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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

15. Dezember 2017 | 13:22 Uhr

Diskussion läuft : Bäderregelung: Plau bleibt uneins

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Einzelhändler tun sich schwer mit verlängerten Öffnungszeiten. Zweite Beratung am Dienstag endete erneut ergebnislos

svz.de von
erstellt am 17.Feb.2016 | 19:43 Uhr

Plau am See In Plau endete jetzt auch  die zweite Beratungsrunde zum Thema  längere Ladenöffnungszeiten am Samstag/Ladenöffnung am Sonntag  ohne   wirklich zählbares Ergebnis. Gut die Hälfte der  Plauer Einzelhändler aus der Stein-, Markt- und Großer Burgstraße  hatten sich  dazu am Dienstag  zusammengefunden.  Und blieben uneins.

Zum Hintergrund: Seit Januar  gilt  MVs  neue Bäderregelung. Wegen des   hohen Fremdenverkehrsaufkommens  berücksichtigt  die nun auch die  Plauer Innenstadt mit   Strandstraße, Mühlenstraße, Steinstraße, Große Burgstraße sowie  Langer und  Quetziner Straße. Was heißt, dass  Supermärkte, Discounter  und Einzelhändler  der Stadt  am Samstag  länger und  am Sonntag überhaupt öffnen dürfen.

Während  es als ziemlich sicher  gilt, dass die   großen Häuser an der Kreuzung B103/Quetziner Straße   neben dem ohnehin  längeren Samstag  (zumindest in den Sommermonaten) auch am Sonntag  für einige Stunden  öffnen werden, finden  die Einzelhändler aus der City   bisher keinen gemeinsamen Nenner. Wenn überhaupt,  dann  machte die   Diskussion am Dienstagabend nur  eines deutlich:  Ihre Uneinigkeit.  Uta Gebert (Inhaberin  Plauder-Käseeck) warb nach der  ergebnislosen Auftaktrunde im Rathaus  erneut dafür, die  Chancen der  neuen „Bäderverkaufsverordnung MV“  zu nutzen.  Dabei  sei  nicht die Rede    von der kompletten Zeitspanne (15. März bis 1. Oktober), sondern  von  den  klassischen Sommermonaten Juli, August.   Und  man rede  von  längeren Samstagen  und  vielleicht einem Sonntag im Monat, die die Tourist Info GmbH   in der Stadt,  der Region und   gezielt  in den Plauer Hotels bewerben könnte.   Vorausgesetzt  die Termine stünden, sei  das möglich,  signalisierte Geschäftsführer Michael Wufka  der Runde  grünes Licht. Mit den Sonntagsterminen  hatten mehrere der Anwesenden Probleme.  Auch Barbara Seehaus (Inhaberin „Hautnah“). „Wir  sollten  nicht  gleich in die Vollen gehen“, trat sie auf die Bremse und riet zu kleineren Brötchen: „Ich halte den Samstag für realistisch.“  Andere Geschäftsfrauen tun das auch, wie  Martina Schönborn (Tabak-Börse). Sonntag  den Laden zu öffnen, sagte sie,  lohne  sich kaum. Zu wenig Kunden. Stehe man selbst, fehle der Sonntag für die Familie. Stehe ein Angestellter,   rechne es sich nicht.

Das liege aber doch daran,  dass   sowohl Plauer als auch Touristen zum Einkaufen  nach Krakow, Waren oder Malchow  fahren. „Wollen wir da länger zuschauen oder wollen  wir die Leute bei uns halten“,  fragte Claudia Jagusch  in die Runde.  Es ginge  doch um lediglich zwei Monate, also maximal acht Sonntage.

Erneut versuchte es Uta Gebert  mit der  nicht neuen Idee, Thementage zu initiieren. Denkbar parallel  zu den Ritterspielen,  zu „Nabucco“ im Parkhotel, selbst bei den Fischtagen im Herbst. Man könne die Gäste  dann mit  der Tschutschu-Bahn und Pferdekutschen in die Innenstadt holen. Wozu  im Vorfeld  natürlich Absprachen notwendig sind. Petra Steiniger (Inhaberin von Creativ und Hobby) sah  die Aktion der Händler  am Ritterspielwochenende schon vor sich. „Wir könnten die Geschäftsauslagen entsprechend gestalten,  uns mittelalterlich  wandten…“, warf sie ein. Ein Vorschlag  mehr, der am Dienstag verhallte und dem Zweifel  zum Opfer fiel, ob sich ein Wochenend-Engagement   für die Einzelhändler generell auszahlen würde.

Ob   Plaus Einzelhändler bei der Fortsetzung  der Diskussion  (für den 22. März geplant) zu einem Ergebnis kommen, bleibt abzuwarten. Vielleicht  finden sie  aber   zum kleinsten gemeinsamen Nenner in der Sache. Anlauf dazu  hatte  am Dienstagabend Brigitte Weisbrich (Schuhgeschäft) genommen, als sie kritisierte, dass  es   wenigstens gelingen sollte, der Kundschaft unter den Woche und am Samstag einheitliche Öffnungszeiten anzubieten. „Wir müssen aufpassen, dass wir  den Anschluss nicht verlieren“, sagte  sie mit Blick auf Waren, Krakow, Malchow…

Die Stadt sieht Handlungsbedarf und hatte die Diskussion um die erweiterten Öffnungszeiten daher  zu Jahresbeginn angeschoben. Sie will die  stabilen, vom  Trend her sogar  kontinuierlich steigenden Übernachtungszahlen  im Luftkurort halten, und die Kaufkraft. Wozu es  touristenfreundliche Angebote braucht. Bezüglich der Bäderregelung wolle  und  könne  man die Händler nicht in die Pflicht nehmen, hatte Bürgermeister Norbert Reier mehrfach betont. „Vielmehr  wollen wir gemeinsam  beraten, was  machbar ist.“

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