Teilhabe : Bildungskarte ist immer beliebter

Egal in welchem Bereich, wie hier beim Musikunterricht, alle Kinder aus sozialschwachen Familien sollen vom Bildungs- und Teilhabepaket profitieren können.
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Egal in welchem Bereich, wie hier beim Musikunterricht, alle Kinder aus sozialschwachen Familien sollen vom Bildungs- und Teilhabepaket profitieren können.

Nachfrage nach dem Bildungs- und Teilhabepaket beim Jobcenter Ludwigslust-Parchim erneut gestiegen

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15. Januar 2016, 19:00 Uhr

Ein- oder mehrtägige Schulausflüge, Klassenfahrten, der Besuch im Theater, das Mittagessen in der Schule oder der Kindertagesstätte, die Mitgliedschaft in einem Verein – Sport oder Musik. Einfach dabei sein, an kulturellen Veranstaltungen teilnehmen. Das wollen Kinder und Jugendliche. Manchmal ist dies aber nicht möglich, wenn das Geld einfach fehlt. Dafür hatte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im März 2011 das Bildungs- und Teilhabepaket eingeführt. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten hat sich das sogenannte BuT nun etabliert – auch auf Landkreisebene.  So wurden im vergangenen Jahr insgesamt 6662 Anträge beim Jobcenter Ludwigslust-Parchim gestellt. Zum Vergleich: In 2014 waren es 6585, in 2013 wurden 6472 Anträge auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket eingereicht. „Das ist eine Steigerung gegenüber 2013 von 2,9 Prozent“, erklärt Sigrid Müller, stellvertretende Geschäftsführerin des Jobcenters Ludwigslust-Parchim. Und freut sich darüber. Ist sie doch bestrebt, allen Kindern aus sozialschwachen Familien, die Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen zu ermöglichen – egal ob mit Schule,  Kita oder Sportverein.

Mit dem BuT werden vor allem die Mittagessen in den Schulen gefördert. „62,3 Prozent aller Anträge beziehen sich auf die Schulspeisung“, erläutert Sigrid Müller. Zunahmen gibt es bei eintägigen Klassenausflügen und mehrtägigen Klassenfahrten. „Bei den eintägigen Klassenfahrten haben wir eine Steigerung von 18,3 Prozent, bei den mehrtägigen ein Plus von neun Prozent gehabt.“ Doch damit nicht genug: Auch bei der Lernförderung gibt es einen deutlichen Trend nach oben. Während vor zwei Jahren nur 78 Anträge auf Lernförderung im Jobcenter des Landkreises eingingen, waren es im vergangenen Jahr bereits 130.

Doch nicht alle eingereichten Anträge auf Leistungen aus dem BuT werden bewilligt: Neun Prozent mussten im vergangenen Jahr abgelehnt werden. Grund: Die Anträge werden zu spät gestellt. „Wichtig ist, dass die Anträge vor dem Ereignis gestellt werden, nicht, wenn die Klassenfahrten bereits stattgefunden haben“, verdeutlicht Sigrid Müller noch einmal. In den Team-Besprechungen weist sie die Mitarbeiter immer wieder darauf hin, frühzeitig das Thema anzusprechen. Gezielt Werbung werde auch weiterhin für das Bildungs- und Teilhabepaket gemacht, denn „wir wollen nicht, dass ein Kind ausscheidet, weil das Geld nicht da ist“, sagt Sigrid Müller.

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