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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

24. November 2017 | 16:15 Uhr

Planetarium Lübz : Besucher ins Weltall entführt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Beeindruckt: Gut 20 Gäste kamen zum Vortrag von Heinz Wesner im Lübzer Planetarium am deutschlandweiten Tag der Astronomie.

von
erstellt am 29.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Mit dem seit 1980 als Einrichtung bestehenden Planetarium am Ende der Schützenstraße besitzt Lübz eine weit über die Grenzen der Stadt hinaus besondere Einrichtung. Am deutschlandweiten Tag der Astronomie am vergangenen Sonnabend kamen abends gut 20 Besucher jeden Alters dorthin, um sich von Heinz Wesner in eine faszinierende Welt entführen zu lassen. Der ehemalige Physik-, Mathematik- und Astronomielehrer betreut das Planetarium nach Ausscheiden aus dem Schuldienst seit 2003. Titel seines Vortrages am Wochenende: „Sehenswertes an der Sonnenbahn“.

Davon hier einen alles berücksichtigenden Überblick geben zu wollen, würde nicht zur Verfügung stehenden Platz beanspruchen. Doch unabhängig davon, ständig sehr genau zuhören zu müssen, um nicht in binnen oft kurzer Zeit zu Gehör gebrachten, für einen Laien objektiv betrachtet komplizierten Informationen zu versinken, verstand es Wesner auch diesmal zwischendurch immer wieder, Zuhörer mit dem ihm eigenen Witz zum Lächeln oder sogar Lachen zu bringen.

„Die Astronomie bestimmt unser Leben, ihre Bedeutung hat zugenommen“, sagt er. „Das fördert Physiklehrer. Ich bin dafür.“ Aus dem Weltall betrachtet falle Mecklenburg-Vorpommern an der Grenze zu Brandenburg durch Bläue auf. Dies bedeute, dass es hier den besten Sternenhimmel in ganz Deutschland zu sehen gibt. Die Frage sei jedoch, ob man dies angesichts vergleichsweise sehr weniger Bewohner und damit weniger Interessenten als Auszeichnung bewerten könne. Am Karower Meiler mache man sich Gedanken um die Entstehung eines Sternenparks. Er wäre nicht nur für Beobachter des Weltraums, sondern auch für Tiere und Pflanzen gut.

Man merke, dass der Winter vorbei ist, doch die Auffassung, dass es wärmer wird, je näher sich die Erde an der Sonne befindet, sei falsch. Dies hänge mit der Erdachse zusammen. Sichtlich verwundert zeigten sich die Besucher auch über die Aussagen, dass man vom eigentlichen Aussehen des Mars enttäuscht sei (dies liege in der Bewegung der Erde um die Sonne begründet), dass der Pluto nicht mehr als Planet eingeordnet wird und es erst seit wenigen Jahren Bilder von der Rückseite des Mondes gebe. Die vorherigen seien nicht überzeugend gewesen. Verdeckt ihn die Erde, wird er rot – alles durch beeindruckende Aufnahmen belegt.

Etwas länger warten muss man, um die Venus mit einem Teleskop wieder zu Gesicht zu bekommen (2125), mit dem Neptun soll dies Wesner zufolge öfter möglich sein.

In der Mitte des Planetariums steht Spitzentechnologie aus der DDR: „ZKP 1“ (Abkürzung für Zeiss-Klein-Planetariumsprojektor) aus dem „VEB Carl ZeissJENA“. Das 1974 gebaute Gerät wirft den Sternenhimmel in atemberaubender Schönheit und sich drehend an die Kuppel im Planetarium. Bis zum Rand voll ist mittlerweile allerdings eine kleine Plastikbox mit durchgebrannten Glühlampen, die für die wundervollen Bilder sorgen. Das Problem: Frei verfügbaren originalen Ersatz gibt es für dieses Gerät nicht mehr. „Unsere Rettung könnte Halogen sein“, sagt Wesner. Der Projektor hat seinerzeit 40 000 DDR-Mark gekostet. Für einen vergleichbaren müsste man heute rund 500 000 Euro ausgeben.

Der Abend gipfelte in einem Rätsel, das letztlich alle Gäste die gewaltigen Dimensionen des Weltalls verstehen ließ. An der Wand hängt eine kleine weiße Kugel mit einem Durchmesser von acht Zentimetern, die der Erde entsprechen soll. Auf die Frage, wie groß im Verhältnis dazu schätzungsweise die Sonne ist, wusste niemand eine sichere Antwort zu geben. Wesner klärte auf: „So wie die Planetariumskuppel.“ Ihr Durchmesser beträgt acht Meter.

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