Imkerverein Lübz und Umgebung wurde 100 Jahre alt : Bienenfreunde feierten Jubiläum

Bei der Jubiläumsfeier ehrte Margret Peters als stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes verdienstvolle Imker: Siegfried Münch, Reinhard Bartel, Steffen Giesen, Uwe Polak, Reinhard Neumann, Walter Benge, Alfred Rohrbeck (v.l.)Horst Kamke
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Bei der Jubiläumsfeier ehrte Margret Peters als stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes verdienstvolle Imker: Siegfried Münch, Reinhard Bartel, Steffen Giesen, Uwe Polak, Reinhard Neumann, Walter Benge, Alfred Rohrbeck (v.l.)Horst Kamke

Als Vorsitzernder des Imkervereins Lübz und Umgebung wies Uwe Polak bei der Feier zum 100-jährigen Bestehen auf die Wichtigkeit der Bienen hin. In der Festrede ließ er Höhepunkte der Vereinsgeschichte Revue passieren.

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23. Juli 2012, 11:00 Uhr

Kreien | "Mehr als die Hälfte der für die Menscheit wichtigsten Pflanzen ist auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen." Darauf wies Uwe Polak als Vorsitzernder des Imkervereins Lübz und Umgebung bei der Feier zum 100-jährigen Bestehen im Dorfgemeinschaftshaus von Kreien hin. In seiner Festrede ließ er Höhepunkte der Vereinsgeschichte Revue passieren.

Als sich am 15. Juli 1912 in Kreien ein Imkerverein für die Orte Benzin, Brook, Burow, Darß, Gischow, Greven, Kreien, Kritzow, Werder, Wessentin und Lübz gründete, wusste Pastor Radloff als damaliger Vereinsvorsitzender um dessen Vorzüge: Es galt, Zucker steuerfrei zu beziehen und Geräte zur allgemeinen Nutzung anzuschaffen. Eine große Bedeutung bekam auch der Erfahrungsaustausch unter den Vereinsmitgliedern. Schriftführer und Kassierer war der Lehrer Karl Pinkpank, dessen Bienenschauer im Kreinener Lehrergarten noch bis in die 60er Jahre stand. Der Durchschnittsertrag des jugen Vereins lag bei 12 Pfund Honig und einem halben Pfund Wachs pro Bienenvolk. Als Spitzenpreis konnte damals für ein Pfund Honig durchaus 1,50 Mark erzielt werden.

Kunsthonig oder der Import ausländischen Honigs aber machten es den Imkern schwer, sich mit ihren Preisen am Markt zu behaupten. In Güstrow wurde für alle Imker eine zentrale Verkaufsstelle eingerichtet.

Die Bienenköniginnen waren damals beim Lehrer Mulsow untergebracht. Für die Nachzucht wurde auf Vereinskosten ein "rein deutsches" Bienenvolk angeschafft.

1915 - im 1. Weltkrieg - wurde für Honigspenden geworben, denen der Imkerverein mit 80 Pfund nachkam. Bis 1921 gab es dann keine Sitzungsprotokolle mehr. Bis 1933 ruhte die Vereinstätigkeit. Erst danach sind wieder Mitgliederversammlungen dokumentiert. 1936 hatte der Imkerverein 33 Mitglieder, 1945 zählte er 65 Mitglieder. 1949 bewirtschafteten 29 Imker insgesamnt 232 Bienenvölker.

Erst für das Jahr 1950 findet sich wieder das Protokoll einer Mitgliederversammlung. Die Vereinsimker mussten damals Honig an den Lübzer "Konsum" liefern. Dabei wurde tüchtig getrickst: So ist überliefert, dass sich einmal in einer Honiglieferung ein Stein von zehn Pfund fand.Heftige Kritik musste die Stadt Lübz dafür einstecken, dass sie mehr als 50 Linden und fast 60 Akazien fällen bezhiehungsweise kröpfen ließ. Die bislang selbstständigen Imkervereine wurden aufgelöst und als Sektionen von volkseigenen Gütern geführt.

Ab 1964 wurden verstärkt mit Bienenvölkern bestückte Wanderwagen eingesetzt, deren Bestand bis 1998 auf 58 wuchs. Aktuell zählt der Imkerverein Lübz und Umgebung 20 Mitglieder, die sich um 360 Bienenvölker kümmern.

Große Hoffungen setzt Vereinsvorsitzender Polak auf die EU, die ab 2014 dem ökologischen Kahlschlag entgegen wirken will. "Dann werden sich die Lebensbedingungen für unsere Bienen wieder verbessern." Der Imkerverein ist mit gutem Beispiel vorangegangen und hat bislang im Rahmen von Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen sechs Honig-, sieben Trompetenbäume, 45 Robinien, 85 Linden und 95 Bergahorn gepflanzt. Sorgen bereitet derzeit, wie nach der Lindenblüte bis zur Winterruhe ausreichend Nahrung angeboten werden kann und die Bienenvölker vor Krankheiten zu schützen.

"Die Probleme wiederholen sich von Jahr zu Jahr", warb die stellvertretende Landesverbandsvorsitzende Margret Peters um mehr Imkernachwuchs. Allein, um den Informationsaustausch zu gewährleisten und Fachwissen weiterzugeben, sei es unerlässlich, den Imkerverein am Leben zu erhalten."Das Schlimmste ist, allein zu imkern."

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