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Internationaler Schüleraustausch : Besuch aus Hadsund in Greven

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Dänische Produktionsschüler nutzen jugendgemäßes Kennenlernen über EU-Programm für lebenslanges Lernen

svz.de von
erstellt am 01.Okt.2014 | 22:00 Uhr

Beim jüngsten Hoffest waren sie fester Bestandteil der großen Schar rechtmäßig stolzer Macher und fröhlich begeisterter Gäste: acht Mädchen und Jungen aus der Produktionsschule Hadsund vom dänischen Festland, die gemeinsam mit Schulleiter Lars Andreasen und einem ihrer Werkstattpädagogen zurzeit in Mecklenburg-Vorpommern weilen. Die befreundete Produktionsschule Westmecklenburg in Greven bei Lübz war die erste Station ihrer tatkräftigen Stippvisite. Nach zehn ereignisreichen Tagen hier wechseln sie nun für weitere zehn Tage an die Hanse-Produktionsschule Rostock.

Zunächst hatten sie in Greven jedoch bei einem von Schulleiterin Sabine Trepke persönlich geführten Rundgang sämtliche Werkstattbereiche der Produktionsschule Westmecklenburg erkundet und sich danach jeweils ausgesucht, wo sie zwischenzeitlich gerne mitarbeiten würden. Alle vier Mädchen der Delegation waren sofort Feuer und Flamme für die Keramikwerkstatt von Jörg Wurlich, während die Jungen sich eher für die Holzarbeiten mit René Thiel bzw. Metallverarbeitung mit Peter Kröning und deren Produktionsschüler-Teams interessierten.

Hautnah im hiesigen Produktionsschulalltag integriert fanden die jungen Dänen auch schnell Kontakt für gemeinsame Freizeitaktivitäten vor allem mit denjenigen deutschen Altersgefährten, welche – wie sie – im Kinder- und Jugendpark Greven untergebracht waren. Die jugendlichen Gastgeber dieser betreuten Wohngruppe luden u.a. zum gemeinschaftlichen Kochen am Abend ein, wo jeder seine bevorzugten Rezepte aus der Heimat servieren durfte.

Auf dem Freizeitprogramm standen außerdem Abstecher ins Schweriner Schloss sowie die Lübzer Brauerei, von der die jungen Dänen besonders angetan waren, weil sie bekanntlich zu einem Mutterkonzern aus ihrer Heimat gehört. Und dann war da noch das Grevener Hoffest, an dem sie sich nicht nur mit Tatkraft beim Auf- und Abbau von Festzelt und Markthütten beteiligten, sondern auch mit einem eigenen Verkaufsstand u.a. mit diversen originellen Nisthilfen für die auch daheim am jütländischen Mariagerfjord hoch geschätzten Wildvögel. Neugierig machte auch ein imposanter Holzkasten auf Rädern, welcher sich als Darre (Trocknungsvorrichtung) für Kräuter, Obst und Pilze entpuppte. So hätten schon die Vorfahren auf pfiffige Art die auf einer geschwärzten Schräge unter Glas „eingefangene“ Solarwärme mittels Schornsteineffekt der aufsteigenden Warmluft ausgenutzt, um diese oben durch einen luftigen Stapel von Netzgitterahmen zu leiten, erfuhren die Besucher aus erster Hand. Die beim Hoffest morgens in die Darre eingelegten Apfelringe waren jedenfalls am späten Nachmittag schon leckeres Trockenobst – wohl auch, weil die geniale Vorrichtung spielend leicht nach dem jeweiligen Sonnenstand ausgerichtet werden konnte. Obwohl müde nach diesem anstrengend schönen Hoffest und den erlebnisreichen gemeinsamen Tagen in und um Greven, trennten sich die Produktionsschüler und Pädagogen vom dänischen Festland und Mecklenburg mit dem gegenseitigen Versprechen, in Kontakt zu bleiben. Denn möglicherweise eröffnen sich so ja auch Perspektiven in der europaweit freizügig gewordenen Arbeitswelt. Dieses jugendgemäße Kennenlernen über Ländergrenzen werde schließlich mit dem (vor allem für Bewerbungen) gefragten Youth-Pass der Europäischen Kommission bestätigt und von selbiger über das Programm für lebenslanges Lernen gefördert, merkte Sozialpädagogin Marlies Alex von der gastgebenden Produktionsschule an und verwies dabei auf ähnliche Erfahrung von Jugendlichen aus Greven bei ihrer vorjährigen Frankreich-Tour.

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