musikerlebnis : Bobziner Schleuse wird zum Konzertsaal

Wenn mal Zeit ist, dann sitzt Axinja Zieher auch schon mal auf der Holzschaukel in ihrem Garten an der Bobziner Schleuse.   Fotos: sabrina panknin
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Wenn mal Zeit ist, dann sitzt Axinja Zieher auch schon mal auf der Holzschaukel in ihrem Garten an der Bobziner Schleuse. Fotos: sabrina panknin

Schleusen-Kammer-Konzert am Sonnabend um 19.30 Uhr mit den Uhu’s vom ev. Posaunenwerk MV

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14. August 2015, 12:00 Uhr

Verwunschen führt der Pfad durch den Wald. Links und rechts des Weges stehen hohe Bäume. Sie lassen nur ab und zu Licht durch. Nicht weit von diesem befestigten Waldweg befindet sich die Bundesstraße B 192 – die Verbindung von Lübz nach Plau am See. Doch nur wenige Autominuten entfernt landet der Besucher im ruhigen Idyll, Natur pur. Hier zwitschern die unterschiedlichsten Vogelarten, hier sagen sich Hase und Igel noch Gute Nacht. Am Ende dieses Weges geht’s über die Elde, genau an dieser Stelle befindet sich die Bobziner Schleuse, mit einem Hub von 6,80 Metern die höchste Schleuse Mecklenburgs. Sie wird am morgigen Sonnabend zum Konzertsaal.

Kuschelig eng wird es wohl werden, denn viele Musiker der Uhu’s, der Unter Hundertjährigen des evangelischen Posaunenwerkes MV, müssen Platz auf dem Floß finden. Keine leichte Aufgabe. „Es hat immer gepasst“, sagt Axinja Zieher. Bereits zum vierten Mal stellt Claus Cramer vom Quad-Buggy-Touren & Verleih aus Plau am See das Floß zur Verfügung. „Wenn es nicht passt, haben einige von unseren Bläsern schon gesagt, dass sie an Land bleiben. Aber das wird schon“, ist sich Axinja Zieher sicher. Nur viel bewegen darf sich keiner. Doch nur einer wird es sicherlich wieder machen, da ist sich Axinja Zieher ganz sicher: Martin Huss, denn unter seiner Leitung findet das Konzert statt. „Er hampelt immer ein bisschen rum.“ Das liege wohl am südamerikanischen Temperament.

Freudig erwartet die Bobzinerin bereits den Auftritt. Doch damit nicht genug – das gesamte Wochenende, von heute an, steht ganz unter dem Motto: Musik. Denn schon am Freitag wird geprobt: In Barkow in der Scheune des Posaunenwerkes, auf dem Grundstück von Claudia und Martin Huss. Ein ebenso idyllischer Ort wie der an der Bobziner Schleuse. Am Sonnabend, 15. August, geht’s früh aus den Federn: Um 7.45 Uhr ist Morgen-Blasen im Garten angesagt. Dann geht’s rüber nach Plau am See: Denn auch dort treten die Uhu’s am Sonnabend auf – beim Burghoffest. Nachdem der Abend morgen ebenfalls musikalisch ausklingen wird, reiht sich der Sonntag ein. Beim Gottesdienst in Plau am See wird um 10 Uhr in der St. Marienkirche geblasen, danach geht’s zum Gemeindefest nach Barkow. Ein rundum gelungenes musikalisches Wochenende steht den Uhu’s bevor.

Umgeben von hohen Betonwänden geht’s klingt morgen der Abend musikalisch aus. „Um 19.30 Uhr fahren wir in die Schleuse“, erzählt Axinja Zieher. Von da an wird’s musikalisch. Neben Volksweisen und einigen Kirchenliedern werden sicherlich auch wieder südamerikanische Songs gespielt. Die dürfen nicht fehlen, wenn Martin Huss mit seinen Bläsern auftritt. Das gehört dazu, das erwarten die Konzertbesucher, auf die sich Axinja Zieher ganz besonders freut. „Viele kommen auch immer mit dem Rad angefahren. Ein schöner Ausflug hier raus.“ Und wenn das Konzert gegen 21 Uhr beendet ist, ist es immer noch ein wenig hell – zumindest genug, um den Weg nach Hause wieder zu finden. Denn der Romantik-Effekt kommt erst auf, wenn es anfängt zu dämmern. Und unterm Firmament „Weißt du wie viele Sternlein stehen“ gespielt wird. Da fangen dann auch einige Gäste an zu summen und leise zu singen. Romantik-Flair in einer Schleuse. Auch das gibt es.

Doch ohne Unterstützung und die Bereitschaft von Schleusenwärterin Brigitte Dietterle würde es das Schleusen-Kammer-Konzert nicht geben. „Das ist keine Selbstverständlichkeit, dass Brigitte um diese Uhrzeit noch schleust. Aber ich glaube, dass sie es auch ein wenig genießt.“ Dankbar ist Axinja Zieher auch, dass eine Sonderschleusung um diese Uhrzeit noch erlaubt wird. Denn eigentlich wird um 19.30 Uhr das letzte Mal am Tag geschleust. Doch einmal im Jahr ist es anders. Immer dann, wenn die Bobziner Schleuse zum Konzertsaal wird, am verwunschenen Ort, versteckt zwischen hohen Bäumen.  

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