Plau am See : Bootstrailer blockierte Hafeneinfahrt

<strong>Mit vereinten Kräften</strong> wird der Bootsanhänger an Land gezogen. <foto>Foto: Bölsche</foto>
Mit vereinten Kräften wird der Bootsanhänger an Land gezogen. Foto: Bölsche

Rolf-Rudolph Strangemann aus dem Emsland wollte am Mittwoch eigentlich nur sein Segelboot in den Plauer See lassen. Beim Slippen verhakte sich der Anhänger, auf dem er das Boot transoportiert hatte, auf unglückliche Weise.

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06. Juli 2012, 12:09 Uhr

Plau am See | "Kleine Ursache, aber große Wirkung" - dieser Spruch passte am Mittwoch punktgenau auf eine Havarie an der Slipanlage am Wasserwanderrastplatz in Plau am See. Rolf-Rudolph Strangemann aus dem Emsland wollte eigentlich nur sein Segelboot zu Wasser lassen. "Der Plauer See, die Müritz - die ganze Mecklenburgische Seenplatte ist sehr reizvoll und ein interessantes Segelrevier. Ich war schon öfters in dieser Region", erzählt er. Doch was er diesmal erleben durfte, das wird in seinem Bordtagebuch einige Seiten füllen.

Am Hafen des Wasserwanderrastplatzes in Plau am See gibt es eine Slipanlage, mit deren Hilfe man die Boote zu Wasser lässt. "Doch das Boot wollte nicht aufschwimmen, als wir den Trailer im Wasser hatten", erzählt Sprangemann. Es musste sich irgendwie verhakt haben. So lösten sie den Trailer vom Auto und ließen ihn tiefer ins Wasser gleiten. Dann löste sich zwar das Segelboot vom Typ ETAP 21i, aber der Trailer blieb im Wasser und ließ sich nicht mehr an Land ziehen. Was Sprangemann nicht wusste: Am Ende der Slipanlage befindet sich eine Spundwand. Darüber rollte der Bootstrailer und durch den Unterbau und das Fahrgestell war nun alles verhakt. "Wir haben viel versucht, aber wir bekamen ihn nicht mehr aus dem Wasser", sagt der Segler aus dem Emsland. Ein Seil war zu schwach und riss, Hilfe musste her.

Die Parchimer Taucherfirma Christian Hinkerohe ist ein Spezialist in diesen Dingen. Taucher Nils Berthold stieg ins Wasser, nachdem er die entsprechende Ausrüstung angelegt hatte. Zuvor wurde der Bereich der Hafeneinfahrt durch entsprechende Seezeichen markiert und die blau-weiße Alpha-Flagge des internationalen Flaggenalphabets gehisst. "Die signalisiert den anderen Bootseignern, dass hier ein Taucher im Wasser ist und sie entsprechenden Abstand halten müssen und mit ihren Fahrzeugen keinen Wellenschlag verursachen dürfen", erklärt Polizeihauptmeister Karl-Heinz Prahl von der Wasserschutzpolizei in Plau, der die wasserseitige Sicherung übernommen hat.

Der Taucher besah sich den Schaden unter Wasser und stellte fest, dass der Trailer so nicht zu bergen war. Es musste weitere Hilfe angefordert werden. Zum Glück arbeitete gerade eine Ueckermünder Firma an der Mole an der Ausfahrt der Elde-Müritz-Wasserstraße zum Plauer See. Ein Arbeitsboot von dieser Firma konnte für die Bergung genutzt werden und kam zum Hafenbecken. Von diesem Boot aus wurden Seile ins Wasser gelassen, die der Taucher am Trailer befestigte. Die Männer versuchten vergebens, diesen direkt mit Muskelkraft senkrecht anzuheben, also setzten sie auf Hebelwirkung. Das Boot wurde in Schieflage gebracht, die Seile gespannt und dann begaben sich die Männer auf die andere Bootsseite. Durch diese Hebelwirkung klappte es und Stück für Stück hob sich der Trailer. Nun erst konnte mit Muskelkraft vom Ufer an den Seilen gezogen werden und der Trailer ließ sich Zentimeterweise wieder an Land ziehen. Knapp drei Stunden hatte die Aktion gedauert und wurde von zahlreichen Passanten und Bootsfreunden beobachtet. Auch ein Ehepaar aus dem Nordhessischen musste ausharren, sie wollten ebenfalls ihr Boot slippen.

Für den Emsländer Skipper wird dieses Slippen sicher noch lange in Erinnerung bleiben, "aber es ist neben dem hohen Aufwand kein Schaden an Menschen entstanden und das ist wichtig", meinte er glücklich und freut sich nun trotz dieses verunglückten Starts auf seinen Segelurlaub.

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