Landestheater Parchim : Blick auf Goethe und Russenghetto

Marlene Eiberger steht als Cora Hübsch in „Mondscheintarif“ auf der Bühne.
Marlene Eiberger steht als Cora Hübsch in „Mondscheintarif“ auf der Bühne.

Programm der ersten Woche im neuen Jahr im Mecklenburgischen Landestheater Parchim

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04. Januar 2016, 12:00 Uhr

Die erste Woche des neuen Jahres im Mecklenburgischen Landestheater Parchim von heute bis zum 10. Januar beinhaltet am Mittwoch, 6. Januar, um 10 Uhr im Gymnasium Hagenow einen großen Höhepunkt: FAUST – Der Tragödie I. Teil nach J. W. v. Goethe von Thilo Schlüßler für einen Schauspieler und ein Publikum.

Faust, Mephisto, Gretchen, Marthe Schwerdtlein, Wagner, Valentin, Hexe, Schüler, Lieschen, Direktor, Dichter, lustige Person, Erzengel, der Herr, Erdgeist, Chor, der Engel, Chor der Weiber, Chor der Jünger, Spaziergänger aller Art, Geister, lustige Gesellen, Hexentiere, böser Geist, Stimme von oben, ein Pudel – alles Rollen aus Goethes „Faust“, die einem großen Theater die Beschäftigung eines ganzen Schauspielensembles garantieren. Das Mecklenburgische Landestheater hat diese Bürde einem einzigen Kollegen überlassen. In einer rasanten Stunde präsentiert er des Meisters größtes Werk mit Witz, Pathos und großer Nähe zum Zuschauer. Ein Muss nicht nur für Faust-Freaks mit Nils Höddinghaus! Um 14 Uhr ist sein Können mit diesem Stück noch einmal in der Theatergaststätte zu erleben.

Am Donnerstag, 7. Januar, um 15.30 Uhr heißt es in der Theatergaststätte in einem musikalischen Paarprogramm dann „Eifer sucht Sehnsucht“. Zum Inhalt: Wo hört die Romantik auf und wann beginnt der Alltag? Wie lange kribbelt es im Bauch und wer ist schuld, dass es wieder vergeht? Joe (Martin Klinkenberg) und Julia (Anne Ebel) versuchen sich zu erinnern und befinden sich mitten in einer Party mit Freunden (Carolin Bauer, Marlene Eiberger, Wiebke Rohloff, Niels Höddinghaus), die sie schon lange vergessen hatten. Nach den erfolgreichen Revuen „Ich will Spaß“ und „Ich will auch Spaß“ bietet das Mecklenburgische Landestheater seinen Besuchern wieder ein Programm mit bekannten Ohrwürmern – in Ermangelung der Großen Bühne kompatibel verpackt für die gemütliche Atmosphäre in der Theatergaststätte.

Am Freitag, 8. Januar, um 10 Uhr ist im Großen Saal der Stadthalle „Scherbenpark“ nach dem Bestseller von Alina Bronsky zu erleben.

Die 17jährige Sascha (Anne Ebel) lebt im Russengettho „Scherbenpark“. Ihre Gedanken: „Manchmal denke ich, ich bin die einzige in unserem Viertel, die noch vernünftige Träume hat. Ich habe zwei und für keinen brauche ich mich zu schämen. Ich will Vadim töten. Und ich will ein Buch über meine Mutter schreiben. Ich habe auch schon einen Titel: ,Die Geschichte einer hirnlosen rothaarigen Frau, die noch leben würde, wenn sie auf ihre kluge älteste Tochter gehört hätte'. Vielleicht ist das nur ein Untertitel. Ich habe Zeit, es mir genau zu überlegen, denn ich habe noch nicht angefangen zu schreiben.“

Vadim, der Freund ihrer Mutter, hat diese getötet und Sascha, hochintelligent und wütend, sinnt auf Blutrache.
Doch ihre Geschichte nimmt eine jähe Wendung, als sie den Journalisten Volker und dessen Sohn Felix kennen lernt.

Am Sonnabend, 9. Januar, ist um 19.30 Uhr in der Theatergaststätte „Mondscheintarif“ von Ildikó von Kürthy In einer Monologfassung von Britta Focht und Meinhardt Nordmannzu erleben.

Es ist Samstag, genauer gesagt, Samstagabend. Cora Hübsch (Marlene Eiberger) durchleidet Höllenqualen. Denn vor drei Tagen hatte sie den besten Sex ihres Lebens. Und das auch noch mit dem Mann ihrer Träume: Dr. med. Daniel Hofmann, gutaussehend, erfolgreich, scheinbar ungebunden. Cora würde im siebten Himmel schweben, wäre da nicht ein entscheidender Haken: Daniel ruft nicht an. Mit jeder Minute, die verstreicht, sieht die Zukunft düsterer aus.

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