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Landkreis Ludwigslust-Parchim : Blaue Barrieren gegen Wildunfälle

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Immer wieder kracht es auf den Straßen zwischen Pkw und Wild. Diese Unfälle sollen künftig vermieden werden. Durch die Montage von Wildwarnern können Unfälle um rund 70 Prozent reduziert werden.

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erstellt am 05.Feb.2013 | 10:47 Uhr

Lübz | Immer wieder kracht es auf den Straßen im Landkreis Ludwigslust-Parchim zwischen Pkw und Wild. Auch in der Region rund um Lübz verzeichnet die Polizei eine hohe Quote von Wildunfällen. "Auch im vergangenen Jahr haben wir recht viele Wildunfälle in diesem Bereich zu verzeichnen gehabt. Der Trend ist zwar gleich bleibend, aber gleich bleibend hoch, so um die 40 Prozent", sagt Polizeisprecher Klaus Wiechmann. Wenn ein Auto in ein Reh oder Wildschwein kracht, wird das Ausmaß des Unfalls oftmals unterschätzt. Wenn ein Pkw auf ein zirka 20 Kilogramm schweres Reh mit einem Tempo von 100 Stundenkilometern prallt, hat das Tier ein Aufschlaggewicht von fast einer halben Tonne. Diese gefährlichen Unfälle sollen vermieden werden. Vermehrt setzen sich deshalb auch die Jäger im Land ein, um die Zahlen des Unfallwilds so gering wie möglich zu halten. Auch der Hegering Lübz hilft dabei.

Im vergangenen Jahr haben die Jäger beim Wettbewerb "Lübzer Land in Deiner Hand" der Mecklenburgischen Brauerei Lübz GmbH mitgemacht und gewonnen (wir berichteten). Jetzt setzen die Waidmänner ihr nächstes Naturschutzprojekt in die Tat um. "Wir haben noch vor Weihnachten im vergangenen Jahr für 3500 Euro 750 blaue Halbkreisreflektoren gekauft, um diese jetzt an Leitpfosten anbringen zu können", erzählt Ole Kulessa, Hegeringleiter Lübz. Gemeinsam mit den Straßenmeistereien des Landes und des Kreises sollen die blauen Reflektoren nun angebracht werden. "Vor allem auf den Strecken, an denen vermehrt Wildunfälle passieren", verdeutlicht der Hegeringleiter weiter.

Von Pfosten zu Pfosten wird durch das Scheinwerferlicht des Autos eine imaginäre Wand erzeugt. "Das menschliche Auge kann diese aber nicht sehen. Das Wild aber sieht diese, deshalb hält es sich von der Straße fern", erklärt Ole Kulessa. Wildtiere haben ein anderes Farbempfinden als Menschen. Vor allem Grün- und Blautöne können die Tiere bis in den ultravioletten Bereich sehen, Rot und Orange dagegen entfallen vollständig.

Auch Renate Grauwinkel vom Lübzer Hegering schwört auf die sogenannten Halbkreisreflektoren oder Wildwarner. "Bei Lutheran gibt es einen Jäger, der in seinem Jagdgebiet schon diese Warner an die Pfosten angebracht hat, auch er verzeichnet dadurch um die 70 Prozent weniger Wildunfälle", erklärt Renate Grauwinkel. Das belegen auch Statistiken. Der Erfinder der Reflektoren Konrad Löhnert hat zusammen mit der Schilderwerk Beutha GmbH einen Aufruf an Jäger gestartet, in deren Jagdgebiet die Reflektoren eingesetzt wurden. Dabei sind erstaunliche Zahlen herausgekommen. Bis Januar 2012 haben insgesamt 411 Reviere Rückmeldungen geliefert. Seit Montage dieser Wildwarner sind die Unfälle um rund 70 Prozent von 3263 auf 883 Unfälle zurückgegangen. Ein Erfolg, den auch die Lübzer Waidmänner nachahmen wollen.

Deshalb haben sie vor allem in dem Bereich mit den meisten Wildunfällen diese Reflektoren anbringen lassen. "Schwerpunkte mit Wildunfällen liegen vor allem auf der Strecke zwischen Lübz und Schlemmin, zwischen Lübz und Gischow sowie zwischen Rom und Plau am See", verdeutlicht Ole Kulessa. Allein in Mecklenburg-Vorpommern sind im Zeitraum von 2010 bis 2011 insgesamt 11105 Wildunfälle geschehen, das belegt die Statistik des Deutschen Jagdschutzverbandes. "Dadurch haben wir immer wieder immense Verluste", verdeutlicht Renate Grauwinkel. Doch mit der blauen Barriere sollen die Unfallzahlen sinken.

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