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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

24. November 2017 | 12:31 Uhr

Bildung und Beruf : Berufswahl-Siegel stark verteidigt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Schule Am Neuen Teich Lübz mit Förderschwerpunkt Lernen überzeugt Jury bei der Rezertifizierung mit Konzept zur Berufsorientierung

von
erstellt am 24.Mär.2017 | 06:00 Uhr

Arbeiten im Einzelhandel – Getränkeregale auffüllen, Kisten schleppen. Pascals Ding ist das nicht. Der 16-Jährige besucht die Lübzer Schule Am Neuen Teich mit dem Förderschwerpunkt Lernen. Um herauszufinden, was Pascals Ding ist, verfolgt die Schule ein ganz eigenes Konzept – Berufsorientierung, kurz BO genannt. Seit einigen Jahren gibt es ein sogenanntes BO-Team an der Schule, bestehend aus Schulleitung und Lehrern. Vor gut vier Jahren – 2013 – wurde die Lübzer Einrichtung als „Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung“ mit dem Berufswahl-Siegel MV ausgezeichnet. Seitdem hängt am Eingang der Schule eine Plakette – zunächst befristet auf drei Jahre.

Die Frist war eigentlich schon im vergangenen Jahr abgelaufen. Doch zwischendurch hatte es an der Schule einen Schulleiterwechsel gegeben. Steffen Petzak übernahm das Ruder von Silke Darnstädt. Deshalb wurde das Audit für die Rezertifizierung in dieses Frühjahr verschoben. „Dass der Schulleiterwechsel bei uns zu keiner Stagnation geführt hat, wollen wir Ihnen heute zeigen“, erläutert Steffen Petzak der Jury beim Auftakt zum Audit. Gespannt folgen die Jury-Mitglieder der Präsentation.

Seit 2013 wurde das Konzept der Berufsorientierung verstetigt. „Wir setzen auf Nachhaltigkeit“, erklärt Steffen Petzak. Deshalb wurde das Konzept auch mit neuen Angeboten weiterentwickelt. Immer im Fokus – die Wünsche und Fähigkeiten der Schüler. „Die Rezertifizierung ist noch mal eine ganz andere Nummer und schwieriger“, verdeutlicht Projektleiterin Hannelore Wilken vom Bildungswerk der Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommern. „Schließlich hat die Schule schon 2013 einen vorbildlichen Status gehabt. Diesen zu halten und zu erweiteren, erfordert sehr viel mehr“, so Hannelore Wilken weiter.

Doch auch dieses Mal hat es geklappt. Die Jury – bestehend aus Hannelore Wilken, Enriko Künstler vom ReformKontor Zarrentin, Katja Rumstich von der Parchimer Volker Rumstich Transport GmbH, Doreen Wolff vom DRK-Kreisverband Parchim e.V. und Renate Oeding von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Südwestmecklenburg – ist sich einig. „Die Schule Am Neuen Teich Lübz hat es geschafft“, sagt Hannelore Wilken. „Sie hat die Rezertifizierung für das Berufswahl-Siegel MV erfolgreich absolviert.“ Damit verteidigt die Lübzer Förderschule ihre Plakette als „Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung“ für weitere fünf Jahre.

Kontakte zu Schulen im Umkreis, ein Netzwerk von Unternehmen und Einrichtungen aus verschiedenen Branchen der Region, Kooperationspartner (alte wie neue) haben zur Entscheidung der Jury ebenfalls beigetragen. „Seit der Erstzertifizierung 2013 hat die Schule ihr Konzept zur Berufsorientierung weiterentwickelt“, resümiert die Jury in ihrem Protokoll. Werkstatt- und Praxislerntage, zahlreiche Betriebspraktika... überzeugen nicht nur, sondern zeigen auch, wie vielfältig die Angebote für die Förderschüler an der Lübzer Einrichtung sind, um Stärken und Schwächen herauszufinden, um Wünsche und Ziele besser zu formulieren. Was kann und will ich beruflich mal machen? Pascal wird sich die Frage gemeinsam mit Lehrern noch mal stellen müssen. Franziska hat bereits eine Antwort. „Ich bin nicht das typische Mädchen. Habe schon immer gern mit Tieren gearbeitet. Ich muss anpacken können“, sagt sie. Deshalb absolvierte sie ein Praktikum in der Landwirtschaft. „Schon in der ersten Woche fragte mich Herr Schwager, ob ich nicht eine Ausbildung machen möchte“, erzählt sie beim Audit vor der Jury. Zum 1. August dieses Jahres beginnt Franziska nun eine Lehre bei der Karbower Agrargenossenschaft. Für das Mädchen geht ein Traum in Erfüllung. Und für die Jury ist es ein Zeichen, dass gezielte Berufsorientierung Sinn macht. „Hier wurde gezeigt, wie intensiv die BO gestaltet und umgesetzt wird“, sagt Jury-Mitglied Enriko Künstler.

Auch jetzt wird’s weitergehen. „Wir bilden uns gern fort. Wir wollen die BO auch auf die Klassen drei und vier ausweiten“, verdeutlicht Steffen Petzak. Deshalb wird Berufsorientierung an der Förderschule weiterhin groß geschrieben.

 

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