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22. November 2017 | 12:26 Uhr

Plau am See : Debatte um Plauer See geht weiter

vom

Eine Bürgerversammlung sollte Klärung bringen, doch sorgte diese für noch mehr Dikussionsstoff. Die StALU fordert beruhigte Gebiete rund um den Plauer See, um unter anderem den Otter zu schützen.

svz.de von
erstellt am 02.Apr.2013 | 11:01 Uhr

PLAU AM SEE | "Wir brauchen Seebereiche, die beruhigt werden müssen." Bernhard Fiedler vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (StALU WM) berichtete bei der Bürgerversammlung im Plauer Rathaus vom aktuellen Stand der Managementplanung, die dem Plauer See weiterhin eine günstige Beurteilung als Fauna-Flora-Habitat (FFH-Gebiet) sichern soll. "Wir wollen aber nicht die rechtliche Keule schwingen, sondern setzen auf freiwillige Vereinbarungen mit den Nutzern", beruhigte er das Publikum im überfüllten Sitzungssaal.

Der See sei als Biotop eingebettet in das europaweite Netz "Natura 2000", über deren Zustand alle sechs Jahre nach Brüssel berichtet werden müsse. Zwar habe eine Bestandsaufnahme ergeben, dass als eines der Qualitätskriterien die Zahl der Armleuchteralgen gleich geblieben sei und immer noch im günstigen Bereich liege. "Aber die Sichttiefe hat abgenommen." Insofern schramme das Gütesiegel für den See am unteren Ende der Kategorie B entlang. "Erhaltungsmaßnahmen für dieses Kleinod sind zwingend notwendig." Der Managementplan sehe deshalb ein ganzes Bündel von Regelungen für Durchfahrten, Ankern oder Anlanden vor. Touristische Nutzungen, so betonte Fiedler, sollen nicht ausgeschlossen werden. "Aber wir werden sie auf Umweltverträglichkeit prüfen."

Für Fiedlers Kollege Alfons Terhalle ist auch die Eignung des Plauer Sees und seiner Uferzonen als Lebensraum für den Fischotter ein wichtiger Qualitätsindikator. "Wir wollen das FFH-Gebiet so herrichten, dass der Otter in einen guten Zustand kommt." Dessen Wanderungsbewegungen seien derzeit noch stark eingeschränkt, so zum Beispiel zwischen Stadtwald und See. Die Bundesstraße 103 soll dort deshalb unterirdische Durchlässe erhalten.

Aus der Versammlung wurde das Bemühen um den Otter scharf kritisiert. Er werde vorgeschoben, so eine vehement vorgetragene Meinung, um weite See- und Uferbereiche zu sperren und die Bewegungsfreiheit von Menschen einzuschränken. Laut Terhalle ist das StALU allerdings gehalten, bei der Existenz von Otterbeständen geschützte Lebensräume auszuweisen. Viel Häme handelte er sich ein, als er einräumte, die Zahl der Otter nicht beziffern zu können. "Sie schützen einen Tierbestand, den andere zählen", schimpfte ein Bürger. Terhalle und Fiedler aber betonten, dass die im Managementplan ausgewiesenen Schutzbereiche keine Otterschutzflächen seien. Das StALU will zu weiteren Informationsveranstaltungen einladen.

Der Landtagsabgeordnete Wolfgang Waldmüller (CDU) äußerte die Befürchtung, dass eine konsequente Umsetzung aller vom StALU geplanten Maßnahmen erhebliche Nutzungs einschränkungen zur Folge haben könnten. "Wir sind selbst in der Lage, den Status des Plauer Sees zu schützen."

Die Plauer Christdemokraten wollen alle Kräfte zum Schutz des Plauer Sees bündeln. Vereine, Institutionen und Einzelpersonen sind deshalb eingeladen, sich beim Ortsvorsitzenden Horst Frommer zu melden unter der Nummer 0172-5230583 oder per E-Mail an horst-frommer@gmx.de.

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