Lokalpolitik : Bürgermeister-Kandidat gefunden

Großes Interesse: Der Raum war voll besetzt. Fotos: Ilja Baatz
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Großes Interesse: Der Raum war voll besetzt. Fotos: Ilja Baatz

Die Gemeinde Kreien ist seit dem 18. Juni führungslos. Auf der Gemeindeversammlung am Donnerstag herrschte endlich Jubel in den Reihen. Damit ist die drohende Fusion zunächst abgewendet.

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06. November 2015, 17:00 Uhr

Seit dem 18. Juni hat die Gemeinde keinen Bürgermeister mehr. Um darüber zu informieren, was dies bedeutet, wie es mit ihr weitergehen könnte und wo sie steht, waren alle Einwohner am Donnerstagabend zu einer Versammlung im Gemeindezentrum eingeladen.  Rund 40 kamen, so dass fast alle Stühle besetzt waren, was die amtierende Bürgermeisterin Daisy Herbst erstaunte.

Eine Neuwahl war für den 4. Oktober angesetzt, doch es gingen keine Wahlvorschläge ein. Daraufhin stand das Thema in der Sitzung der Gemeindevertreter am 22. September erneut auf der Tagesordnung, doch auch aus ihren Reihen stellte sich niemand für das Amt zur Verfügung.

Weil eine Gemeinde rechtlich gesehen nicht ohne gewählten Bürgermeister sein darf, kam es zu Gesprächen mit der Kommunalaufsicht der Kreisverwaltung. Sie habe erläutert, dass es jetzt zwei Möglichkeiten gebe: Ein fremder Bürgermeister wird eingesetzt, auf den die Kommune keinen Einfluss hätte und der zudem Geld kosten würde, oder man müsse Fusionspläne mit angrenzenden Gemeinden prüfen – in diesem Fall mit Gehlsbach, Gischow, Kritzow oder Lübz.

 „Dann wendete sich das Blatt plötzlich, weil sich nun doch ein Einwohner als Kandidat zur Verfügung stellt“, so Daisy Herbst sichtlich erleichtert. „Wir können jetzt eine normale Wahl ansetzen und die Fusionsverhandlungen wegschieben.“

Zur Verfügung stellt sich Thomas Weißkirchen, der seit neun Jahren in Kritzow wohnt. Von den Anwesenden wurde seine Entscheidung bejubelt und mit Klatschen bedacht. Der 56-Jährige gelernte Bankkaufmann arbeitet halbtags als Rechtsanwaltsgehilfe, so dass er genug Zeit finden könne, das Amt auszuüben. „Ich kenne die Folgen von Fusionen und habe kein gutes Gefühl dabei“, so Weißkirchen. „Ich möchte mich nicht profilieren, sondern will einfach, dass hier alles wieder läuft.“ilba

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