Politische Aufklärung : DDR öfter schon unbekannt

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Bus des Landesprojektes „Demokratie auf Achse“ stoppte zum dritten Mal in Lübz.

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02. Juni 2017, 19:00 Uhr

„Demokratie auf Achse“ lautet der Name eines Projektes der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) in Kooperation mit der Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. „Auf Achse“ deshalb, weil dafür ein Bus genutzt wird. Mit ihm stehen die Ansprechpartner Nina Ramid und Carsten Socke sowie der ihre Arbeit unterstützende Fahrer Tom Meier von März bis Oktober an zwei bis drei Tagen in der Woche auf zentralen Plätzen eines Ortes und sind darüber hinaus ganzjährig unter anderem an Schulen zu Gast – in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Am Donnerstag stand der Bus nach ein paar Jahren Pause mal wieder auf dem Lübzer Marktplatz. Und wie ist das allgemeine Interesse? „Das kann man nicht so einfach beantworten“, sagt Carsten Socke. „Manchmal stehen die Leute Schlange, manchmal kommt so gut wie niemand. Gedrängelt wurde auch in Lübz nicht, aber es kamen immer wieder Interessenten. Zu ihnen gehörte unter anderem Grit Koch, die bei der Kirche als Gemeindepädagogin und außerdem für ein paar Stunden als Lehrerin unter anderem im Bereich Leseförderung an der Grundschule arbeitet. Von dem im Bus bereitgehaltenen Angebot zeigte sie sich begeistert: „Es ist sehr schön, hier auch Material für meine Arbeit zu bekommen. Ich habe viel gefunden.“

Das Thema Stasi ist in der Einrichtung zwar nur eines von vielen Themen – schließlich geht es um Demokratie in allen Variationen – doch wenn der Bus in einem Ort hält, werde er in der Regel gezielt von schon etwas älteren Menschen angesteuert, die Hilfe beim Ausfüllen des Antrages auf Einsichtnahme in die Stasi-Unterlagen suchen. Hat das Interesse nachgelassen? „Ganz klar nein“, sagt Nina Ramid. „Begründet liegt dies vor allem auch darin, dass sich die Verfassung vieler Antragsteller wegen der schon vergangenen Zeit verbessert hat.“ Eine möglicherweise aus den Akten gewonnene böse Überraschung würde sie jetzt nicht mehr umhauen. Anlass dafür, den Antrag zu stellen, sei in der Regel, Unsicherheit zu beseitigen und endlich Gewissheit zu haben.

Unabhängig vom Thema Stasi stellt die Mannschaft vom Demokratie-Bus immer wieder fest, dass einige Schüler vor dem Besuch aus Schwerin nichts anderes über die DDR gehört haben. Auch Carsten Socke findet dies merkwürdig: „Ein Problem ist, dass das Thema erst in der zehnten Klasse auf dem Lehrplan steht.“

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