Naturschutzserie : Bedrohtes Leben im Sumpf

Sumpfschildkröten nehmen hier ein Sonnenbad.
Sumpfschildkröten nehmen hier ein Sonnenbad.

Unsere Naturschutzserie: Die europäische Sumpfschildkröte / Geschützte Tiere und Pflanzen der Roten Liste in unserer Region

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24. September 2014, 20:45 Uhr

Die Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) gehört mit zwei weiteren Arten, dem Springfrosch und der Glattnatter, zu den vom Aussterben bedrohten Amphibien und Reptilien, die in dieser Kategorie zusammengefasst wurden. Das sind Arten, die nur in Einzelvorkommen oder wenigen, isolierten und kleinen und sehr kleinen Populationen auftreten.

Alle drei Arten brauchen einen feuchten Biotop-Lebensraum. Als stark gefährdet wurden diese Arten eingestuft: Kammmolch, Rotbauchunke, Wechselkröte, Kreuzkröte, Kleiner Wasserfrosch, Seefrosch, Zauneidechse und die Kreuzotter. Zu den gefährdeten Arten zählen Teichmolch, Knoblauchkröte, Laubfrosch, Grasfrosch, Moorfrosch, Teichfrosch, Erdkröte, Blindschleiche (die Blindschleiche ist keine Schlange und gehört zu den Echsen), Waldeidechse und die Ringelnatter.

Die Sumpfschildkröte ist leicht zu erkennen an ihrem ovalem Gesicht, dem vergleichsweise flachen, schwarz oder dunkelbraun gefärbten, manchmal gelb gestreiften oder gesprenkelten Rückenpanzer. Der Kopf und die Beine sind ebenfalls schwarz mit gelben Flecken und Streifen. Sie ist die einzige heimische Schildkröte.

Das Weibchen ist etwas kleiner, das Männchen etwas größer. Das Verbreitungsgebiet umfasst Europa, Nordwestafrika und Nordwestasien. Die Sumpfschildkröte ist ein bis 35 Zentimeter langes und sehr scheues Tier, dass bei uns nur noch sehr selten beobachtet werden kann. Ein Hauptgrund hierfür sind fehlende geeignete Lebensräume. Diese müssen natürlich großflächig unbedingt störungsfrei und geschützt sein. Das Biotop muss gewisse Eigenschaften aufweisen. Die Schildkröte benötigt zur Eiablage unbedingt Sand- oder Kiesbänke, in denen die drei bis fünf Eier im Juni abgelegt und in einer gegrabenen Mulde von der Sonne ausgebrütet werden.

Die Sonne braucht dazu ungefähr drei Monate. Es ist wohl verständlich, dass solche Biotope sehr rar sind. Solche Lebensräume sind stehende oder langsame Fließgewässer mit schlammigem Boden und reichlicher Vegetation. Alte umgestürzte Bäume werden gerne zum Sonnenbad genutzt, wo die Sumpfschildkröte, wenn sie denn ungestört ist, stundenlang verweilt. Gesonnt wird sich aber auch am Ufer, aber immer auf Deckung geachtet.

Die meiste Zeit verbringen sie dennoch im Wasser und sind auf Nahrungssuche. Die setzt sich aus kleinen Fischen, Fröschen wie deren Kaulquappen, Schnecken, Würmer, Insektenlarven zusammen, aber auch aus kleinen Vögeln, Nagern, Pflan - zenteilen und Aas.

Zuweilen taucht an unseren Gewässern die buntere Schmuckschildkröte auf, die aus Amerika eingeführt und bei uns ausgesetzt wurde. Ich konnte diese Art selbst im Slater Torfmoor bei Parchim längere Zeit dort beobachten und fotografieren.


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