Gesundheitswesen in Lübz : „Bürokratie ist explodiert“

Keine Kette zum Schmücken der Praxis: Johanna Dietrich (l.) und Regina Grälert, Arzthelferinnen bei Dr. Nils Herling in Lübz, mit aneinandergehefteten Formularen, von denen sie heutzutage mehr als jemals zuvor ausfüllen müssen – hier nur ein Teil. Ständig wachsende Bürokratie, wo die Umbenennung von Berufen mitziehen soll: Arzthelferinnen gibt es nicht mehr. Sie heißen jetzt „Medizinische Fachangestellte. Fotos: Ilja Baatz
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Keine Kette zum Schmücken der Praxis: Johanna Dietrich (l.) und Regina Grälert, Arzthelferinnen bei Dr. Nils Herling in Lübz, mit aneinandergehefteten Formularen, von denen sie heutzutage mehr als jemals zuvor ausfüllen müssen – hier nur ein Teil. Ständig wachsende Bürokratie, wo die Umbenennung von Berufen mitziehen soll: Arzthelferinnen gibt es nicht mehr. Sie heißen jetzt „Medizinische Fachangestellte. Fotos: Ilja Baatz

Dr. Nils Herling aus Lübz im offenen Gespräch mit der SVZ: Auch er hat das Gefühl, von der Politik allein gelassen zu sein. Die bestehenden Krankenversicherungssysteme hält er nicht durchweg für schlecht, aber reformbedürftig.

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05. Februar 2018, 21:00 Uhr

Dr. Nils Herling ist Arzt aus tiefster Überzeugung. Angesichts der Vorbilder seit frühester Kindheit kein Wunder: Sein Vater war viele Jahre medizinischer Direktor des ehemaligen Lübzer Krankenhauses, seine Mutter Ärztin in der benachbarten Poli-Klinik. Nach Meinung des niedergelassenen Internisten liegen mittlerweile jedoch nicht nur die genannten Einrichtungen, sondern auch generell betrachtet große Bereiche der medizinischen Versorgung in Trümmern – regional wie überregional.

2006 ist er einer von tausenden Kollegen, die in Berlin gegen sich nach ihrer Meinung schon damals abzeichnende Missstände im Gesundheitswesen demonstrieren. Die Proteste setzten sich bundesweit fort. Obwohl vieles damals kritisch ins Licht Gerückte Wirklichkeit geworden ist – besonders der Ärztemangel ist in aller Munde – fühlt sich der Internist von den Entscheidungsträgern allein gelassen: „Die Politik, die die Weichen schon längst hätte richtig stellen müssen, hat unsere Argumente ignoriert, ist nicht auf unsere Kritik eingegangen. Deshalb kämpfen wir heute besonders auf lokaler Ebene mit riesigen Problemen.“

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