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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

22. Oktober 2017 | 23:12 Uhr

Statistisches : Bildungsziel weit verfehlt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Fast neun Prozent aller Schulabgänger sind heute ohne Abschluss . Die Zahl der Abiturienten liegt über dem Bundesdurchschnitt.

von
erstellt am 21.Okt.2016 | 19:00 Uhr

Gewinner und Verlierer: Den einen kann der Abschluss nicht hoch genug sein, andere haben gar keinen. Von den Schulabgängern im Sommer 2014 hatten im Kreis Ludwigslust-Parchim rund 29,0 Prozent das Abitur in der Tasche, 8,9 Prozent blieben ohne jeglichen Abschluss. In der Bundesliga der Abiturienten liegt der Kreis Ludwigslust-Parchim damit auf Platz 217 unter 403 im Regionalatlas ausgewerteten Städten, Kreisen und Stadtstaaten. Bei den Jugendlichen ohne Abschluss ist es Platz 40, wobei da der letzte Platz der Beste ist, denn das ist der mit der niedrigsten Quote. Er gehört mit 1,1 Prozent der bayerischen Stadt Ansbach.

Sie kommen aus Förder- und Hauptschulen und gelten als Bildungsverlierer – Jugendliche ohne Abschluss. In manchen Regionen ist ihre Zahl erschreckend hoch. In den neuen Bundesländern ist im Schnitt jeder zehnte Schüler betroffen, geht aus den Zahlen der Statistischen Landesämter, gebündelt im Regionalatlas Deutschland, hervor. Im Kreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt etwa sogar mehr als jeder siebte (14,4 Prozent). Das ist bundesweit unter den Städten und Kreisen zugleich der unrühmliche Spitzenplatz.

Noch immer zuviel: 8,9 Prozent aller Schulabgänger hatten 2014 keinen Abschluss.  Grafik: zds
Noch immer zuviel: 8,9 Prozent aller Schulabgänger hatten 2014 keinen Abschluss. Grafik: zds
 

In ganz Mecklenburg-Vorpommern beendeten 8,8 Prozent junge Menschen die Schulzeit, ohne einen Hauptschulabschluss in der Tasche zu haben. Das ist eine etwas geringere Quote als im Vorjahr mit damals 11,1 Prozent. Deutschlandweit ist der Anteil der Abschlusslosen erstmals seit Jahren wieder leicht gestiegen, und zwar zuletzt von 5,2 auf runde 5,5 Prozent. Etwa gut die Hälfte der Schulabgänger ohne Abschluss besuchte zuvor eine Förderschule, viele von ihnen eine mit dem Schwerpunkten Lernen oder Geistige Entwicklung, die meist gar keinen Hauptschulabschluss anstreben konnten. In der Summe blieben bundesweit rund 47 000 aller 850 700 Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss, darunter 37 500 Deutsche und rund 9400 Ausländer. Doch selbst wenn man großzügig alle Förderschüler – also rund die Hälfte – abzieht, verpasst eine hohe Zahl Jugendlicher die nötige Ausbildungsreife.

Im langjährigen Vergleich haben sich die Zahlen und Quoten zwar verringert, aber noch nicht in dem Maße, wie es sich die Bundesregierung beim Bildungsgipfel im Jahr 2008 zum Ziel gesetzt hat. Bis ins Jahr 2015 sollte sich die Quote der Schulabgänger ohne Abschluss von acht auf rund vier Prozent halbieren.

Während die einen damit denkbar ungünstige Voraussetzungen für den Start ins Berufsleben haben, steht den Abiturienten – zumindest auf dem Papier – alle Welt offen. Und immer mehr wollen diesen Abschluss erreichen: Lässt man die überhöhte Quote der doppelten Abiturjahrgänge (G8/G9) außen vor, machten im Sommer 2014 im Kreis Ludwigslust-Parchim rund 29,0 Prozent der Schüler Abitur, etwas weniger als im Vorjahr mit damals 30,2 Prozent. Deutschlandweit hatte im Jahr 2006 jeder vierte Schulabgänger das Abitur in der Tasche, im Jahr 2014 traf das auf jeden Dritten zu, sagt der Regionalatlas. Dessen Zweck ist es, die lokalen Gegebenheiten vergleichbar zu machen. Und dafür sind im Moment noch die 2014er-Zahlen ausschlaggebend, weil nicht alle Statistischen Landesämter schon 1+1 für 2015 zusammengezählt haben.


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