster erinnert sich. „Als wir vor Malaysia angetreten sind, das war schon eine unglaubliche Erfahrung für uns. Es war ein Traum.“ Dort angekommen, haben die Einheimischen die Deutschen aber nur schief angeschaut – ihre Boote, ihre Technik. „Zur Überraschung aller haben wir damals das Rennen gewonnen.“

Von Wuppertal über Hamburg ging es dann irgendwann nach der Wende für Gerd Wüster nach Goldberg. „Goldbergs Partnergemeinde Raisdorf hatte eine Ausschreibung veröffentlicht. Darauf habe ich mich beworben und bin so nach Goldberg gekommen.“ Der See ist mittlerweile zu Gerd Wüsters zweitem Wohnzimmer geworden. Täglich, wenn es das Wetter zulässt, wird hier trainiert. Schließlich stehen noch einige Ziele im Raum. Unter anderem auf Hawaii im Auslegerkanu fahren. In diesem Urlaub hat Gerd Wüster sich diesen Wunsch erfüllt. Und schon wieder werden die Sachen gepackt – im September startet der Goldberger beim Rennen in Venedig. Mit einer Handbreit Wasser unterm Kiel.

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