Seifenkistenrennen verschoben : Buchberg-Cup liegt erstmal auf Eis

Claudia Prüßing aus Lübz testet schon einmal eine der Seifenkisten. Hier gemeinsam mit Florian Häggberg  Fotos: horst kamke
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Claudia Prüßing aus Lübz testet schon einmal eine der Seifenkisten. Hier gemeinsam mit Florian Häggberg Fotos: horst kamke

Der Verein Soap-Box Gnevsdorf vertagt das Seifenkistenrennen zwischen Gnevsdorf und Wangelin auf 2016

Die Serie der Seifenkistenrennen um den Buchberg-Cup wird auf 2016 verschoben. Das gab Detlef Boehm bekannt. Der Vorsitzende des Vereins „Soap-Box-Gnevsdorf“ bezog sich damit auf die jüngste Vereinssitzung, auf einen Ortstermin, eine Verkehrszählung und vor allem auf den umfangreichen Schriftwechsel mit der Verkehrsbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim.

Geplant war ursprünglich, dass Seifenkisten-Piloten auf der attraktiven Linienführung der Kreisstraße 131 zwischen Gnevsdorf in Richtung Wangelin bis zum Löschteich (400 Meter) ihre Qualitäten als Rennfahrer unter Beweis stellen sollten (SVZ berichtete). Dafür hatte sich eigens der Verein „Soap-Box-Gnevsdorf“ gegründet.

Alles schien perfekt: Plaus Bürgermeister Norbert Reier fungierte als Schirmherr, es gab zudem eine Startrampe und mindestens ein Dutzend professionelle Seifenkisten – für die Junioren in Kanu-, für die Älteren in Torpedo-Form. Aber: Die Verkehrsbehörde sprach sich jedoch gegen diese Rennstrecke aus, weil es sich bei der Kreisstraße um eine Verbindung von überörtlicher Bedeutung handelt. Für die Trainingsläufe musste deshalb innerorts auf den Retzower Weg ausgewichen werden. Hierbei wurden aus den eigenen Reihen mit Brunhilde Luchs, Denise Stein, Claudia Prüßing und Maria Feser hoffnungsvoller Nachwuchs rekrutiert. „Auf dieses Team sind wir ziemlich stolz“, ließ der rührige Vereinsvorstand prompt verlauten. Um weitere Auflagen zu erfüllen, gelang es inzwischen außerdem, eine Doppelrampe anzuschaffen.

Mit einer Verkehrszählung wollte der Verein „Soap-Box-Gnevsdorf“ die Position der Verkehrsbehörde entkräften. Demgemäß fuhren samstags zwischen 10 und 16 Uhr 33 Autos in Richtung Gnevsdorf und 47 nach Wangelin (sonntags: 47 / 46). Nach den Umständen einer Sperrung in dieser Zeit befragt, sei der eindeutige Tenor der Autofahrer gewesen, dass die Umleitung von gerade einmal 2,2 Kilometer als minimal zu verkraften sei und keinerlei Einfluss auf die individuelle Tagesplanung habe. Selbst ein Agrarbetrieb als Anlieger habe sich inzwischen bereit erklärt, für den Zeitraum der Rennen auf eine Nutzung der Kreisstraße zu verzichten.

Daraufhin empfahl die Straßenverkehrsbehörde, einen gemeinschaftlichen Ortstermin anzuberaumen. „Dabei sollten alle Dinge von Belang besprochen werden.“ Beim Ortstermin vertrat die Behörde jedoch die Position, dass allein eine Umleitung über die L 17 und B 103 zu akzeptieren sei. Dafür seien etwa 30 Verkehrsschilder notwendig, aufzustellen gemäß der Straßenverkehrsordnung. Nachdem Norbert Reier signalisierte, dass ein derartiger Aufwand die Kapazitäten des städtischen Bauhofs übersteige, kam die Beauftragung einer Privatfirma ins Spiel. Dafür hatte Vereinsvorsitzender Detlef Boehm einen Kostenaufwand von bis zu 2000 Euro ermittelt, ohne dass damit jedoch eine Erlaubnis für die Rennserie sichergestellt sei. Dennoch sei umgehend eine Fachfirma mit der Aufstellung der erforderlichen Schilder beauftragt worden. Für die am letzten Juli-Wochenende geplanten Rennen sei jedoch keine schriftliche Genehmigung erteilt worden. „Obwohl wir also ein tragfähiges Konzept vorlegten, können wir den Zeitplan nicht mehr einhalten“, klagte Vereinsvorsitzender Boehm. „Deshalb sagen wir die Buchberg-Rennserie für 2015 ab.“

Stattdessen arbeitet der Seifenkistenverein laut Boehm vorerst daran, am 18. September den Kindertag an der Plauer Klüschenbergschule zu einem unvergesslichen Erlebnis geraten zu lassen. Zudem wolle der Verein bis zum Buchberg-Race 2016 beim Plauer Jugendklub um weitere Rennfahrer werben „und sie mit unserem kompletten Equipment unterstützen“.  

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