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Jahresrückblick und Vorschau : Bahn bleibt Thema erster Kategorie

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Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Gespräch mit Gudrun Stein, Bürgermeisterin von Lübz und Leitende Verwaltungsbeamtin, über 2015 und das kommende Jahr

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erstellt am 28.Dez.2015 | 17:06 Uhr

Beim Blick auf 2015 muss Gudrun Stein, Bürgermeisterin von Lübz und Leitende Verwaltungsbeamtin des Amtes Eldenburg Lübz, nicht lange überlegen, was die Prioritäten betrifft: „Die Südbahn wird uns weiter beschäftigen. Gerade auch vor dem Hintergrund des Wechsels von viel Hoffnung und Enttäuschung äußere ich Respekt gegenüber der Bürgerinitiative, die das Thema mit Fach- und Sachkompetenz begleitet. Der Kampf geht weiter, weil wir davon überzeugt sind, dass nur eine Kombination von Bahn und Bus das Optimum bringen kann.“ Man dürfe nicht nur auf Lübz und die direkte Umgebung schauen, sondern müsse auch die weitere Region mit im Blick haben. Zu Jahresbeginn werde sich der Interkommunale Arbeitskreis wieder in Waren treffen, um über die Südbahn zu beraten.

Als weiteres heißes Eisen nennt die Verwaltungs-Chefin das Thema Windkraft. Die lokale Ebene habe lange warten müssen, bis ihr die Entscheidungskriterien für die Ausweisung von Eignungsgebieten vorlagen. Bei der freiwilligen Vorabbeteiligung – das eigentliche Verfahren kommt erst im nächsten Jahr – hätten nahezu alle Gemeinden im Raum Lübz Kritik wegen der ihnen jetzt vorliegenden Unterlagen geäußert. „Derjenige, der sich Lübz zum Beispiel aus Richtung Plau nähert, kann besonders in der Dunkelheit gut sehen, dass der Horizont voller Windräder steht. Lübz ist von ihnen eingeschlossen“, sagt Gudrun Stein. „Das soll zwar nicht sein, ist hier aber Fakt. Und fragen Sie mal Bewohner etwa in Ruthen. Die werden Ihnen sagen, welche Geräuschbelastung sie zu ertragen haben. All das werden wir 2016 in dem Beteiligungsverfahren vortragen.“

Man müsse danach schauen, das auszubauen, wofür bereits die Fundamente gelegt wurden. Dazu gehöre auch, die Leistungsfähigkeit der Verwaltung möglichst weiter zu verbessern und Gemeindefusionen zu prüfen. Unabhängig davon, dass das Land letztere „finanziell begleiten“ wolle, liege die letzte Entscheidung auch künftig bei den Kommunen, denn eine Gemeindestrukturreform – also eine zwangsweise Fusion – solle es nicht geben.

Junge Eltern kämpften für die Eröffnung einer neuen Kinderarzt-Praxis in Lübz. Dies habe zwar nicht funktioniert, aber dafür ließ sich ein neuer in Plau am See nieder, was die Lage entspannt habe. Als ebenfalls erfreuliches Ereignis von überregionaler Bedeutung bezeichnet Gudrun Stein den Sanierungsbeginn der ehemaligen Karl-Marx-Schule, wozu der seinerzeitige Wirtschaftsminister Harry Glawe nach Lübz kam. Im folgte im Mai Christian Pegel mit der Übergabe des Fördermittelbescheides für die energetische Sanierung.

In jedem Jahr für Freude sorgten die traditionellen Feste in Lübz. Speziell 2015 kamen diverse Jubiläen hinzu (unter anderem das 20-jährige Bestehen des Arbeitslosenverbandes und die Freude über die bereits seit 25 Jahren währende Partnerschaft mit Hartkirchen in Oberösterreich). Ein besonderer Höhepunkt sei die landesweit zentrale Veranstaltung am Tag des offenen Denkmals in der Ziegelei Benzin gewesen, für deren Erhalt sich auch Lübz über Jahre eingesetzt habe.

Fest steht 2016 noch etwas anderes: Am 6. April wird Gudrun Stein, dann 25 Jahre im Amt, aus Altersgründen ihre letzte Wahl erleben: „Ich bin froh, keine weitere miterleben zu müssen.“

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