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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

21. November 2017 | 22:28 Uhr

Förderschule Lübz : Bremer Stadtmusikanten on Tour

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Tierisch gute Leistung: Zur Weihnacht zeigte das Lehrerkollegium der Schule am Neuen Teich seine Version des Märchens

Sie sind alt geworden und unnütz. Daher sollen sie umgebracht oder wenigstens noch als Eselswurst und Hühnersuppe dienen. Aber Esel (Elke Jost), Hund (Marina Bunck), Katze (Andrea Mogalle) und Hahn (Kerstin Springer) sind noch allemal frisch und jugendlich genug, um ihren Herrschaften zu entwischen und eine „Band“ zu gründen. Singen können sie nicht besonders gut, aber so kräftig, dass sie ein paar doofe Räuber aus ihrem Räuberhaus vertreiben und so ein neues Zuhause finden. Den Grimm’schen Klassiker führte das Lehrerkollegium der Schule am Neuen Teich in einer putzmunteren, fantasievollen Inszenierung auf.

„Welches Märchen gespielt wird, stand schon früh fest. Es sollte eines mit vielen Tieren sein, denn in den vergangenen Jahren haben wir erkannt, wie gut Tiere bei den Kindern ankommen“, so Schulleiterin Silke Darnstädt zur Begründung der Stückauswahl. Ganz nebenbei aber haben die Akteure mit ihrer Wahl auch einen Beitrag zur aktuellen Altersdebatte geleistet, die hinsichtlich der zentralen Frage zeitlos ist: Was tun, wenn die ökonomische Verwendbarkeit nicht mehr gegeben ist? Das Märchen lehrt: Kein Esel sein, sich solidarisieren und ein neues Leben beginnen.

So wie die Lehrerinnen der Förderschule die Grundstimmung des Stücks veranlagten, gehören Mut und eine gewisse Eselssturheit dazu, sich nicht die eigene Wertlosigkeit einreden zu lassen, wie es die Tierherren im Spiel versuchen. Die übrigens nur über die Improvisation eingeübten Rollen – es gab nie eine feste Textvorlage – wurden von den Darstellern mit so viel Witz, Bühnenpräsenz und Tempo vorgeführt, dass das Publikum dieser öffentlichen Aufführung die Leistung immer wieder mit freudigem Zwischenapplaus quittierte. Nur die allerkleinsten Gäste beobachteten das Getümmel auf der Bühne auch ein wenig ängstlich. So etwas Schräges wie den stolzierenden Hahn, gespielt von Kerstin Springer mit durchdringendem Kikeriki und ständigem Kopfrucken, hatten sie wohl noch nie gesehen, das war ein intensiveres Bild als jedes auf dem Flachbildschirm.

Die Pädagogen sind seit den Herbstferien offensichtlich immer tiefer in die jeweils eigene Rollengestaltung eingedrungen, so dass überraschende und unbändig komische Szeneneinfälle entstanden. „Vor allem nachdem wir wieder dankenswerterweise Kostüme vom Theater Parchim zur Verfügung gestellt bekamen, wurden wir richtig produktiv“, berichtet Silke Darnstädt, die mit Seeräuberperücke und
-hut den großspurigen Räuberhauptmann gab. Kostüme beflügeln Rollenbildung, aber auch das Bühnenbild tut es. Dieses nun war geradezu prächtig detailreich von Hausmeister Frank Wahls gebaut worden. Nicht einmal vor dem Bau eines richtigen Räuberhauses schreckte er zurück, um die Kollegen in die richtige Kulisse zu setzen.

Viermal wurde das Stück gezeigt. Intern, und das heißt auch für ehemalige Kollegen und die Kooperationspartner der Schule, öffentlich und für die Grundschulen Lübz und Passow. Bedenkt man, dass gerade die Zeit zwischen Herbst- und Weihnachtsferien zu den intensivsten des Schuljahrs gehört, ist die Leistung des Kollegiums besonders hoch einzustufen. Und das Theater ist schließlich nicht das einzige Projekt gewesen, das diese engagierte Schule im Herbst/Winter stemmte, sondern auch ein aufwendig organisiertes Gesundheitsprojekt (wir berichteten).

 

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