Minister Schlotmann antwortet auf Lübzer Schreiben : Bahnanschluss: Bangen nicht beendet

<strong>In Lübz gibt es</strong> Sorgen, ob die Bahnanbindung langfristig erhalten bleibt. <foto>ilja baatz</foto>
In Lübz gibt es Sorgen, ob die Bahnanbindung langfristig erhalten bleibt. ilja baatz

Die Stadt Lübz hat Sorge, dass eventuell die Bahnlinie zwischen Parchim und Neustrelitz eingestellt wird. Ihre Bedemken teilte sie in einem Schreiben an Volker Schlotmann mit. Der Minister hat nun geantwortet.

svz.de von
22. Juni 2012, 05:45 Uhr

lübz | Die Sorge, dass eventuell die Bahnlinie zwischen Parchim und Neustrelitz eingestellt wird, kam auf einer Stadtvertretersitzung im Mai zum Ausdruck (wir berichteten). Ihre Bedenken teilte die Stadt daraufhin in einem Schreiben an Volker Schlotmann, Minister für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung, mit. Anlass für die Diskussion bildete dessen Papier zur "Zukunft der Infrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern", in dem für genannte Verbindung im Gegensatz zu anderen Strecken keine Zahlen genannt wurden, sondern nur von "Aufhebung der Ausschreibung und Neubeginn des SPNV (Abkürzung für Schienenpersonennahverkehr)" die Rede ist. "Jetzt müssen alle Alarmglocken schrillen", so Bürgermeisterin Gudrun Stein damals.

Der Minister hat geantwortet. In dem Brief, den die Lübzer Verwaltungs-Chefin auf der Stadtvertretersitzung am Mittwochabend verlas, heißt es unter anderem, dass das Land wegen der deutlich sinkenden Haushaltsmittel leider nicht umhin komme, im SPNV überall Einsparungen vornehmen zu müssen. In Pressemeldungen sei allerdings in den vergangenen Wochen und Monaten "fälschlicherweise der Eindruck entstanden", dass es auf genannter Strecke - auch "Mecklenburgische Südbahn" genannt - zu Abbestellungen des gesamten SPNV spätestens nach 2014 kommen wird. Dies treffe so nicht zu. Das Land habe mit dem "Los Parchim" lediglich einen Teil der Gesamtausschreibung der SPNV-Leistungen aufgehoben. Dies sei notwendig gewesen, weil die Kostensteigerungen deutlich über das hinausgingen, was in Schwerin an Bundesmitteln zur Verfügung stehe, um Zugleistungen zu bezuschussen. "Nun muss entschieden werden, wie die Angebotsgestaltung des öffentlichen Personennahverkehrs im Bereich der betroffenen Strecken künftig zu für das Land vertretbaren Kosten auf Dauer erfolgen soll", schreibt Schlotmann. Es könne weiterhin der SPNV oder aber ein Ersatzangebot mit Bussen beziehungsweise eine Kombination aus beidem sein. Zu berücksichtigen sei dabei, dass die Fahrgastzahlen auf der Strecke zum Teil sehr gering sind. In jedem Fall werde die Erreichbarkeit aller betroffenen Orte mit öffentlichen Verkehrsmitteln und damit auch der Stadt Lübz weiterhin gewährleistet sein. Das Land stelle die Finanzierung des künftigen Verkehrs sicher.

Bereits in seinem ersten Rundschreiben habe der Minister mitgeteilt, dass das zu erarbeitende Verkehrskonzept mit den betroffenen Organisationen, Institutionen, Verbänden und auch interessierten Bürgerinnen und Bürgern abgestimmt werde. Eine Anregung sei, dass die zuständigen Landkreise gegebenenfalls einen "Runden Tisch Verkehr" einberufen.

Auf der Linie Hagenow Stadt - Neustrelitz werden ab dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember dem Minister zufolge lediglich einzelne, nur sehr gering genutzte Leistungen der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (ODEG) auf Teilabschnitten außerhalb der Hauptverkehrszeiten abbestellt. Alle übrigen bleiben bis zu einer Entscheidung über das Angebot erhalten.

Mit Erleichterung hält sich Gudrun Stein zurück. "Wirklich klar ist bisher nur eines: Große Streichungen wird es offenbar nicht sofort mit dem Fahrplanwechsel geben", sagt sie. "Die Gefahr von Einschränkungen ist jedoch nach wie vor gegeben. Solange noch geprüft wird, gibt es keine Sicherheit."

Eine Seniorin hatte die Bürgermeisterin in einem Gespräch Anfang Mai auf die Problematik aufmerksam gemacht. Die Malchower Stadtvertretung habe sich bereits mit der Problematik auseinander gesetzt. Daraufhin besorgte sich Gudrun Stein das erste Schreiben Schlotmanns, weil die Stadt nicht mit auf der Verteilerliste für die Mitteilung stand und versprach, sich um das Anliegen zu kümmern. Die Besucherin habe die Auffassung der Verwaltungs-Chefinuntermauert, dass ältere Menschen ungleich lieber mit der Bahn als mit einem Bus unterwegs sind: "Die Seniorin sagte, dass Bahnfahren für sie ein Stück Freiheit bedeute, was Busse vor allem wegen des für alte Menschen und Behinderte vergleichsweise unbequemen Ein- und Ausstiegs nicht leisten könnten."

Kritisch hatte sich auch der Lübzer Gewerbeverein zu eventuellen Einschränkungen im Bahnverkehr geäußert. Eine eventuelle Schließung des Bahnhofes bezeichnet er als "Katastrophe".

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