Lindenfest : Belower mit großem Programm verwöhnt

Mit zünftiger Blasmusik heizte das Orchester der Krakower Feuerwehr die Feststimmung an. Fotos: Horst Kamke
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Mit zünftiger Blasmusik heizte das Orchester der Krakower Feuerwehr die Feststimmung an. Fotos: Horst Kamke

Auch Adel war beim 15. Lindenfest vertreten. Der Bürgermeister lobt den Einsatz des Heimatvereins. Aktive Gäste kamen aus Goldberg, Lübz und Dabel.

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29. Mai 2017, 05:00 Uhr

Zum 15. Mal feierte Below als Ortsteil der Gemeinde Techentin am Samstag traditionell sein Lindenfest. „Ohne örtliche Initiativen wie aus dem Heimatverein ´Kiek in´t Land´ könnte die Gemeinde ein derart reiches Kulturleben nicht finanzieren“, lobte Bürgermeister Fred Paarmann die Aktiven um den Vorsitzenden Matthias Wienandt. 2000 war der Heimatverein in Folge der 700-Jahr-Feier zur ersten urkundlichen Erwähnung der Belower Kirche aus der Taufe gehoben worden und hat dem 190-Seelen-Dorf seitdem dank seiner Helfer, Sponsoren und 60 Mitglieder viel neues Leben eingehaucht. Inzwischen beteiligt er sich auch an der Sanierung des kirchlichen Glockenstuhls.

Als Kirchenstifter und Namensgeber des Dorfes gilt die Adelsfamilie derer von Below, die sich als so genannte Lokatoren im 13. Jahrhundert die Christianisierung und Zivilisierung auf ihre Fahnen geschrieben hatte und ihren Namen bis nach Ostpreußen trug. Kein Wunder also, dass ein Spross der Ortsgründer dem Lindenfest beiwohnte und die weit verstreuten Verwandtenzweige zu einem Familientreffen zusammentrommelte. „Ich finde es wichtig, wenn man weiß, wo man herstammt“, betonte der Adlige. Sein Name ist auch im Ort Bälau (Kreis Herzogtum Lauenburg) verankert, der inzwischen offiziell mit Below verschwistert ist. Zum Kirchenjubiläum hatte der damalige Bürgermeister aus Bälau, Johannes Külls, 1999 eine Linde mitgebracht, die dem Fest ihren Namen verlieh. Bälau war auch in diesem Jahr durch Politprominenz wie Bürgermeister Hans Schmaljohann und seiner Amtsvorgängerin Frauke Alpen vertreten. Außerdem nutzten viele ehemalige Belower das Lindenfest, um in ihrem Heimatdorf vorbeizuschauen, wie etwa Günther Rathke (70). In Below geboren, getauft, aufgewachsen und zur Schule gegangen, war er 1953 mit seiner Familie nach Westdeutschland in den Schwarzwald geflüchtet. Danach wurde er erst Seemann, dann Landvermesser. Mit seiner Frau hat er sich inzwischen ein Wohnmobil zugelegt, mit dem er Tage zuvor zum Lindenfest anreiste und noch einen Urlaub an der Ostseeküste dranhängt.

Zur Feier des Tages hatte die nagelneue Heimatstube von Below (Kadower Weg 10, Tel. 03 87 36 / 80 97 45) geöffnet und präsentierte unter anderem Fotos aus der Dorfgeschichte. Außerdem luden Oliver von Below und Thomas Wienands in die Kunsthalle Below zu einer Ausstellung ein. Uwe Ritter bot Kremserfahrten zur Besichtigung des neuen Rinderstalls in der Belower Farm an.

Nach dem von Pastor Kornelius Taetow zelebrierten Gottesdienst starteten die restaurierten Schätze des Dobbertiner Oldtimerclubs zu einer Traktoren-Ausfahrt. Kirchliche und weltliche Gemeinde waren sodann gleichermaßen beim gemeinsamen Mittagessen willkommen, wo die Freiwillige Feuerwehr Grillgut, Gulasch und Mutzenbraten und der Heimatverein Kuchen und Kaffee anboten. Für die musikalische Untermalung und gute Laune zeichnete das Blasorchester der Feuerwehr aus Krakow am See verantwortlich. Nach einem Rasentreckerturnier führte eine Handvoll Dorfgrazien Mode für Mollige und betagte Semester vor. Außerdem trat die Tanzgarde des Goldberger Karneval-Clubs auf. Auch hier war für die Beschallungstechnik einmal mehr die Schülerfirma „Technica Light & Sound“ vom Lübzer Eldenburg-Gymnasium verantwortlich.

Kinder kamen unter anderem an der Hüpfburg, beim Schminken, Bogenschießen, Hufeisen- oder Gummistiefelwerfen auf ihre Kosten. Höhepunkt des Nachmittags war das Konzert des Dabeler Handglockenchors. Zum Ausklang des 15. Lindenfestes ließ es die Goldberger Formation „Um Himmels Willen” abends in der Gaststätte „Ortmann“ mit Rock, Pop und Blues so richtig krachen.

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