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Punktrichter, Bullen, Sensationen: Wenn dicke Models siegen : Bulle Lemgo ist "Mister Karow 2012"

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Das war schon eine ganz besondere Vorstellung im Ring: Schick herausgeputzt und am Nasenring geführt, wurden die strammen, männlichen Models vorgestellt. Sie ließen die Herzen des Fachpublikums höher schlagen.

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erstellt am 06.Apr.2012 | 06:46 Uhr

Karow | Das war schon eine ganz besondere Vorstellung im Ring: Schick herausgeputzt und am Nasenring geführt, wurden die strammen, männlichen Models vorgestellt. Sie ließen die Herzen des zahlreichen Fachpublikums höher schlagen - die Fleischrindbullen von acht verschiedenen Rassen, darunter Aubrac, Charolais, Fleckvieh und Uckermarker. Erstmals wurden Bullen der Rasse Weisblaue Belgier, die besonders starke Muskelmasse haben, vorgestellt. Über 60 massige Bullen wurden angepriesen vom Auktionator Axel Rüß. In gekonnter Weise, mit starkem Stimmen- und Gestikeinsatz sowie flotten Sprüchen versuchte er, die Tiere meistbietend zu versteigern.

Zuvor waren die Tiere am Vormittag bei einer Vorstellung vom Preisrichter Claus Henningsen vom Schleswig-Holsteinischen Zuchtverband bewertet und prämiert worden. Dabei standen der Fleischansatz, die Rassemerkmale sowie der Bewegungsapparat im Mittelpunkt der Bewertung. Schließlich soll das Tier für viele rassetypische Nachkommen sorgen.

Die höchstmögliche Bewertung waren neun Punkte für die drei zu bewertenden Merkmale. Ein sehr großer Teil der vorgestellten Bullen, es sind über 90 Prozent, trägt unter anderen den Buchstaben P im Katalog. "Dieses P steht für hornlos", erklärt Martina Genkel von der Rinderzucht GmbH in Karow. Dass die Bullen keine Hörner mehr tragen ist ein rein züchterischer Erfolg und dient zugleich mehreren Aspekten. "Zum einen ist die Verletzungsgefahr der Tiere untereinander und zum anderen auch gegenüber dem Züchter durch das Horn nicht mehr gegeben", meint Genkel. Vor allem ist die Züchtung der hornlosen Art die deutlich bessere Variante, als die nachträgliche Entfernung des Horns.

Durch den Katalog können sich die Züchter ausführlich über die Tiere vorinformieren, erfahren etwas über die Eltern und Großeltern der Bullen und können so die Linie verfolgen. Bereits einen Tag zuvor fand die Körung der Bullen statt. Dabei wurden die Tiere bewertet und die Einstufung im Zuchtbuch vorgenommen. Gerade durch diese Rahmenveranstaltungen haben die potenziellen Kaufinteressen die Möglichkeit, sich einen umfassenden Überblick über das Tierangebot zu verschaffen und können die Bullen auch bei ihren Bewegungen erleben. Gerade hierbei ergeben sich für den Käufer die besten Vergleiche der einzelnen Tiere und er kann seine Vorauswahl für die Versteigerung treffen.

Dreimal die acht Punkte erhielt unter anderem der Bulle Lemgo der Rasse Fleckvieh in Fleischnutzung des Züchters Hartmut Münch aus Laage. Da er zugleich als bestes Tier aller Rassen geehrt wurde, darf er sich nun mit dem Titel "Mister Karow 2012" schmücken, natürlich war auch dieses Tier ohne Horn. Bei der Versteigerung an Nachmittag startete das Angebot für "Mister Karow 2012" bei 1800 Euro und endete bei 3800 Euro.

Auktionator Rüß verstand es ausgezeichnet, mit Sachkenntnis, einer Prise Witz und Humor sowie redegewaltig gute bis sehr gute Gebote zu erzielen. Mitunter überschlugen sich die Gebote, doch mit Unterstützung seiner Helfer am Ring behielt er stets den Überblick. Die Startnummer 22, ein Limousin Rind aus Hohenzieritz, erzielte stolze 5600 Euro. Ein Spitzenwert. "Insgesamt lagen die Gebote im Durchschnitt höher als im Vorjahr", meinte auch Genkel. Das spricht zum einen für die guten züchterischen Erfolge und des guten Tierangebots , zum anderen für die Bereitschaft, für gute Bullen auch gutes Geld zu zahlen. Eine nette Geste vor den Osterfeiertagen: Jeder, der einen Bullen ersteigerte, erhielt neben einem flüssigen Präsent einen großen Osterhasen.

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