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Erinnerung : Bis 1995 vergeblicher Kampf um Lübzer Klinik

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Der einstige Stolz städtischer Infrastruktur ist heute nicht mehr als eine unansehnliche Ruine, für deren Abbruch das Geld fehlt.

Das am 1. Oktober 1883 durch den „Marien-Frauenverein“ als Backsteinbau errichtete Krankenhaus hat sein Aussehen im Laufe der Zeit grundlegend verändert. Vor allem durch die Aufstockung 1955/56 (seitdem verputzt), mit Anbau der Poli-Klinik in den 1970er-Jahren und letztlich seit der endgültigen Schließung Mitte 1995 – nach einem Dachstuhlbrand die größte, langsam in sich zusammenstürzende Ruine der Stadt.

In einem Zeitungsartikel von 1957 ist nachzulesen, dass sich in der Einrichtung wegen der steigenden Bevölkerungszahl eine Bettenknappheit bemerkbar gemacht habe. Durch den Umbau konnten 28 weitere aufgestellt und neun „Wohnplätze“ für Personal geschaffen werden – eine Investition, die damals 350 000 DM verschlang.

Schon 1990 gab es erste Diskussionen um den Fortbestand der Klinik, doch nach der Entlassung von 230 Mitarbeitern aus dem Poliklinik-Bereich wurden allein in diesem Jahr noch einmal sechs Millionen Mark in die einst kreisliche Einrichtung investiert. Nach Erneuerung der Entbindungsstation 1993 folgte ein Jahr später in einem Gutachten die Aussage, dass die Rentabilität eines Kreis-Krankenhauses nur bei einer Auslastung von 100 Betten gewährleistet sei. Die Bevölkerung vermeide aber zunehmend einen Klinik-Aufenthalt. 1992 wurden die Lübzer und Plauer Klinik zusammengeschlossen, Mitte 1995 war in Lübz endgültig alles vorbei.

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erstellt am 23.Apr.2014 | 08:00 Uhr

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