Kultur : Chorraum vorm Sanierungsstart

Angetreten zur Spendenübergabe: Stephan Neitzel, Rüdiger Hoppenhöft, Dr. Axel Tohtz, Joachim Ziegler und Pastor Stephan Poppe (v.l.). Fotos: Wolfram Hennies
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Angetreten zur Spendenübergabe: Stephan Neitzel, Rüdiger Hoppenhöft, Dr. Axel Tohtz, Joachim Ziegler und Pastor Stephan Poppe (v.l.). Fotos: Wolfram Hennies

Marienkirche Plau am See: 135 000 Euro für nächsten Bauabschnitt stehen Dank großzügiger Spende der Sparkasse Parchim-Lübz bereit

svz.de von
07. Juni 2016, 12:00 Uhr

Eine gute Nachricht für alle, die sich um die Plauer Kirche bemühen: Die Restaurierung des Chorinnenraumes kann beginnen. Am 1. Juni übergab Joachim Ziegler, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Parchim-Lübz, dem Förderverein der Plauer Marienkirche einen Zuwendungsbescheid der Ostdeutschen Sparkassenstiftung für restaurative Arbeiten bei der Chorinnensanierung der Plauer Marienkirche. „Wir als Sparkasse sind generell der Stadt Plau am See verbunden und haben uns auch schon in der Vergangenheit hier engagiert, weshalb wir zu den 80 Prozent des Stiftungsgeldes die 20 Prozent Eigenanteil übernommen haben“, so Ziegler.

Dr. Axel Tohtz, Vorsitzender des 242 Mitglieder zählenden Fördervereins, dankte herzlich: „Damit haben wir nicht gerechnet. Der Förderverein hat in den letzten Jahren 98  000 Euro Mitgliedsbeiträge und Spenden eingeworben. Außerdem haben wir 19 Stiftungen und Banken angeschrieben und um Unterstützung bei unserem Vorhaben gebeten. Wir erhielten acht positive Antworten mit Zuwendungen zwischen 300 und 15  000 Euro. Durch Ihre Zuwendung kann die 135  000 Euro teure Restaurierung nun am 20. Juni starten.“

Den Restauratoren und Handwerkern stehen viele Arbeiten bevor: An der Decke sind die Holzoberflächen zu reinigen, Malerei und Fehlstellen müssen restauriert und ergänzt werden, trockene Reinigung aller Putz-und Backsteinflächen, Entfernen des nitratbelasteten Putzes, Ergänzen der Putzfehlflächen im Sockelbereich, Konservieren der pulverisierten Malschichtoberflächen, Ergänzen von Farbfehlflächen innerhalb der vorhandenen Malerei, Rekonstruktion von Malerei in Wandbereichen mit Fassungsverlust müssen repariert werden. Der Fliesenfußboden muss stellenweise angehoben und neu verlegt werden.

Pfarrer Stephan Poppe erläuterte im Beisein von Marina Raddatz von der Sparkasse Parchim-Lübz, dem Plauer Sparkassen-Geschäftsstellenleiter Stephan Neitzel und von Fördervereins-Schatzmeister Rüdiger Hoppenhöft das Ergebnis der restauratorischen Voruntersuchungen: „Je nach Zustand müssen die Wandflächen gereinigt, nachgemalt und neu ausgemalt werden. Die technischen Erneuerungen sind nicht Teil der anstehenden Arbeiten.“ Poppe machte klar: „Bis zur Heizperiode im Oktober müssen wir wegen der Farbtrocknung fertig sein.“

Der jetzige Innenraumeindruck ist einer zwischen 1877 und 1879 erfolgten umfassenden Restaurierung der Plauer Stadtkirche zu verdanken, bei welcher der Chor mit hölzerner Flachdecke fast vollständig neu errichtet wurde. Im Innern wurde der Wandaufriss des Chores durch den Wechsel von flachem Blendsystem und ergänzenden Malereien plastisch strukturiert, die Sockelzone und strukturelle Glieder mit reguliertem Ziegelmuster versehen, die Wandflächen hell gestrichen. Die Fensterzwischenräume wurden damals mit gemalten Bögen und Friesen überbrückt, unterhalb der Deckenträger linsenartige Wandstreifen angebracht, die östlichen Wandzonen auf allen Seiten durch je vier spitzbogige Blendnischen gegliedert, die Binnenflächen mit gemalten, zweibahnigen Maßwerkfenstern sowie Rosetten im Zwickel und Sockel gestaltet. Wie er vor rund 140 Jahren einmal aussah, so wird sich der Chorinnenraum zum Herbst nach den abgeschlossenen Arbeiten dann den Kirchenbesuchern präsentieren.

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