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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

24. November 2017 | 04:58 Uhr

Kommunalpolitik : Das nächste Problem rollt an

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Eine mögliche Erhöhung der Kreisumlage könnte Spar-Erfolge der Dobbertiner Gemeinde wieder zunichte machen.

Viel zu beschließen hatten die Dobbertiner Gemeindevertreter bei ihrer jüngsten Sitzung am Dienstagabend nicht. Doch Bürgermeister Dirk Mittelstädt hatte einige neue Informationen mitgebracht  – auf moderner Technik mit Tablet und Beamer. Und das, was er an die Wand warf, konnte sich sehen lassen. Es war die finanzielle Entwicklung der Gemeinde Dobbertin – von 2012 bis 2014/15. Die Zahlen sprechen für sich. Denn  das Modellprojekt „Dorf im Dorf“, das der Bürgermeister bei einer Regionalkonferenz in Hamburg „Wohnen mit Zukunft“ gestern erst vorstellte (wir berichteten), trägt bereits die ersten Früchte. Nach vielen Jahren eines negativen Saldos, konnte die Gemeinde 2014 einen positiven Saldo aufweisen. „In 2015 sind wir dann wieder leicht reingerutscht“, erklärt Dirk Mittelstädt. Nicht nur „Dorf im Dorf“, sondern auch andere Maßnahmen, den kommunalen Haushalt zu konsolidieren, greifen jetzt. „Wir haben viel auferlegt bekommen. Und einiges haben wir in den vergangenen Jahren gut umsetzen können“, erläutert Dirk Mittelstädt.

Mit der Lupe, ganz akribisch waren die Kommunalpolitiker vorgegangen, um noch mehr einsparen zu können. Denn 2012 waren die Pflichtaufgaben – wie die Kreisumlage – viel höher als die Einnahmen; der Gemeinde blieb kaum etwas. Noch heute schauen sie gemeinsam, an welcher Stelle noch gespart werden kann. „Mit der Turnhalle haben wir es damals ein wenig zu locker genommen. Da konnte jeder rein, jetzt dürfen nur noch Leute mit Schlüssel rein.“ Und das zeigt sich auch an den Zahlen. Denn 77 Prozent der Ausgaben für die Turnhalle bekommt die Gemeinde durch Nutzung wieder rein. Auch beim Personal, bei den kommunalen Gebäuden wurde der Rotstift angesetzt. Die Krugscheune wurde gänzlich leergeräumt und vermietet. Auch das trägt Früchte. Doch Dirk Mittelstädt sieht das nächste Problem auf seine Gemeinde zurollen. „Die Kreisumlage soll um 0,9 Prozent angehoben werden. Allein für Dobbertin sind das 7500 Euro mehr an Ausgaben. Die Einnahmen durch die Vermietung der Krugscheune sind dann schon wieder hinüber.“

Auch in den kommenden Jahren wollen die Dobbertiner weiter an einem Strang ziehen und weiter sparen. Darauf haben sie sich auch verständigt. Eine weitere Einnahmequelle ist die Verpachtung von landwirtschaftlichen Flächen. Alle drei Jahre muss der Pachtzins neu festgesetzt werden. Das stand nun auch in Dobbertin auf der Agenda. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) hatte die Verwaltung ebenfalls darauf hingewiesen. Ab 1. Januar 2016 gilt ein neuer Pachtzins auch in Dobbertin: Für Ackerland werden 165 Euro und für Grünland 85 Euro erhoben. Neben einigen anderen Stellschrauben, die die Gemeinde hat, um  den Haushalt zu konsolidieren, müssen sie dennoch auf den Kreistag hoffen.  Denn auch dieses Gremium wird sich mit der Kreisumlage beschäftigen.

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