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kreatives : Bei Kara.mel gibt’s Kunst aus Keramik und Knöpfen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Die Wessentinerin liebt es zu basteln, aber nicht nur mit ein und demselben Material, sondern mit vielen verschiedenen, damit es nicht langweilig oder monoton wird

svz.de von
erstellt am 16.Jan.2014 | 09:00 Uhr

Regale über Regale zieren den Eingangsbereich des versteckten Häuschens von Melanie Kuse in Wessentin. Freistehend liegt es an einem Feldweg. Ihr Zuhause. Genau dieses Haus wollte Melanie Kuse kaufen, denn es hat eine besondere Bedeutung für die ehemalige Plauerin. „In diesem Haus ist mein Vater geboren“, erzählt sie und lächelt. Ihr Bruder hat es gefunden. Seitdem lebt sie gemeinsam mit ihrem Mann, auch einem Künstler, und ihren drei Jungs, Johann, Heinrich und Emil, in Wessentin. „Auch wenn das Haus ein bisschen abgelegen liegt, finde ich dennoch, dass wir sehr zentral wohnen“, erzählt Melanie Kuse.

Ausgediente Knöpfe liegen auf einem Holzuntersetzer, doch nicht einfach nur wahllos herum. Sie haben eine Funktion. In den verschiedensten Farben liegen sie auf dem Holz, mal kariert, mal mit einer Spirale, mal uni. Doch als Knöpfe haben sie bei Melanie Kuse ausgedient, denn die Künstlerin aus Wessentin hat sie zu Haarspangen umgearbeitet. Fimo, Ton, alte Knöpfe, Perlen, Glas – mit all diesen Stoffen und Materialien arbeitet Melanie Kuse. In ihrem kleinen Laden „Kara.mel“ empfängt sie auch Besucher. „Schon als kleines Mädchen habe ich viel gebastelt“, erinnert sie sich.

Dass Melanie Kuse mit so vielen unterschiedlichen Materialien arbeitet, liegt vor allem an einer Sache: „Ich brauche zwischendurch Abwechslung. Alles, was monoton ist, langweilt mich irgendwann.“ Deshalb bekommt hier jeder Besucher ein ganz besonderes Stück Kara.mel. „Ich versuche immer etwas herzustellen, was die Leute wirklich brauchen und schön finden.“ Doch bis zum fertigen Ohrring oder Becher kann schon mal eine ganze Weile vergehen. Denn in Melanie Kuse schlummert eine kleine Perfektionistin. „Einiges male ich mir auch schon vorher auf. Bevor ich selbst nicht ganz zufrieden bin, wird es nicht gezeigt und schon gar nicht verkauft“, gibt die dreifache Mutter zu. Die Ideen für ihre Kunst kommen irgendwann. Hilfreich ist dabei auch Yoga. „Das ist gut für Körper und Geist.“ Doch die meisten Ideen hat Melanie Kuse nicht etwa am Tag, sondern kurz vorm Einschlafen. „Ich habe so ein kleines Buch, da schreibe ich alles auf, was mir an Ideen einfällt.“

Dass die Wessentinerin so frei ihre Kunst ausleben kann, verdankt sie auch ihrem Ehemann, Joachim Westphal. Denn er selbst ist auch Künstler. „Ohne meinen Mann, könnte ich dies alles hier nicht ausleben.“ Er ist Maler, arbeitet aber seit einiger Zeit auch wieder in seinem eigentlichen Beruf – als Grundschullehrer. „Bevor mein Mann angefangen hat, zu malen, hat er erst immer aufgeräumt. Das habe ich nie verstanden, mittlerweile weiß ich es. Denn in mir steckt auch ein kleiner Chaot“, verrät Melanie Kuse. Noch vor wenigen Jahren hatte Melanie Kuse in Plau am See einen eigenen Laden, in dem sie ihre kunstvollen Sachen verkauft hat. Heute geschieht dies alles von zu Hause, von Wessentin, aus. Denn hier hat sie Zeit für ihre drei Jungs.

Eine kleine Katze streift um die Beine von Melanie Kuse. Sie springt auf den Tisch und sucht sich auf der Werkbank eine kuschelige Ecke. An der Wand hängt ein Spruch, der zu der Wessentinerin sehr gut passt: „Lache das Leben an, dann lacht es zurück.“ Das macht auch Melanie Kuse, wenn Besuch zu ihr nach Wessentin kommt.


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