Information : Besucher im Windpark erleuchtet

Höhepunkt der Veranstaltung war am späten Abend eine Laser-Show.
1 von 3
Höhepunkt der Veranstaltung war am späten Abend eine Laser-Show.

Hunderte Interessierte Freitagabend in Barkow / Künftig Produktion von Energie für 33 000 Haushalte / Fünf weitere Anlagen geplant

von
27. April 2015, 08:00 Uhr

Mit mehreren 100 Besuchern fiel am Freitagabend das Interesse an der Informationsveranstaltung im Barkower Windpark anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Initiative „Tag der erneuerbaren Energien“ am Jahrestag der Tschernobyl-Katastrphe weit größer als erwartet aus. Die Tore geöffnet hatte der Rostocker Windparkentwickler „Umweltgerechte Kraftanlagen“ (UKA). Mitarbeiter des Unternehmens standen für Fragen zur Verfügung, gestatteten unter anderem den Blick in die untere Etage eines Windrades und für die Besucher gab es Informationsmaterial in großen Mengen.

Natürlich weiß auch UKA, dass kaum etwas so heiß diskutiert wird wie das Thema Windkraft, was in den Fragen auch immer wieder aufflammte. „86 Prozent der Leute sind grundsätzlich für die Energiewende, die auch als Chance gesehen werden muss“, sagt Heinrich Oliver von Oehsen, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. Ganz wichtig ist: Informieren, informieren, informieren. Atomenergie möchte wegen ihrer Gefährlichkeit niemand mehr haben und Kohle wegen weggebaggerter Dörfer und ihres Drecks auch nicht. Die Windräder und ihre Fundamente werden nach 20 Jahren wieder abgebaut.“

Den Windpark Barkow mit elf bereits stehenden Anlagen (Nabenhöhe 140 Meter, hinzu kommt ein Rotorradius von 56 Metern) habe die UKA Nord eigener Aussage zufolge in enger Abstimmung mit der Gemeinde Barkhagen entwickelt. Er werde jährlich künftig rund 33 000 Haushalte mit „sauberem Windstrom“ versorgen und zu einer Einsparung von etwa 60 000 Tonnen Kohlenstoffdioxid führen. Der Bau einer weiteren Anlage ist schon sicher, fünf weitere befinden sich im Genehmigungsprozess. Der Netzanschluss erfolgt über ein in Parchim errichtetes Umspannwerk, das durch eine 27 Kilometer lange, unter anderem die Elde unterquerende Kabeltrasse erreicht wird. Als Ersatzmaßnahmen erhält die Tarnitz dafür ihren ursprünglichen Lauf zurück und in der zu Plau am See gehörenden Gemarkung Lalchow wurde das Köstermoor renaturiert, um wieder mit Feuchtigkeit versorgt werden zu können.

Laut Daniel John, bei UKA „Gruppenleiter Projektentwicklung“, habe es sieben Jahre gedauert, bevor die erste Anlage errichtet werden konnte und der Anschluss ans Umspannwerk sei eine Herausforderung wie der Bau des Parks selbst gewesen. „Windkraft ist die günstigste Form der Energieerzeugung“, sagt der Ingenieur. „Es gibt immer Leute, die nicht dafür sind, aber man sollte auch einmal daran denken, dass nach einer jetzt geltenden Betriebsdauer von 20 oder 25 Jahren vielleicht etwas ganz anderes zur Verfügung steht.“ Auf den Hinweis, dass viele die Förderung von Windkraft und die damit verbundene, aus ihrer Sicht völlig überzogene Zahlung von Pachtpreisen kritisieren, äußert John, dass diese Darstellungen zumindest in unserer Region nicht der Realität entsprächen. In Barkow gebe es auch Teilhaber und die Gemeinde könne 2017 damit rechnen, nicht zuletzt durch den Betrieb der Windräder schuldenfrei zu werden.

Zu den Gästen gehörte unter anderem auch Christian Dahlke, Leiter der Abteilung Energie im Landesenergieministerium. „Gerade auch bei einem Thema wie diesem ist es gut, zu diskutieren und sich auszutauschen, aber ebenso, nicht nur Vorbehalte und Kritik zu fördern“, sagte er. „Zu einem kleinen Fest einzuladen und dadurch Berührungsängste abzubauen, finde ich sehr gut. Momentan stehen auf 0,7 Prozent dieses flächenmäßig großen Bundeslandes Windräder. Und selbst wenn sich der Wert auf 1,5 Prozent erhöhen sollte, ist das nicht sehr viel.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen