Anhänger verhakt sich an einer Spundwand : Bootstrailer blockiert Plaus Hafeneinfahrt

<strong>Ein Bootstrailer hat sich beim Slippen</strong> unter Wasser an einer Spundwand  verhakt und muss geborgen werden. <fotos> Michael-Günther Bölsche</fotos>
1 von 4
Ein Bootstrailer hat sich beim Slippen unter Wasser an einer Spundwand verhakt und muss geborgen werden. Michael-Günther Bölsche

"Kleine Ursache, aber große Wirkung" - dieses Sprichwort hat gestern Vormittag punktgenau auf eine Havarie an der Slipanlage am Wasserwanderrastplatz in Plau am See gepasst. Ein Arbeitsboot und Taucher mussten helfen.

svz.de von
04. Juli 2012, 05:39 Uhr

Plau am See | "Kleine Ursache, aber große Wirkung" - dieses Sprichwort hat gestern Vormittag punktgenau auf eine Havarie an der Slipanlage am Wasserwanderrastplatz in Plau am See gepasst. Es war kurz nach neun Uhr, als Rolf-Rudolph Strangemann aus dem Emsland sein Segelboot zu Wasser lassen wollte.

Am Hafen des Wasserwanderrastplatzes in Plau am See gibt es eine Slipanlage, mit deren Hilfe man die Boote zu Wasser lässt. "Doch das Boot wollte nicht aufschwimmen, als wir den Trailer im Wasser hatten", erzählt Sprangemann. Es musste sich irgendwie verhakt haben. So lösten sie den Trailer vom Auto und ließen ihn tiefer ins Wasser gleiten. Dann löste sich zwar das Segelboot, aber der Trailer blieb im Wasser und ließ sich nicht mehr an Land ziehen. Was Sprangemann nicht wusste, das war eine am Ende der Slipanlage befindliche Spundwand. Darüber rollte der Bootstrailer und durch den Unterbau sowie das Fahrgestell war nun alles verhakt. "Wir haben viel versucht, aber wir bekamen ihn nicht mehr aus dem Wasser", sagt der Emsländer. Ein genutztes Seil war zu schwach und riss.

Taucher Nils Berthold kam zur Hilfe. Der Bereich der Hafeneinfahrt wurde durch entsprechende Seezeichen markiert und die blau-weiße Alpha-Flagge des internationalen Flaggenalphabets gehisst. "Die signalisiert den anderen Bootseignern, dass hier ein Taucher im Wasser ist und sie entsprechenden Abstand halten müssen und mit ihren Fahrzeugen keinen Wellenschlag verursachen dürfen", erklärt Polizeihauptmeister Karl-Heinz Prahl von der Wasserschutzpolizei in Plau. Der Taucher besah sich den Schaden unter Wasser und sah, dass der Trailer so nicht zu bergen war. Es musste weitere Hilfe angefordert werden. Zum Glück wird an der Mole an der Ausfahrt der Elde-Müritz-Wasserstraße zum Plauer See von der Ueckermünder Firma Colcrete-von Essen GmbH &amp; Co. KG gearbeitet. Ein Arbeitsboot von dieser Firma konnte für die Bergung genutzt werden und kam zum Hafenbecken. Von diesem Boot aus wurden Seile ins Wasser gelassen, die der Taucher am Trailer befestigte. Nun wollte man mit Muskelkraft diesen senkrecht anheben. Doch auch das funktionierte nicht. Das Boot wurde in Schieflage gebracht, die Seile gespannt und dann begaben sich die Männer auf die andere Bootsseite. Durch diese Hebelwirkung klappte es und Stück für Stück hob sich der Trailer. Nun erst konnte mit Muskelkraft vom Ufer an den Seilen gezogen werden und der Trailer ließ sich Zentimeterweise wieder an Land ziehen. Knapp drei Stunden hatte die Aktion gedauert und wurde von zahlreichen Passanten und Bootsfreunden beobachtet. Auch ein Ehepaar aus dem Nordhessischen musste ausharren. Sie wollten ebenfalls ihr Boot slippen und mussten sich nun bis zum Mittag gedulden. Für den Emsländer Sprangemann wird dieses Slippen sicher noch lange in Erinnerung bleiben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen