SVZ hilft Ex-Schlossherr Michael Beck : Daschows Gemäldezyklus wieder aufgetaucht

Zwei Jahre lang war er verschwunden: Der Gemäldezyklus von Schloss Daschow ist wieder aufgetaucht. Besitzer Michael Beck muss dennoch auf seine Bilder warten.
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Zwei Jahre lang war er verschwunden: Der Gemäldezyklus von Schloss Daschow ist wieder aufgetaucht. Besitzer Michael Beck muss dennoch auf seine Bilder warten.

Zwei Jahre lang galten sie als verschollen, jetzt sind die vier Bilder des Daschower Gemäldezykluses "Jahreszeiten" wieder aufgetaucht. Nach dem SVZ-Bericht erhält Ex-Schlossherr Michael Beck seine Bilder zurück.

svz.de von
16. Juli 2012, 08:55 Uhr

Daschow | Zwei Jahre lang galten sie als verschollen, jetzt sind die vier Bilder des Daschower Gemäldezykluses "Jahreszeiten" wieder aufgetaucht. Die Werke mit den Titeln "Frühling", "Sommer", "Herbst" und "Winter" gehören dem ehemaligen Betreiber des Schlosshotels Michael Beck. Doch seitdem dieser vor drei Jahren das Schloss nach einer gerichtlichen Anordnung zwangsräumen musste, fehlte von den Bildern jede Spur. Bis jetzt. "Sie sind bei einer Spedition wieder aufgetaucht", verkündet Beck. Nach einem Bericht in der Schweriner Volkszeitung habe sich die Bilderreihe urplötzlich wieder angefunden. Wo die Gemälde aber seit Januar 2009 waren, darüber gebe es keine Informationen, sagt Beck. Sie seien plötzlich wieder aufgetaucht - bei der Firma, die damals die Räumung des Schlosses und seiner Privatwohnung vollstreckt habe. Das habe ihm die zuständige Gerichtsvollzieherin in Parchim mitgeteilt.

Rückblick: Michael Beck hatte das Daschower Schloss 2002 als GmbH von seiner Hausbank mit einer Kreditforderung von einer Million Mark übernommen. Die Bank jedoch verkaufte 2005 den Kredit an einen so genannten Hedge Fond. Statt einer gütigen Einigung und dem Rückkauf des Schlosses folgte dann der Verkauf an einen weiteren Investor im Zuge einer Versteigerung. Im Januar 2009 teilte das Parchimer Amtsgericht dem bisherigen Hotelbetreiber Beck die Zwangsräumung mit. Bei dieser konnte Beck damals krankheitsbedingt selbst nicht anwesend sein. Ein Fehlen mit Folgen. Denn der Tag der Räumung war auch der Tag, an dem die Gemäldereihe spurlos verschwand.

Michael Beck kämpfte um die Bilder - ohne Erfolg. "Nach dem Zeitungsartikel tauchten die Bilder plötzlich wieder auf", sagt Beck. Doch bekommen hat er sie trotzdem nicht. Die Gerichte mussten die Eigentumsverhältnisse klären - ein Jahr lang.

Jetzt haben das Amtsgericht Parchim und das Landgericht Schwerin entscheiden: Die Bilder gehören Michael Beck. In seinem Besitz sind sie dennoch nicht. "Die Gemälde befinden sich noch in Händen der Spedition", sagt Michael Beck. Der Grund: Beck soll erst die Lagerungsgebühren in Höhe von 291 Euro zahlen. Erst dann bekomme er die Bilder ausgehändigt. Eine Forderung, die Beck sprachlos macht. "Ich habe die Lagerung weder verursacht noch veranlasst. Ich wusste doch selbst zwei Jahre nicht, wo die Bilder sind. Und jetzt soll ich für die Kosten aufkommen? Das zahl ich auf keinen Fall", sagt er empört. Er hat Widerspruch gegen die Forderung eingelegt, wartet derzeit auf eine Entscheidung vom Gericht. "Ich bin traurig, entsetzt und fühle mich total wehrlos", sagt Beck. Aufgeben will er deshalb dennoch nicht: Er hat die Angelegenheit einem Schweriner Anwalt übergeben. Er soll recherchieren, warum der Verbleib der Bilder bei der Schloss-Zwangsräumung nicht protokolliert worden ist und ob ein Amtsfehler vorliegt. "Ich kann nur hoffen, dass man die Sache weiter vorantreibt", sagt Michael Beck.

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