zur Navigation springen
Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

20. November 2017 | 14:58 Uhr

Goldberg : Debatte um Landesplanung entfacht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Eingezeichneter Korridor für eine Stromtrasse quer durch Goldberg lässt Kommunalpolitiker aufhören

von
erstellt am 22.Aug.2014 | 21:00 Uhr

In der kommenden Woche werden sich die Mitglieder des Goldberger Fachausschusses für Bau, Liegenschaften, Stadtentwicklung und Wirtschaft treffen. In der Sitzung am Dienstag, 26. August, um 19 Uhr im Versammlungsraum des Verwaltungsgebäudes in der Raiffeisenstraße 4 in Goldberg sollen die Kommunalpolitiker und sachkundigen Einwohner auch über den Entwurf zur Fortschreibung des Landesraumentwicklungsprogramms MV (LEP) diskutieren. Grund: Die Frist zur Abgabe von Stellungnahmen hat sich bis auf den 30. September verlängert.

In der jetzigen Woche haben sich die Bauausschussmitglieder mit dem Entwurf zur Fortschreibung des LEP beschäftigen müssen. Beim Durchblättern des 80 Seiten umfassenden Entwurfs ist Dieter Langer eine Karte von Mecklenburg-Vorpommern aufgefallen. In dieser ist ein grau-schraffierter Korridor eingezeichnet. „So wie es hier aussieht, planen die eine Stromtrasse von Güstrow beginnend nach Sachsen-Anhalt quer durch Goldberg verlaufend. Die Trasse soll zwischen den beiden Seen, Goldberger und Dobbertiner See, verlaufen“, erzählt der Goldberger Kommunalpolitiker gegenüber SVZ.

Steffen Wehner, Pressesprecher im Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung MV erklärt: „Ich glaube, hier liegt ein Missverständnis vor. Womit sich die Goldberger jetzt beschäftigen sollen und auch noch Stellung beziehen können, ist zum LEP, Landesraumentwicklungsprogramm. Das darf nicht mit dem NEP, Netzentwicklungsplan verwechselt werden.“ Des Weiteren erläutert Steffen Wehner, warum in dieser Karte ein Korridor für eine Stromtrasse eingezeichnet wurde. „Wir haben gesagt, dass wir uns für eine mögliche Stromtrasse, eine Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung, kurz HGÜ, einen Korridor vorbehalten und haben diesen bereits ins LEP übernommen. Das heißt nicht, dass es wirklich zum Bau einer Trasse kommt. Denn die HGÜ ist noch weit entfernt von einer Planfeststellung“, verdeutlicht Steffen Wehner.

Dennoch sind einige Goldberger hellhörig geworden. So auch Ralf Koch, Naturschutzexperte, Mitarbeiter im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide und Mitglied in der Goldberger Stadtvertretung sowie im Bauausschuss. „Eine solche Stromtrasse hat mehrere Seiten. Zum einen würde sie den Standort Goldberg noch weniger interessant machen für Touristen. Zum anderen liegt Goldberg wie auch Dobbertin im europäischen Vogelschutzgebiet. Wir haben hier große Schlafplätze von heimischen und nordischen Gänsen, die würden gestört werden und womöglich verschwinden“, so Ralf Koch. Doch nicht nur um Vogelarten macht sich der Naturschutzexperte Sorgen, sondern generell um die landschaftlich schöne Region. „In solchen Gegenden wie unserer sollte wirklich über eine Erdverkabelung gesprochen werden.“

Pressesprecher Steffen Wehner besänftigt. „Noch ist nichts entschieden. Zunächst sollen sich alle beteiligten Kommunen mit dem ersten Entwurf beschäftigen. In einem Jahr bekommen sie den zweiten vorgelegt. Vielleicht ist der Netzentwicklungsplan dann auch schon soweit und wir wissen mehr. Die eingezeichnete Trasse ist reiner Vorsorgegedanke“, so Steffen Wehner abschließend.

Die Sitzung des Bauauschusses in der kommenden Woche ist öffentlich. Wer sich zur Fortschreibung des Landesraumentwicklungsprogramms informieren möchte, kann dies auf der Internetseite des Energieministeriums, dort ist die Fortschreibung verlinkt.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen