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16. Dezember 2017 | 19:56 Uhr

Ludwigslust-Parchim : Brücken benötigen 20 Millionen

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Bauwerke unter ständiger Kontrolle / Verkehr in Bülow wird eingeschränkt / Hoher Sanierungsbedarf im Landkreis

von
erstellt am 17.Sep.2014 | 21:00 Uhr

Die Brücke an der Kreisstraße 111 zwischen Bülow und Prestin muss entlastet werden. Statt zwei gibt es künftig nur eine Fahrbahn. Noch nicht entschieden ist, ob es sogar eine Tonnagebegrenzung für Laster gibt. Das erfuhr SVZ von Hans-Georg Zwang, Fachdienstleiter für Straßen- und Tiefbau in der Kreisverwaltung, und seinem Mitarbeiter, Brückenbauingenieur Jörg Herrmann.

Dabei sieht die Bülower Brücke gut aus. Sie hat es allerdings in sich. Sogenannte Alkali-Kieselsäure-Reaktionen machen laut Zwang dem Material zu schaffen. Das Problem tritt wegen verwendeter Zuschlagstoffe an vielen Brücken aus den 1970er und 1980er Jahren auf.

Auch zwei Brücken an Kreisstraßen über die Sude machen den Fachleuten in der Verwaltung momentan besondere Sorge: an der K29 in Gößlow und an der K62 in Warsow. Bei den Brücken gebe es oft eine Vielzahl von Problemen, sagt Zwang.

Dennoch hat Hans-Georg Zwang die klare Botschaft: „Unsere Brücken sind sicher.“ Denn diese würden einer ständigen Prüfung unterliegen. Die Deutsche Norm (DIN) schreibt alle sechs Jahre Haupt- und alle drei Jahre einfache Prüfungen vor. Die Kreisverwaltung greift auf mehrere Ingenieurbüros aus dem Landkreis und aus der Landeshauptstadt zurück. Sie betreuen die einzelnen Bauwerke bereits über viele Jahre und kennen so ihre Schwachstellen. Jährlich wird jede Brücke zudem besichtigt, und halbjährig beobachtet. Im Ergebnis gibt es je nach Zustand der Brücke Noten. Wenn die Bauwerke zu stark beschädigt sind, werde die Nutzung eingeschränkt, sagt Zwang. Bis zur Sperrung kam es noch nicht.

„Es nützt uns die beste Straße nichts, wenn man nicht über die Brücken kommt“ , so Zwang. Seit gut zwei Jahren versuche der Landkreis, sich auf seine Brücken zu fokussieren. So wurde im Vorjahr das Bauwerk an der K115 in Zölkow erneuert. Die alte Brücke gehörte zu den schlechtesten, die neue hat aktuell natürlich die Prüfnote 1. Ebenso im Top-Zustand sind beispielsweise die Brückenbauwerke zwischen Weberin und Kritzow oder zwischen Langen Brütz und Kritzow.

Im Vorjahr investierte der Landkreis Ludwigslust-Parchim 545 000 Euro in Planung und Ausbau seiner Brücken. Allerdings gibt es weiter einen riesigen Sanierungsbedarf.

Auf der Grundlage der Prüfungen an den Bauwerken, geht die Fachabteilung von einem Bedarf von rund 20 Millionen Euro bis zum Jahr 2024 für die Brücken aus. Noch nicht berücksichtigt sind dabei allerdings steigende Baupreise und möglicherweise sich verändernde Normen, sagt Jörg Herrmann.

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