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Rückenwind für Energiewende : Barkow jetzt offiziell an der „Dose“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Energieminister Christian Pegel weiht Windpark ein. Zusammen mit dem Park in Parchim liefert der künftig Strom für 75 000 Drei-Personen-Haushalte.

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erstellt am 13.Jun.2014 | 07:45 Uhr

Samt Rotorblatt sind sie 196 gigantische Meter hoch, die ersten sieben der geplanten elf Windräder im neuen Windpark Barkow. Jede eine VESTAS V112 mit einer Nennleistung von drei Megawatt. Der komplette Park ist von der UKA* Nord Projektentwicklung in enger Abstimmung mit der Gemeinde Barkhagen entwickelt worden. Zusammen mit dem Windpark Parchim, dessen 17 Anlagen die Rostocker parallel entwickelt haben, werden künftig rund 75 000 Drei-Personen-Haushalte mit umweltfreundlicher Energie versorgt. Der Netzanschluss erfolgt über das neue Umspannwerk in Parchim-Süd und wird über eine 27 Kilometer lange Kabeltrasse realisiert.

Anlässlich eines ganztägigen Windparkfestes weihte Mecklenburgs Energieminister Christian Pegel den Barkower Park gestern ein. In Anwesenheit vieler Bürger, Schüler und Politiker der Region. Pegel, bekennender Verfechter erneuerbarer Energien, Befürworter auch der Energiewende, freute sich über die große Resonanz. Für ihn klar ein Zeichen dafür, dass die Entscheidung seitens des Betreibers, mit dem Vorhaben, detaillierten Zahlen und zu erwartenden Auswirkungen „bewusst früh auf die Menschen zuzugehen, bereits im Vorfeld einen Großteil der Sorgen nehmen konnte“. Er habe Verständnis für die Windkraftgegner, die sich auch gestern vor dem Park formiert hatten. Auch wegen der ästhetischen Veränderungen der Landschaft. Doch Pegel gab Klaus Heckenberger, Geschäftsführer der UKA Nord Projektentwicklung, recht: „Der Klimawandel verändert die Landschaft weit mehr, Windkraft hält sie auf.“

In seinem „Werbeblock für die Energiewende“ betonte Christian Pegel die Verpflichtung des Landes, die Energieversorgung sicherzustellen, die Pflicht, Arbeitsplätze in der Region zu schaffen. Tourismus sei toll und wichtiges Standbein unseres Landes. Allein mit ihm seien diese Aufgaben jedoch nicht zu schaffen. Zahlen untermauern seinen Standpunkt: Durch erneuerbare Energien seien im Land 4500 Arbeitsplätze entstanden. Mittelbar sogar 12 000.

2007 hatte der erste Entwurf für den Windpark im 120 Hektar großen Eignungsgebiet vorgelegen. Erst 2012 – nachdem das Projekt wegen weiterer vier Auslegungen ruhte – wurde der Regionalplan rechtskräftig. 2013 dann stellte die UKA (neben Mitbewerbern) den Antrag und erhielt die Genehmigung zum Bau. Seit Frühjahr sind die ersten sieben Anlagen am Netz; bis 31. Juli sollen die noch fehlenden vier Windräder fertiggestellt werden.

*UKA – umweltgerechte Kraftanlagen – realisiert seit 15 Jahren bundesweit Energieparks, Umspannwerke und Bürgerwindanlagen. Aktuell sind hier rund 280 Mitarbeiter an den Standorten Meißen, Cottbus, Rostock und Lohmen.

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