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Aktion für Infrastruktur : Bald fahren wieder Züge auf Südbahn-Strecke

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Der gemeinnützige Fahrgastverband Pro Bahn M-V organisiert im Sommer touristische Angebote auf den Gleisen der seit Ende 2014 stillgelegten Südbahn. Schon drei Tage sind sicher, weitere in Planung.

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erstellt am 19.Apr.2017 | 20:45 Uhr

Nach dem Aus im Dezember 2014 fahren in diesem Sommer wieder Züge auf den Gleisen der von Hagenow bis Neustrelitz reichenden Südbahn – doch damit nicht genug: Eine Wiederbelebung ist auch für die noch länger stillgelegte Strecke Plau am See – Güstrow vorgesehen. „Es ist ein sehr wichtiges Kreuz, um schnell an die Ostsee zu kommen und damit nicht weniger wichtig“, sagt Clemens Russell, Sprecher der Bürgerinitiative (BI) ProSchiene, die ihren Protest gegen die Schließung der Südbahn unter seiner Leitung über alle Jahre eisern verfolgt hat und jetzt das neue Vorhaben unterstützt.

Die Erprobung des touristischen Bahnverkehrs zwischen Parchim und Malchow sowie Plau am See/Malchow – Karow – Krakow am See und Güstrow an ausgewählten Sonnabenden und Sonntagen hat der gemeinnützige Fahrgastverband Pro Bahn M-V veranlasst. Die Termine orientierten sich laut seiner Aussage an attraktiven Veranstaltungen und Ausflugszielen in der Region. Schon erreicht seien gegenwärtig der Zugang zum Oldtimer- und Traktorentreffen in Quetzin sowie zum Volksfest in Malchow (Sonnabend, 8. Juli), zu den Plauer Ritterspielen, zum Hoffest im Agroneum Alt Schwerin und zur Kunstschau in der Stadthalle Parchim (Sonntag, 23. Juli) sowie zum 12. Internationalen Dampftreffen im Agroneum Alt Schwerin, zum Piratenfest auf dem Campingplatz in Krakow am See und zum Inselseefest Güstrow (Sonnabend, 5. August).

Noch nicht einplanen könne man gegenwärtig die Plauer Badewannenrallye am Sonnabend, 15. Juli. Ein weiterer und damit fünfter Fahrtag könnte Sonnabend, der 19. August, sein, an dem das Plauer Burghoffest und das 36. Krakower Fischerfest stattfinden. „Dies ist davon abhängig, dass mehr Zuwendungen und Spenden zusammenkommen“, sagt Russell im SVZ-Gespräch. „Jeder Euro zählt.“

Bis zum 10. April sind genau 17 085 Euro zusammengekommen – von Privatpersonen (3060), der größte Anteil durch Eigenmittel des Pro Bahn-Vereins (11 525) und durch Zuwendungen der Inselstadt Malchow (2500). Über die endgültigen Kosten wird jetzt mit der Hanseatischen Eisenbahngesellschaft (HANS) und der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft (ODEG) verhandelt. „Wenn das Modellvorhaben klappt und rege genutzt wird, kann sich daraus langfristig auch wieder ein ganzjähriges Angebot entwickeln“, so Marcel Drews, Landesvorsitzender von Pro Bahn. Er wie auch Russell freuen sich über die öffentlich geäußerte Unterstützung aus verschiedensten Richtungen.

Im Hinblick auf die Notwendigkeit der Südbahn als schnelle Verbindung zur Metropole Hamburg unterstützt zum Beispiel Wolfgang Waldmüller, Regionalleiter des Unternehmensverbands Region Ludwigslust Parchim, das Projekt: „Ich ziehe meinen Hut vor all denen, die weiterkämpfen und mit mir an die Zukunft glauben. Selten ist etwas tatsächlich so unabänderlich, wie es zunächst scheint. Mit dem Modellversuch Südbahn-Saisonverkehr kann eine Weiche in eine tatsächlich mobile Zukunft unserer Region gestellt werden.“ Ebenso äußert sich auch Michael Wufka, Geschäftsführer der Tourist Info Plau am See GmbH. „Für eine weiterhin positive Tourismusentwicklung ist aus Sicht der Touristiker am Plauer See eine Bahnanbindung in die Metropolen Hamburg und Berlin unerlässlich“, sagt er.

Wer mehr über die Initiative erfahren möchte, kann die Adresse www.suedbahn-saisonverkehr.de im Internet aufrufen.

Foto: Screenshot: www.suedbahn-saisonverkehr.de
 
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