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Besonderer Besuch in Lübz : Automobile Luxus-Ausstellung

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Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

18 Mercedes-Sportwagen der Baureihe R107 waren bis gestern Mittag in Lübz. Nach einer Brauereibesichtigung ging es weiter zum Schloss Rheinsberg.

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erstellt am 16.Sep.2017 | 07:00 Uhr

18 Besitzer des von 1971 bis 1989 gebauten, legendären Mercedes-Sportwagens mit der Modellbezeichnung R107 haben gestern im Rahmen der Saisonabschlussfahrt auf dem Weg nach Schorssow am Malchiner See auch Halt in Lübz gemacht, um die Brauerei zu besichtigen. Als die luxuriösen, sich wie kaum benutzt zeigenden Wagen nebeneinander eingeparkt waren, schien ein neues Autohaus der besonderen Klasse in Lübz eröffnet – für sehr viele Liebhaber alter Autos Objekte der Begierde. Öffentliches Aufsehen erregte dann die Aufstellung der Fahrzeuge auf dem Marktplatz vor dem Amtsturm, dem Wahrzeichen der Stadt, der sich auch in der Etikette der Brauerei wiederfindet.

Gleich bevor bei den Begriffen Mercedes, luxuriös und wertvoll falsche Gedanken in Richtung „abgehoben“ die Runde machen, sei klargestellt: Wer zum Beispiel äußert, dass sich die Liebhaber nahezu aller Generationen als bessere Menschen fühlen, hat sie noch nicht erlebt und liegt falsch: Mit ihnen ins Gespräch zu kommen ist einfach und die Unterhaltung alles andere als verklemmt oder von oben herab. Wer interessiert fragt, bekommt ausführliche Antworten.

Den Mercedes-Benz R/C 107 SL-Club gibt es bundesweit. Leiter des Regionaltreffs (RT) 28 Bremen/Weserems, der gestern in Lübz zu Besuch war, ist Ralph Altendorf. „Die heutigen Eigentümer kommen aus nahezu allen sozialen Schichten – vom Dachdecker über den Steuerberater bis zum Arzt“, sagt er. Nicht Rasen („Das war vielleicht früher mal“), sondern der Spaß am gediegenen Fahren stehe bei allen Clubmitgliedern im Vordergrund. „Elegantes Cruisen“, sagt Altendorf und lacht. In den Autos der alten Baureihe sieht der Leiter neben der Schönheit einen weiteren besonderen Vorteil: „Im Gegensatz zu modernen Cabrios ist der Kofferraum auch bei heruntergeklapptem Verdeck für drei große Reisetaschen oder zwei Koffer voll nutzbar, weil es in einem vorgelagerten Kasten versenkt wird.“

Nicht nur wegen der Breitband-Halogen-Scheinwerfer und großen geriffelten Rückleuchten, sondern auch wegen der leichten Keilform war eine neue Zeit bei Mercedes-Benz eingeläutet: Sie deutete auf eine verbesserte Aerodynamik hin. Verantwortlicher Designer genannter Modellserie war Friedrich Geiger, der bereits unter anderem für die Schöpfung des 300 SL-„Flügeltürers“ verantwortlich zeichnete.

Wie bereits beim Vorgängermodell (umgangssprachlich „Pagode“ genannt) wurde der größte Teil der nun überwiegend mit einem großvolumigen Achtzylindermotor ausgestatteten Fahrzeuge in die USA exportiert. Der Hubraum reichte von 2,8 bis 5,5 Liter, was dann eine Leistung von bis zu 245 PS erbrachte. Bei der Sicherheit setzte der Hersteller neue Maßstäbe: Die A-Säule an der Windschutzscheibe war für Überschläge besonders fest ausgelegt, ein Airbag war seit 1982 erhältlich. Selbst im Innenraum gab es richtungsweisende Neuerungen. Das Armaturenbrett war sowohl im oberen als auch im Kniebereich stoßnachgiebig und schaumgepolstert. Ebenfalls eine Neuheit war das Vierspeichenlenkrad, gebaut nach den Erkenntnissen der Unfallforscher. Geblieben war der schon bewährte Pralltopf, aber Lenkradkranz, die vier Speichen, Polsterplatte und Nabe sind umschäumt (Quelle: Wikipedia).

Legendär ist der R107 von Mercedes nicht nur aus den schon genannten Gründen: Auch Bobby Ewing aus der ebenfalls hierzulande seinerzeit sehr populären US-Fernsehserie „Dallas“ nannte ein rot lackiertes Exemplar sein eigen und war mit ihm an fast jedem Dienstagabend in deutschen Wohnzimmern zu sehen.

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