zur Navigation springen
Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

18. November 2017 | 00:21 Uhr

Ganzlin : Bürgermeister-Trio beschließt Fusion

vom

Buchberg, Ganzlin und Wendisch Priborn wollen in Zukunft gemeinsame Sache machen: Die Fusion der Gemeinden ist beschlossen. In den Bereichen Landwirtschaft und Bildung gab es bereits eine Zusammenarbeit.

svz.de von
erstellt am 10.Jun.2013 | 07:07 Uhr

Ganzlin | Zu einer für das Territorium bedeutsamen Versammlung waren die Gemeindevertreter von Buchberg, Ganzlin und Wendisch Priborn zusammengekommen: Sie unterzeichneten den Fusionsvertrag zur Gemeinde Ganzlin, der zum Jahreswechsel in Kraft tritt. Paul Schulz, seit 1991 Bürgermeister in der Gemeinde Buchberg, betonte: "Mit der Fusion wollen wir den Weg frei machen für eine positive Entwicklung aller Ortsteile." In den Gemeindevertretungen war der Vertrag diskutiert, das Wenn und Aber abgewogen worden. "Mehrheitlich begrüßen die Bürger den Zusammenschluss." Am Beispiel der Kita Ganzlin zeige sich, dass es einer großen Gemeinde, die künftig rund 1500 Einwohner haben wird, leichter fällt, eine solche Einrichtung zu erhalten. Schulz forderte alle Bürger auf, an der Umsetzung der Beschlüsse mitzuwirken.

Jochen Koch, seit 1990 Bürgermeister in der Gemeinde Ganzlin, erinnerte, dass alle drei Gemeinden schon in der DDR historisch durch Landwirtschaft und Bildung zusammengewachsen waren. Er richtete einen dringenden Appell an alle: "Werfen Sie den Egoismus in die Hölle und pflegen Sie das Miteinander. Wir haben genügend kluge Menschen, die ihre Kraft einsetzen werden." Er wandte sich gegen den "Bürokratieschimmel", denn: "Wer findet Lust daran zu arbeiten, wenn er gegängelt wird." Koch wünschte sich, "dass alle mit Freude mitarbeiten, denn das Miteinander ist die entscheidende Kraft." Klaus Fengler, seit 2006 Bürgermeister in Wendisch Priborn, stellte fest, dass schon "seit 2009 auf den heutigen Tag hingearbeitet" wurde. Er betonte: "Mit der Fusion gehen wir keine neuen Wege, Karow hat es mit der Stadt Plau am See vorgemacht. Unsere Dörfer werden immer bleiben. Es liegt an uns, wie wir die Zukunft unserer Orte lebendig gestalten." Fengler forderte mehr Eigeninitiative in den Ortsteilen der neuen Gemeinde: "Es muss sich etwas in den Dörfern bewegen." Wenn ein Ort eine Veranstaltung organisiert, muss diese von der gesamten Gemeinde genutzt werden. Potenziale sind genug vorhanden. Fengler bezeichnete Wangelin als "Künstlerdorf", Ganzlin als "Sportdorf" und Wendisch Priborn als "Kulturdorf": "Gemeinsames Bemühen ist das, was uns alle belebt."

Die neue Gemeinde Ganzlin, deren Gemeindevertretung am 25. Mai 2014 neu gewählt wird, hat sich viel vor genommen. So sollen nach Maßgabe des Haushaltes folgende Vorhaben in Angriff genommen werden: Verbindungsweg Reppentin und Gnevsdorf, Leader-Projekt Morgenland und Konzeptentwicklung zu erneuerbaren Energien für Gemeinden (alles Buchberg); Seenradwegebau - forstwirtschaftlicher Wegeausbau Hohlweg Stuer - Gemarkung Plau, Unterstellhalle Gemeindetechnik (alle Ganzlin). Der Erhalt der Kindertagesstätte Ganzlin wird als besondere gemeinsame Aufgabe angesehen. Deren langfristiger Betrieb ist in angemessenem Umfang durch Zuwendungen im Rahmen des Haushaltes sicher zu stellen. Eine Arbeitsgruppe unter Einbeziehung aller Gemeinde- und Ortsteilwehren soll Vorschläge unterbreiten zur künftigen Struktur der Freiwilligen Feuerwehr und Organisierung des Feuerlöschwesens. In den Dörfern sollen die Ortsteilwehren bzw. Löschgruppen solange gesichert werden, wie eine ausreichende Personalstärke vor Ort vorgehalten werden kann.

Der Leitende Verwaltungsbeamte des Amtes Plau am See, Norbert Reier, stellte die Unterzeichnung des Fusionsvertrages unter das alte Mecklenburger Sprichwort "Was lange währt, wird endlich gut". Er gab zu bedenken: "Die Herausforderungen unserer Zeit, mit immer weniger finanziellen Spielräumen die Pflichtaufgaben einer Gemeinde wahrzunehmen, erfordert auch, über effizientere Strukturen nachzudenken. Die Bereitschaft, Verantwortung im öffentlichen Interesse zu übernehmen und dafür ein Großteil seiner Freizeit zu opfern, wird durch immer weniger Kandidaten für die Wahlen zu Gemeindevertretung und schwindende Wahlbeteiligung honoriert. Persönliche Interessen rücken immer mehr zum Nachteil öffentlicher Interessen in den Vordergrund von Diskussionen." Er betonte aber auch: "Eine Fusion auf Augenhöhe, bei der jeder etwas mit einbringt, bietet eine gute Ausgangssituation für die zukünftige Entwicklung. Dabei wünsche ich Euch viel Erfolg."

Das Amt Plau am See hatte eine Eiche spendiert, die am Wendisch Priborner Dorfgemeinschaftshaus gemeinsam von Schulz, Koch, Fengler und Reier gepflanzt wurde. Dazu erklärte Reier. "Die Eiche, die draußen gepflanzt werden will, soll rein symbolisch die erste gemeinsame Investition für den zukünftigen Ortsteil Wendisch Priborn der Gemeinde Ganzlin darstellen."

Allgemeiner Wunsch der Gemeindevertreter ist: "Blühe und gedeihe, damit die Eiche wie die zukünftige Gemeinde gut wachsen kann!". Fengler versprach: "Wir werden den Baum hegen und pflegen!"

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen