Unerwarteter Besucher : Brieftaube flog von Göttingen nach Woosten

Eine Kiste als erste Unterkunft für die hungrige Brieftaube.   Fotos: michael mußfeldt
1 von 2
Eine Kiste als erste Unterkunft für die hungrige Brieftaube. Fotos: michael mußfeldt

Und landete bei Ehepaar Hecht im Schlafzimmer des kleinen Dorfes

svz.de von
22. Juli 2014, 22:00 Uhr

Es ist Abend in Woosten, die Schwüle des Tages wendet sich langsam in Richtung lauer Luft, Amseln zwitschern und die Wooster lüften die aufgeheizten, alten ehemaligen Tagelöhnerkaten des Dorfes.

Auch bei Heidi und Klaus Hecht in der Dorfstraße war an diesem besagten Abend jedes kühle Lüftchen willkommen. Oben, im Schlafzimmer, unter dem Dach wartete aber eine ganz besondere „Überraschung“ auf die Hechts. Eine Taube saß im Dachfenster. Schwupps, ganz nach dem Motto, dass das ja mal passieren kann, wurde sie wieder rausgescheucht.

Aber die Taube blieb, beziehungsweise, kam sofort wieder zurück und machte es sich im Hecht’schen Schlafzimmer bequem. Heidi Hecht konnte die Taube nehmen, und sah sofort, dass diese beidseitig beringt war. „Erst sah ich nur die Ringe, doch später, als ich genau hinsah, entdeckte ich, dass es eine echte Brieftaube ist und die Telefonnummer des Besitzers auf einem der Ringe zu lesen war“, berichtet die ehemalige Postfrau. Postfrau? Na, wenn das kein Zufall ist.

Ohne lange zu überlegen, riefen Klaus und Heidi Hecht beim Besitzer an. Der war mehr als erstaunt, dass seine Taube soweit geflogen sei. Er selbst wohnt in Göttingen, immerhin eine Distanz von gut 450 Kilometern.

Geschwächt von dem langen Flug, aber jetzt in bester Obhut mit Vollverpflegung, geht es der Brieftaube nun wieder richtig gut, und Klaus und Heidi Hecht sind nun am Organisieren, wie die Taube wieder zurück in „ihre Heimat“ kommt. „Vermutlich werden wir den hiesigen Taubenzuchtverein kontaktieren, da gibt es Abmachungen, wie zugeflogene Tiere wieder dem Besitzer zurückgeführt werden. Aber erstmal kriegt sie bei uns Weizen, Taubenfutter, Wasser und wir haben auch schon einen kleinen Tauben-Behelfsstall mit Sitzstange und allem Drum und Dran eingerichtet“, so Klaus Hecht, während er das Tier liebevoll hält und streichelt.

Ja, und besser als bei Familie Hecht in Woosten hätte es das Tier wohl auch nicht treffen können.

Wir drücken die Daumen, dass das Tierchen bald wieder zu Kräften kommt und die Reise heimwärts antreten kann. Dieses Mal aber vermutlich eher nicht mit Flügelkraft.




zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen