Südbahn : Bis Dienstag muss Reaktion erfolgen

Demonstration am jüngsten Freitagabend
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Demonstration am jüngsten Freitagabend

Neues Angebot zum Weiterbetrieb liegt vor. Ohne Zustimmung gibt es ab Freitag keinen Zugverkehr mehr.

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26. April 2015, 21:00 Uhr

Wegen der weitestgehend erfolglos verlaufenen, wichtigen Gespräche in der vergangenen Woche (wir berichteten) ist die Stimmung in der um den Erhalt der Südbahn kämpfenden Bürgerini-tiative (BI) „ProSchiene“ gedämpft. „Nicht erstaunlich ist für mich, dass auch das Land jetzt einen Bedarf von rund 800 000 Euro errechnet hat“, sagte BI-Mitglied Rainer Raeschke bei der an jedem dritten Freitag im Monat stattfindenden Demonstration „Rote Laterne“ auf dem Lübzer Bahnhof. Die Hanseatische Eisenbahngesellschaft (Hans) habe ein Angebot zum Weiterfahren über den 30. April hinaus vorgelegt, das jedoch einen Rechenfehler enthalten solle, was den Finanzbedarf für sie nach Aussagen der Gesprächspartner von etwa 200 000 auf 400 000 Euro verdopple. „Warum bemüht man sich nicht um EU-Fördermittel, benutzt stattdessen das Totschlag-Argument Erhöhung der Kreisumlage und lässt die Rücklage des Landes in Höhe von einer Milliarde Euro außen vor?“, so Raeschke. Das Land wolle jetzt den schlecht genutzten Rufbus zwischen Lübz und Karow wieder zurückziehen, weil ja die Bahn noch fahre, die fast 100 000 von ihm dafür zur Verfügung gestellten Euro aber nicht mehr zahlen: „Das ist schizzophren und zeigt, dass das Land die Bahn zerstören möchte!“

Auch im Interkommunalen Arbeitskreis sei es nicht möglich gewesen, zukunftsorientiert miteinander zu sprechen. „Unsere Versuche wurden beiseite geschoben und es gibt eine starke Frustration“, sagt Raeschke. „Und warum redet man nicht mit der ODEG, die dann wider durchfahren würde? Die Hans hätte nichts dagegen!“

Die Mehrheit der Menschen wolle die Bahn behalten und man spreche nicht über einen Millionen-Bedarf. „Wichtig zu sagen“, meint BI-Sprecher Clemens Russell. „Um die Region im öffentlichen Verkehr so gut wie möglich zu versorgen, müssen die Budgets von Bus und Bahn zusammengelegt werden – das kann nicht so kompliziert sein, wenn man es nur möchte! Und um das beste Ergebnis zu erzielen, gehören auf beide Seiten keine Ideologen.“

Die Hans habe dem Landrat schriftlich ein Angebot zur Lösung des Zugverkehrs zwischen Parchim und Malchow im Mai und Juni unterbreitet. Eine Reaktion darauf müsse bis morgen vorliegen.

„SPD und CDU im Landtag regen sich auf, wenn die Südbahn noch einmal zur Sprache kommt“, sagt Barbara Borchardt (Die Linke), die in Lübz zu Gast war. „Für sie ist das Thema nach eigener Aussage erledigt – und das ist auch so. Hier vor Ort spielt der Landrat auf Zeit.“ Das Herausreißen einer Teil-Bahnstrecke sei eine gefährliche „Salamitaktik“, weil dann schnell zum Beispiel auch das Ende der Abschnitte Malchow – Waren, Hagenow – Ludwigslust und Parchim – Ludwigslust folgen könne. Russell: „Eine Befürchtung aus dem Parchimer Rathaus.“

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