Plau am See : Burgsanierung: Nun rollt der Rubel

Nachdem der Fördermittelbescheid überreicht war, nahm Minister Harry Glawe (M.) die Burgbaustelle in Augenschein.
Nachdem der Fördermittelbescheid überreicht war, nahm Minister Harry Glawe (M.) die Burgbaustelle in Augenschein.

Wirtschaftsminister übergibt Fördermittelbescheid in Plau am See. Land übernimmt mit 3,6 Millionen 90 Prozent der Investitionskosten

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21. September 2017, 21:00 Uhr

Einst war die Plauer Burg südlichste und bedeutendste Festung Mecklenburgs. Herzog Heinrich V. hatte das einstige Schloss ausbauen lassen, um Raubritter abzuwehren. Vor allem die aus dem nahen Brandenburg. Die Zeiten haben sich grundlegend geändert – heute sind die „Eroberer“ nicht mit Schwert und Lanze, sondern mit Fotoapparaten bewaffnet, kommen zum Feiern oder erleben Geschichte im Burgmuseum. Die Burg ist kulturhistorisches Kleinod und Touristenmagnet. Und in den wird in den kommenden zwei Jahren umfangreich investiert.

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU), der im Sommer 2016 anlässlich der Einweihung des Marktbrunnens bereits die Finanzzusage seitens des Landes gegeben hatte, kam jetzt mit dem Fördermittelbescheid nach Plau am See. Der umfasst 2,18 Millionen Euro für Sanierung/Umbau des Burghauses, weitere 1,09 Millionen Euro für die Gestaltung der Außenanlagen in Anlehnung an historische Überlieferungen , sowie 188  000 Euro für ein barrierefreies öffentliches WC.

„Das Land fördert das Plauer Vorhaben damit zu 90 Prozent“, betonte Glawe bei der Übergabe vor Ort. Eine so hohe Förderung (der Stadt selbst bleibt ein Eigenanteil von 400  000 Euro) sei nicht unbedingt selbstverständlich, so der Minister: „In diesem Fall aber war einfach das Konzept überzeugend und hat unsere Fachabteilung begeistert.“ Ohnehin habe sich die Stadt toll entwickelt. Glawe hob die Städtebauförderung hervor, die in Plau ihre Wirkung gezeigt habe, die Strandstraße, die Metow… „Der Standort Plau hat Perspektive“, so Glawe.

Nachdem die Burgscheune, die das Museum beherbergt, bereits mit Leader-Mitteln saniert werden konnte, liegt auch der Sanierungsstart am Burghaus inzwischen ein knappes halbes Jahr zurück. Die Stadt hatte die Genehmigung zum vorzeitigen Baubeginn erhalten und war in Vorleistung gegangen. Touristischer Parkplatz und Toilette werden deshalb auch schon in diesem Jahr fertig. Burghaus und Außenanlagen sollen im Frühjahr 2019 freigegeben werden. Dann werden hier im Parterre die Tourist Info GmbH und die Stadtbibliothek ihren Sitz haben. Im Obergeschoss hingegen sind Veranstaltungsräume vorgesehen.

Und damit steht die generelle Nutzung der Burg, die das Verbindungselement zwischen Plauer Innenstadt und Metow ist. Ziel sei es, hier künftig noch mehr kulturelle Veranstaltungen zu etablieren. Plaus Bürgermeister Norbert Reier sagte dies auch vor dem Hintergrund der in diesem Sommer erstmals gesunkenen Touristenzahlen und dem wichtigen Bemühen um mehr wetterunabhängige Angebote – für die Touristen und natürlich auch für die Plauer.

Reier, der die Stadtvertretung hinter dem Millionenprojekt weiß und mit der Tourist Info ein langfristiges Nutzungskonzept auf den Weg bringen will, sprach Wirtschaftsminister Glawe den Dank der Stadt für die großzügige Unterstützung und den Mitarbeitern seines Hauses für die Hilfe bei der Antragstellung aus. Als Bindeglied zwischen Stadt und geldgebendem Ministerium hatte sich indes CDU-Landtagsabgeordneter Wolfgang Waldmüller für das Burgprojekt stark gemacht. „Jedes Mal, wenn wir über mögliche Förderungen sprachen, sagte er zu mir ,Harry, vergiss mir Plau nicht’“, gab Glawe in Plau zum besten. Waldmüller freute die Anerkennung, aber er gab das Kompliment gern auch weiter: „Und Herr Reier hat außerhalb jeder Parteienpolitik den Kontakt zum Ministerium gesucht.“ So funktioniere Zusammenarbeit, könne für die Region etwas erreicht werden.

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