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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

23. Oktober 2017 | 15:39 Uhr

Wildwarner : Bettlaken rettet Bambi das Leben

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Bruno Ditloff warnt Rehkitze, damit sie bei der Mahd der Wiesen nicht unter den Mähdrescher kommen

svz.de von
erstellt am 17.Jun.2014 | 22:00 Uhr

Weiße, große Tücher mitten auf einer Grasfläche nahe Darze: So manch einer mag sich fragen, welch tiefen Sinn diese „Bettlaken“ haben. „Das sind Tücher, die die Tiere schützen“, erklärt Jagdpächter Bruno Ditloff. Weil bei der frühen Mahd der Wiesen immer wieder Jungtiere wie Rehkitze ums Leben kommen, sah er sich gezwungen, über seine Methode zu informieren.

Es war vor mehr als 40 Jahren, als bei Mäharbeiten nahe Lancken auf einem Feld 15 Rehkitze verendeten, nachdem sie bei Erntearbeiten unter das Messer kamen. Schon damals machte Bruno Ditloff sich seine Gedanken und kam auf die Idee mit den Bettlaken.

„Das Rehwild mag diese Tücher nicht. Für sie stellen diese großen weißen Laken eine Gefahr da und so suchen sie sich mit ihrem Nachwuchs andere Versteckmöglichkeiten. Die Mähmaschinen können agieren“, sagt Ditloff. Allerdings weist er darauf hin, dass diese Tücher nicht ewig aufgestellt sein dürfen, da sich das Wild sonst daran gewöhnen könnte. In Abstimmung mit den Landwirten sollte das ein bis maximal zwei Tage vor der beabsichtigten Grasmahd erfolgen und dann wieder entfernt werden. Auch im Fall Darze hatte er zuvor mit dem Gut Parchim den Mähtermin abgesprochen und seine Tücher einen Tag vorher aufgestellt. „Das ist so preiswert und einfach. Zwei Stangen und ein weißes Laken reichen aus und schützen das Wild. Es muss nicht immer teure und schwer finanzierbare Technik sein“, ist sich Ditloff sicher. Im Raum Darze hat er rund um das Moor 12 solcher Tücher aufgestellt und sie einen Tag später wieder eingesammelt. Tote Rehkitze oder schwer verletzte Tiere durch die Erntearbeiten kennt der Jagdpächter nicht mehr, denn seit mehr als 45 Jahren wendet er diese Idee an. Allerdings ist das Warnlaken nach Meinung des Jagdpächters nur bei der Grasmahd möglich, bei den Drescharbeiten im Getreide wäre das keine Lösung. „Das Getreide ist zum einen zu hoch und meist sind die Kitze dann schon größer und laufen weg“, meint er und wünscht sich, dass möglichst viele Nachahmer diese einfache Lösung für sich entdecken und in Abstimmung mit den Landwirten, die Tücher kurzzeitig aufstellen – Bambi dankt es.


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