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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

16. Dezember 2017 | 12:20 Uhr

Investition : Bald Gas in Weisin

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Starker Wunsch nach neuer Energieform / Hauptleitung fertig, nun Hausanschlüsse

svz.de von
erstellt am 08.Sep.2014 | 22:00 Uhr

Gefühlvoll bedient Bernd Erlebach seinen Mini-Bagger, lässt die stählerne Schaufel beim Aufgraben des Loches für den Hausanschluss mit hydraulischer Kraft, aber nur langsam durch die Erde gleiten und nimmt sie in ihr auf. Als der direkt am Loch stehende Praktikant Even Dau die Hand hebt, um die Maschine zu stoppen, wird schnell deutlich, warum: „Achtung, Energiekabel!“ ist in schwarzer Schrift auf einem gelben, breiten Kunststoffband zu lesen, das der Bagger eben durchgerissen hat – nicht schlimm, denn es ist nur eine Warnung, vorsichtig zu sein. Das mehrere Zentimeter starke, den Ort versorgende Hauptstromkabel, das unbedingt unbeschädigt bleiben soll, liegt rund einen Spatenstich tiefer. „Wir haben zwar Pläne von allem, was verbaut wurde, müssen aber trotzdem aufpassen, um keinen Schaden zu verursachen“, sagt Vorarbeiter Raymund Günther.

In Weisin (Ortsteil von Passow) lassen die Lübzer Stadtwerke momentan erstmalig eine zentrale Gasversorgung bauen. „Ende vorigen Jahres erhielten wir von dort vermehrt Anfragen, ob die Möglichkeit dazu besteht – per Telefon wie auch bei Besuchen in unserem Haus“, sagt Holger Albrecht, Abteilungsleiter Gas/Wasser. Die Wünsche blieben nicht ungehört. Es folgte die Entscheidung, den realen Bedarf im März dieses Jahres zu ermitteln. Dazu wurden alle Haushalte in Weisin angeschrieben, um dann zu sehen, wer sich zurückmeldet und ernsthaft Interesse zeigt. „Der Zeitpunkt war günstig“, schätzt Albrecht ein. „Viele haben gleich nach der Wende eine neue Flüssiggas- oder Ölheizung in ihr Haus einbauen lassen, die jetzt schon in die Jahre gekommen ist. Einige müssen eh etwas tun und überlegen, ganz etwas anderes zu machen anstatt in teure Reparaturen zu investieren. In Lübz merken wir das auch.“

Aus Weisin seien für dieses verhältnismäßig kleine Dorf viele Rückmeldungen eingegangen. Das Projekt wurde in die Investitionsplanung aufgenommen, woraufhin das Unternehmen die entstehenden Kosten ermittelte. „Wir schrieben die Interessenten an und haben mittlerweile verbindlich 17 neue Kunden, wo es schon wirtschaftlich zu werden beginnt“, berichtet der Abteilungsleiter. Errechnet haben die Stadtwerke eine Investitionssumme in Höhe von etwa 152 000 Euro.

Im benachbarten Passow gibt es bereits seit 1994 Erdgas. Von dort soll die Hauptleitung weitergeführt werden – 1500 Meter sind es bis zum Ortseingang von Weisin. Um die Straße nicht aufzureißen und so viel Aufwand zu ersparen, wurde entschieden, das Rohr vor und im Ort im so genannten gesteuerten Horizontalbohrverfahren zu verlegen. Dabei arbeitet sich ein Bohrgestänge in Abschnitten von jeweils 150 Metern tief durchs Erdreich. „Beim Zurückholen wird das Loch etwas aufgeweitet und die Kunststoffleitung für das Gas mit Hilfe von Emulsion in den gerade geschaffenen Platz eingezogen“, erläutert Albrecht. Der größte Durchschnitt beträgt 16 Zentimeter, die gesamte Hauptleitung ist rund zweieinhalb Kilometer lang. Hergestellt werden jetzt noch 63 Hausanschlüsse.

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