Altes Handwerk : Bäckerlehre einmal anders

Alles hörte auf sein Kommando: Bäckermeister Hannes Behrens (M.) unterweist die Kursteilnehmer.
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Alles hörte auf sein Kommando: Bäckermeister Hannes Behrens (M.) unterweist die Kursteilnehmer.

Kurs der Kreisvolkshochschule in Plauer Backstube – Juniorchef Hannes Behrens bot Handwerk zum Anfassen

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05. November 2014, 22:00 Uhr

Mehl, Wasser Hefe, Sauerteig, interessierte Hobbybäcker und ein junger Meister – das waren jüngst die Zutaten eines neuen Kurses, den die Kreisvolkshochschule anbot. Nicht im eigenen Hause. Für einen Backkurs nach allen Regeln der Kunst ist das natürlich nicht ausgelegt. Nein, die kreisliche Einrichtung, die immer auf der Suche nach interessanten Themen für ihre „Schüler“ ist, hatte sich einen Partner gesucht und in Hannes Behrens, der seit etwa sechs Jahren und als Dritter in der Reihe im elterlichen Familienbetrieb arbeitet, schnell gefunden. „Ja, ich fand die Idee toll und habe spontan zugesagt“, sagt der junge Mann.

Den Anhängern der Kreisvolkshochschule ging es da nicht anders. Kaum, dass der Termin vereinbart und veröffentlicht war, war der Kurs bei Hannes Behrens in Plau am See ausgebucht. In der ältesten Backstube Mecklenburgs, die natürlich von ihrer technischen Ausstattung mit der Zeit gegangen ist, war es jüngst zur Sache gegangen. Hier nahm sich der Plauer drei Stunden Zeit für seine Eleven, weihte sie ein in das Backhandwerk, das auf eine traditionsreiche Geschichte zurückblicken kann, wie nur wenige. Die Backstube in der Stietzstraße ist weit entfernt von industrieller Großproduktion, da finden sich keine Backautomaten, wie heutzutage in vielen Haushalten oder Lebensmittelketten. Hier wird noch mit den einzelnen Zutaten und richtig von Hand gebacken. „Und genau das habe ich mit den Kursteilnehmern auch gemacht“, erzählt der 28-Jährige. Ziel war, dass am Ende jeder sein eigenes Brot und oder seine eigenen Brötchen fabrizierte. „Bei diesem Kurs ging es mir darum, den Leuten zu zeigen, wie anstrengend es ist, wenn man eben nicht zur Backmischung greift, sondern nach Rezepten ganz bodenständig mit Zutaten backt und wieviel Arbeit investiert werden muss, bis man das fertige Brot hat“, sagt der junge Mann. Wichtig war ihm das auch vor dem Hintergrund der Diskussionen um die Einführung des Mindestlohns.

Nach drei Stunden war die Arbeit geschafft und bei den meisten ganz bestimmt die Einsicht gereift, dass das Bäckerhandwerk ein hartes Brot ist. „Und dennoch ein schönes“, sagt Behrens jun. Und an Tagen wie diesen hält es auch Überraschungen bereit. „Ein Teilnehmer hatte zum Kurs ein selbstgemachtes Brot mitgebracht. Aus richtigem Sauerteig und mit Roggenmehl. Und was soll ich sagen, ich hätte es nicht besser machen können. Kompliment.“

Den Kontakt zwischen der Kreisvolkshochschule und dem jungen Plauer Bäckermeister hatte Marko Rexin, Chef des Vereins „Wir leben“. e.V., hergestellt. „Unser Verein“, sagt er, „ist breit aufgestellt. Wir haben es uns unter anderem zur Aufgabe gemacht, das hiesige Handwerk zu unterstützen und zu fördern. Veranstaltungen wie diese sind dafür geradezu prädestiniert, weil sie Werbung sind – im allerbesten Sinne.“

Das werden die Aktionen der Bäckerei im Advent ganz sicher auch wieder. Schon seit Jahren laden Hannes, Vater Harald und Opa Hans die Kitas und Schulen zum Plätzchenbacken ein…

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