Auf dem Vormarsch : Dem Kiefernspanner auf der Spur

Besonderes Augenmerk liegt in diesem Jahr auf den Kiefern in der Region des Forstamtes Sandhof.
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Besonderes Augenmerk liegt in diesem Jahr auf den Kiefern in der Region des Forstamtes Sandhof.

Frank Zerbe, Forstamtsleiter in Sandhof, legt in diesem Jahr mit seinen Mitarbeitern das Augenmerk auf einen winzigen Schädling.

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19. Januar 2016, 18:00 Uhr

Sie sehen aus wie Erbsen – hellgrün, oval, mit einer kleinen Delle an der Oberseite, sind aber viel kleiner, nur wenige Millimeter groß. Und doch können diese Eier, aus denen später die Raupen des Kiefernspanners schlüpfen, gefährlich sein. Für die Kiefern in Mecklenburg-Vorpommern, im Forstamtsbereich von Frank Zerbe – in den Wäldern rund um Sandhof. Denn der Kiefernspanner ist ein Forstschädling, der derzeit wieder auf dem Vormarsch ist. „2007 haben wir die letzte Bekämpfung des Kiefernspanners in unserer Region gehabt – auf zirka 3000 Hektar Waldfläche“, erläutert Frank Zerbe. „Die Raupen ernähren sich von Kiefernnadeln und richten so einen erheblichen Schaden an“, führt der Forstamtsleiter weiter aus. Bereits im vergangenen Jahr hatte es eine Informationsveranstaltung für Waldbesitzer gemeinsam mit dem Forstamt Sandhof und der Naturschutzbehörde gegeben. Denn in diesem Jahr soll das Monitoring intensiviert werden. „Wir haben immer Probesuchräume, d.h. wir suchen nach den Puppen das ganze Jahr über, nur mit unterschiedlicher Intensität“, erläutert Frank Zerbe. Derzeit sind es acht Suchräume. Das Monitoring gibt Aufschluss darüber, wie hoch die Population ist. 

Im vergangenen Jahr stand vor allem die Eiche im Mittelpunkt bei den Forstleuten. Denn nicht nur die Raupen des Eichenprozessionsspinners bereiteten den Forstwirten Sorge, sondern auch die Eichenfrühjahrsfraßgesellschaften. Auch diese wurden im vergangenen Jahr aus der Luft bekämpft (wir berichteten). „Unsere Maßnahme war in allen Bereichen erfolgreich. Die Eichen sahen hinterher gut aus“, resümiert Frank Zerbe.

Doch Kritik an der Bekämpfung aus der Luft gibt es immer wieder. Um eine  Genehmigung dafür zu erhalten, bedarf es monatelanger Beobachtungen, Kleinstarbeit für die Forstwirte – vor allem im Herbst und Winter. „Die Bekämpfung aus der Luft ist für uns immer die Ultima Ratio, das letzte Mittel, denn auch die Anforderungen an uns steigen ständig“, verdeutlicht der Forstamtsleiter aus Sandhof. So auch beim Kiefernspanner.

Neben dem Falterflug im Frühsommer wird jetzt im Winter verstärkt der Boden abgesucht. Denn die Raupen des Kiefernspanners verpuppen sich im Boden. „Wir machen auch Probefällungen, um nach Eiern und Raupen zu suchen“, erklärt Frank Zerbe. Denn die Weibchen des Kiefernspanners legen die Eier in den Kronen  ab. Wenn die Raupen geschlüpft sind, ernähren sie sich von den Nadeln der Bäume. Dabei können die Raupen erheblichen Schaden anrichten, da der Schadfraß erst im Herbst beginnt, wenn die Knospen für das nächste Jahr voll entwickelt sind. Ein starker Verlust an Nadelmasse oder mehrjährig aufeinander folgender Fraß kann auch zum Absterben der Kiefer führen. „Deshalb  erhöhen wir jetzt die Suchräume von acht auf 33, um vor allem die weiblichen Puppen zu finden. Denn mehr als 2000 Raupen pro Kiefer sind gefährlich.“ Und:  Je mehr Weibchen, umso schlechter für die Kiefer, denn ein Weibchen legt zwischen 100 und 150 Eiern in der Krone  ab.

Mindestens drei, vier Monate Vorlaufzeit brauchen die Forstleute, um gesicherte Ergebnisse liefern zu können. Erst dann kann über mögliche Maßnahmen gesprochen werden.

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