Busbrände: Noch kein Geständnis

5. Januar 2012: In Parchim brannten acht  Busse
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5. Januar 2012: In Parchim brannten acht Busse

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27. September 2012, 07:13 Uhr

Plau am See/ Schwerin | Die Busbrände in der Region Plau und Parchim in den Jahren 2011 und 2012 finden jetzt ihre juristische Aufarbeitung. Der gestrige Auftakt eines Prozesses am Landgericht Schwerin stößt besonders in unserer Region auf reges Interesse. Es geht immerhin um die Brände in zwei Reisebusunternehmen in Plau und Parchim, bei dem insgesamt 24 Busse in den Jahren 2011 und 2012 verbrannten. Der Gesamtschaden wird auf knapp drei Millionen Euro geschätzt. Angeklagt wegen Brandstiftung und Anstiftung zum Brand ist der Mitinhaber des Reisebusunternehmens Maaß in Plau Michael M. (40) und sein mutmaßlicher Komplize Daniel S. (27). Gegen weitere Personen, so Staatsanwalt Thomas Bardenhagen, laufen noch die Ermittlungen. Die Plätze im Saal 18 des Landgerichts reichten gerade so aus, viele Medienvertreter und Zuschauer wollten dieses gerichtliche Procedere live miterleben. Unter ihnen auch einige Busfahrer. "Das Thema interessiert uns sehr, zumal wir seinerzeit alle in Angst und Schrecken lebten, denn man fragt sich, wann brennen unsere Busse", hieß es. Frank Kröger vom gleichnamigen Busbetrieb in Neustadt-Glewe: "Es gilt ja die Unschuldsvermutung und wenn feststeht, wer es war, dann soll die Strafe entsprechend ausfallen." Auch die Kollegen des Parchimer Reisedienstes hatten schlaflose Nächte in dieser Zeit. "Wenn der Mitinhaber M. schuldig gesprochen werden sollte, dann erwarten wir eine gerechte Strafe. Schließlich hat er uns und der gesamten Branche keinen guten Dienst erwiesen", so Frank Stockhaus von der Parchimer Reisedienst GmbH. In der Folge hat die Firma viel investiert in neue, bessere Videotechnik und in den Bau von Brandmauern.

Zum gestrigen Prozessauftakt schwieg Daniel S., während Michael M. die Vorwürfe in Sachen Steuerhinterziehung ein Teilgeständnis ablegte. Bis auf eine ihm zur Last gelegene Urkundenfälschung gab er alles zu. Immerhin geht es in diesem Fall um rund 282 000 Euro, die er erschlichen haben soll. "Damit wollte ich über den Winter kommen", sagte er. Zum "Horrorjahr 2012", wie Michael M. es nannte, dem Jahr der Busbrände, hat er sich nicht geäußert, da seine Hauptanwälte, darunter Peter-Michael Diestel, nicht anwesend waren. Sein mutmaßlicher Komplize Daniel S. machte zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen keine Aussagen, außer dass er seit etwa acht Jahren auf 165 Euro-Basis in dem Busbetrieb beschäftigt war. Weitere Aufklärungen erwarten Gericht und Zuschauer vom nächsten Prozesstag am 9. Oktober.

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