Jung & Hochkarätig : Beifallsstürme für Meisterschüler

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Eleven der deutsch-russischen Jugendkonzertreihe bescherten Parchim, Plau am See und Sternberg wieder drei bezaubernde Abende

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29. September 2015, 12:10 Uhr

Es wurde der erwartete Genuss, bei dem Klassik auf Moderne trifft. Genau genommen wurden es die angekündigten drei. Denn die sowohl beliebte als auch erfolgreiche Reihe der deutsch-russischen Jugendkonzerte brachte sechs Musikschüler des Rimsky-Korsakow-Konservatoriums St. Petersburg und des Musikgymnasiums Schloss Belvedere Weimar wieder nach Parchim, erneut nach Plau und endlich auch nach Sternberg. Das Publikum, von Dr. Larissa Popkova zu den Hintergründen der einzelnen Musikstücke ins Bild gesetzt, war begeistert und feierte die Eleven.

„Musik genieße ich immer mit geschlossenen Augen“, flüsterte auf der hinteren Bank eine ältere Dame ihrer jüngeren Begleiterin zu. „Gut! Nur schnarchen dürfen Sie nicht so dabei“, hätte wahrscheinlich Rudi Schliemann, Comedy-Klassiker aus der DDR-„Komikerparade“, geantwortet. Die Jüngere antwortet nicht, ist ganz Ohr, ganz Auge. Der erste Teil des Jugendkonzerts mit einem Paganini-Terzett, Noëls Noten für einen Vagabunden, Debussys Klaviertrio G-Dur und zwei jazzigen Akkordeon-Soli (Strachey und Dorham) ist fast verflogen, als Larissa Popkova das Publikum neugierig macht auf einen Ausschnitt aus Alfred Schnittkes „Gogol-Suite“ oder wie sie es nennt „das Beamten-Stück“. Das ist gemeinsamer Part für Nikolai Ovtschinnikov (Akkordeon), Eva Mauersberger (Klarinette), Arsenij Mun (Klavier) und Ilja Izmajlov (Cello). Vier Tage hatten sie Zeit, alle zwölf Stücke des Konzertes zu proben. Die anspruchsvollen Soli fielen vergleichswesie leicht, die Kammermusikstücke hatten es wegen des Zusammenspiels in sich. Doch jetzt brillieren alle vier in ihren Passagen, freuen sich über das Spiel des Nebenmannes, dirigieren sich mit dem ganzen Körper und vier paar Augen verraten eines: Freude über das eigene Können und Spaß am gemeinsamen Musizieren.

„Schau mal der niedliche Cellist“, flüstert nun die Jüngere, „der war vor zwei Jahren auch dabei. Aber da hat er noch nicht so charmant gelächelt.“ Trotz seiner erst 17 Jahre tritt Ilja Izmailov schon als Solist und Kammermusiker in Russland und Europa auf. Vielleicht ist es dies Quäntchen Bühnenerfahrung mehr, das in diesem Alter den Unterschied macht.

Der tosende Applaus des Publikums galt zweifellos allen sechs jungen Musikern. Stehende Ovationen gab es für Arsenij Mun und seine Interpretation von Franz Liszt Tarantella aus „Venezia e Napoli“. Die Überraschung des Abend s aber war wohl das Jazz-Akkordeonspiel von Nikolai Ovtschinnikov (18), das nicht unerheblich dazu beitrug, das Programm im Vergleich zu den Vorjahren moderner zu gestalten. Das Publikum dankte es mit ungeteilter Aufmerksamkeit.

Danke sagen für viel Hilfe und Unterstützung, das tat auch Marco Rexin, Vorsitzender des Vereins „Wir leben“ . Namentlich der Sparkasse Parchim-Lübz und dem Hagebaumarkt Lübz sowie Volker Schubert von der Kreismusikschule „Johann Matthias Sperger“.

Die nächste, die 8. Runde der erfolgreichen Jugendkonzert-Reihe ist bereits für September 2016 geplant, kündigte Dr. Larissa Popkova den Konzertgästen an. Bis zum nächsten gemeinsamen Projekt von „Wir Leben e.V.“ und die Gartow Stiftung müssen Musikfreunde jedoch nicht solange warten. Das startet bereits am 8. November mit einem Meisterkurs und anschließenden Jazz-Konzerten. Die werden wieder deutsch-russisch, diesmal jedoch bestritten von der Spezialmusik- und Jazz-Schule St.  Petersburg und der Spezialschule Dresden unter der Leitung von Prof. Ralf Beutler und Dozenten Juri Taranenko.

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