Lübz : Blitzlichter auf dem blauen Band

Beim Lübzer Pflegedienst zu Gast: Karl-Heinz Prahl und Robert Stahlberg nehmen Susan Götzinger in die Mitte.
Beim Lübzer Pflegedienst zu Gast: Karl-Heinz Prahl und Robert Stahlberg nehmen Susan Götzinger in die Mitte.

Wasserschutzpolizei zu Gast beim Lübzer Pflegedienst: Senioren schätzen die Abwechslung im Alltag

svz.de von
17. Mai 2018, 05:00 Uhr

Das war doch mal was anderes im Alltag der Senioren: In der Begegnungsstätte des Pflegedienstes Götzinger in der Lübzer Scharnhorst-Straße stellte sich die Wasserschutzpolizei vor. Als ihr Landespressesprecher fungiert seit drei Jahren Robert Stahlberg. Der Polizeioberkommissar bot einen kurzweiligen Vortrag, den er durch Filme auflockerte.

Als kleinste Landesbehörde seien rund 300 Mitarbeiter, davon zehn Prozent Frauen, in Mecklenburg-Vorpommern bei der Küsten-Inspektion für die bundesweit größte Wasserlinie von 1700 Kilometern sowie in Schwerin und Waren für die Binnen-Inspektion zuständig. Die Wasserschutzpolizei verrichtet laut Stahlberg polizeiliche Vollzugsaufgaben und Kontrollen, sei für die maritime Sicherheit und den Umweltschutz verantwortlich, setze einen eigenen Hubschrauber ein und arbeite mit anderen Behörden und Bundesländern zusammen.

Die Kurzfilme zeigten unter anderem Geschwindigkeitskontrollen auf dem Plauer oder dem Müritz-See, wobei bei Übertretungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 25 Stundenkilometern schnell Bußgelder bis zu 300 Euro fällig wurden. Die MV-Wasserschutzpolizei war auch beim G8-Gipfel in Heiligendamm (2007) oder beim G20-Treffen in Hamburg (2017) gefragt oder ist im Einsatz, wenn in Warnemünde jährlich mehr als 200 Kreuzfahrtschiffe anlegen.

Wer zur Wasserschutzpolizei möchte, muss zuerst eine zweijährige Polizeiausbildung oder ein Kommissarstudium über drei Jahre absolvieren. Daran schließen sich in Hamburg im Rahmen der Grundausbildung 102 Unterrichtsstunden für den Binnen- und 124 für den Seebereich an. Die Spezialausbildung umfasst bis zu 65 bzw. 82 Unterrichtstage. Ziel der Wasserschutzpolizei in Mecklenburg-Vorpommern sei es, so Presseprecher Stahlberg, die Zahl der Bewerber zu erhöhen und damit zu einer Verjüngung des Personals beizutragen.

Polizeihauptmeister Karl-Heinz Prahl von der Plauer Dienststelle lieferte die lokalen Daten. Werktags sei der Posten der Wasserschutzpolizei von 7 bis 17 Uhr, an den Wochenenden von 10 bis 22 Uhr mit jeweils zwei Beamten besetzt. Zuständig sei das insgesamt fünfköpfige Team für den Bereich zwischen der östlichen Mündung des Eldekanals bei Lenz bis zum 80 Kilometer entfernten Kanaldreieck mit seiner Abzweigung in den Störkanal. „Das ist immer noch eine Bundeswasserstraße“, betonte Prahl. Außerdem sei die Plauer Wasserschutzpolizei für alle Wasserflächen im Altkreis Parchim verantwortlich. Dafür stehe unter anderem ein 13 Meter langes Patrouillenboot mit 250 Pferdestärken zur Verfügung.

Der Lübzer Pflegedienst wurde vor mehr als 20 Jahren von Leonore Götzinger gegründet und kümmert sich seitdem um das psychische Wohlergehen von heute rund 150 Menschen. Die Betreuung erfolgt individuell im Haushalt der Pflegebedürftigen oder bei gemeinsamen Aktivitäten in der Begegnungsstätte. Das Betreuungspersonal wird inzwischen zu Pflegelotsen geschult. Für deren Leitung und die Verwaltungsarbeit ist Diplompsychologin Susan Götzinger verantwortlich.

Die Begegnungsstätte wurde im Januar 2016 eröffnet. Seitdem bietet der Pflegedienst dort wöchentlich jeweils drei Termine an. Der Montagnachmittag ist aktuell der Demenz-Aktivgruppe vorbehalten. Am Mittwochnachmittag wird durch sportliche Übungen die Beweglichkeit gestärkt. Und am Donnerstag sollen anregende Spiele die Konzentrationsfähigkeit fördern. Zweimal monatlich ist der Dienstag dem Klönen vorbehalten, um die Kommunikation zu verbessern. An den anderen beiden Dienstagen runden Veranstaltungen wie Faschings-, Frauentagsfeiern, Bastelnachmittage oder Vorträge das Angebot ab. Einmal monatlich ist inzwischen der Freitag dem Tanztee vorbehalten.


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